Der 20. Mai 1992 ist ein wichtiges Datum für die Fans vom FC Barcelona. An diesem Abend gewann der Verein im altehrwürdigen Wembley-Stadion erstmals den Europapokal der Landesmeister mit einer der besten Mannschaften, die der Klub je aufs Feld gebracht hat. In diesem Finale verdiente man sich aufgrund des brillanten Spiels den Spitznamen "Dream Team". In der Startelf der niederländischen Spieler- und Trainerlegende Johann Cruyff standen: Zubizarreta, Nando, Ferrer, Koeman, Juan Carlos, Bakero, Salinas, Stoichkov, Laudrup, Guardiola und Eusebio.

Seitdem sind 15 Jahre vergangen, und die Stars von einst haben inzwischen die Fussballschuhe an den Nagel gehängt. Viele von ihnen blieben dem Fussball jedoch treu und arbeiten inzwischen erfolgreich als Trainer. FIFA.com nutzt die Gelegenheit, um einige der früheren Idole des FC Barcelona vorzustellen, die inzwischen im Trainergeschäft tätig sind.

Ein Däne beim Erzrivalen
Die katalanischen Fans erlebten einen Albtraum, als eines ihrer großen Idole zum Erzrivalen wechselte. Der Wechsel von Michael Laudrup zu Real Madrid ist ihnen nach wie vor in schmerzlicher Erinnerung, zumal der ehemalige Mittelfeldspieler am vergangenen Wochenende erneut auf seinen früheren Verein traf. Am letzten Samstag empfing der Däne als Trainer des FC Getafe seinen alten Verein, bei dem er sich im spanischen Fussball einen Namen gemacht hatte. Und erneut war die Enttäuschung der Katalanen groß, denn sie unterlagen gegen den Klub aus Madrid mit 0:2.

2005 wurde Laudrup in Dänemark als bester Fussballer aller Zeiten ausgezeichnet. Zunächst arbeitete er zwei Jahre als Assistent unter dem dänischen Nationaltrainer Morten Olsen, bevor er Cheftrainer bei Bröndby wurde. Mit diesem Verein verband ihn sein ganzes Leben lang eine besondere Beziehung, er gewann dort in vier Spielzeiten ein Mal die Meisterschaft und zwei Mal den Pokal. Im Juli 2007 folgte dann der Wechsel zu Getafe als Nachfolger von Bernd Schuster (ebenfalls ein Idol beim katalanischen Traditionsverein), der seinerseits bei Real Madrid unterschrieb. Laudrup übernahm die Mannschaft, die sich erstmals für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert hatte.

Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten in der Liga zahlte sich das Vertrauen des Vorstands letztlich aus. Das Team verbesserte sich stetig und sammelte zudem eifrig Punkte im UEFA-Pokal.

Der Held von Wembley
Er war ein absolut solider Abwehrspieler und eiskalter Vollstrecker bei Standardsituationen: Ronald Koeman wird aufgrund seines verwandelten Freistoßes gegen Sampdoria Genua, der seiner Mannschaft den Europapokal der Landesmeister sicherte, für immer eine Legende im Camp Nou bleiben. Seiner Lieblingsbeschäftigung geht er immer noch nach, allerdings nur, wenn er während der Trainingseinheiten beim FC Valencia noch Zeit übrig hat. Koeman übernahm den Verein am 31. Oktober nach dem Rücktritt von Quique Sánchez Flores und ist überzeugt, dass seine Mannschaft zu den heißen Anwärtern auf den Gewinn der Meisterschaft gehört. In der UEFA Champions League hat man hingegen kaum noch Aussichten auf den Einzug in die nächste Runde. Das Hauptaugenmerk des Trainers liegt derzeit auf der taktischen Disziplin des Teams und darauf, dass die Abwehr zu alter Stärke zurückfindet.

Der frühere Abwehrspieler sammelte als Mitglied des Trainerstabs vom FC Barcelona unter Louis Van Gaal erste Erfahrungen, bevor er den niederländischen Verein Vitesse Arnhem übernahm. Von Dezember 2001 bis Februar 2005 trainierte er Ajax Amsterdam und unterschrieb anschließend bei Benfica Lissabon. 2006 kehrte er in die Niederlande zum PSV Eindhoven zurück, mit dem er Meister wurde.

Begnadete Schüler
Mittelfeldakteur und Integrationsfigur des damaligen "Dream Teams" war der Bulgare Hristo Stoichkov, der auf dem Platz häufig durch seine Extravaganzen auffiel. Als Trainer bekam er sich besser in den Griff, konnte bisher jedoch nicht an die Erfolge anknüpfen, die er als Spieler feierte, obwohl er häufig den Rat seines Mentors und Freunds Cruyff sucht. 2004 übernahm er das Amt des bulgarischen Nationaltrainers, verpasste jedoch die Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™. 2007 unterschrieb er dann bei Celta Vigo, um die Mannschaft vor dem Abstieg zu retten, was ihm jedoch nicht gelang. Er trainierte das Team zunächst in der zweiten Liga weiter, hörte jedoch im Oktober desselben Jahres aus persönlichen Gründen auf. Stoichkov war ein eiserner Verfechter der von Cruyff geprägten Fussballphilosophie. Er hatte in seinen verschiedenen Mannschaften jedoch nie die entsprechenden Spieler, um diese umsetzen zu können.

Spielmacher jener Mannschaft war Josep Guardiola, der im Vergleich zu seinen früheren Mitspielern relativ spät ins Trainergeschäft einstieg und erst im Juli 2006 seinen Trainerschein machte. Ein Jahr später übernahm er die zweite Mannschaft des FC Barcelona, die in der dritten Liga spielt und bei der er einst selbst seine Karriere begonnen hatte. Nach seinem Vorbild entwickelten sich dort später Spieler wie Xavi, Cesc Fábregas und Andrés Iniesta. Künftig wird seine Aufgabe darin bestehen, solche Talente zu entdecken.

Weitere Spieler des "Dream Teams", die inzwischen als Trainer arbeiten, sind Eusebio und José Mari Bakero. Erstgenannter ist unter Frank Rijkaard als Assistenztrainer beim FC Barcelona tätig. Der Baske hatte seinen höchsten Posten bisher bei seiner ersten Station Real Sociedad. Der ausbleibende Erfolg führte jedoch schließlich zu seiner Entlassung. Derzeit gehört er dem Trainerstab seines ehemaligen Mitspielers Koeman beim FC Valencia an.

Sie alle waren herausragende Spieler und haben nichts von dem verlernt, was sie einst auszeichnete. Mit Sicherheit sind sie nicht mehr ganz so in Form wie früher, aber ihre Schützlinge können mit Sicherheit noch viel von ihrer Erfahrung lernen.