Gabriel Batistuta alias "Batigol", seines Zeichens bester ausländischer Torjäger aller Zeiten der italienischen Serie A und erfolgreichster argentinischer Torschütze überhaupt, hat das Ende seiner Profikarriere angekündigt. Damit verabschiedet er sich zwei Jahre nach seinem Rücktritt aus der argentinischen Nationalmannschaft, den er nach dem blamablem Abschneiden der Celeste beim FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002™ vollzogen hatte, endgültig aus dem aktiven Fussball.

Zu dem jetzigen Schritt entschloss er sich nach einem für ihn enttäuschenden Saisonbeginn mit dem Klub Al-Arabi in Katar. Aufgrund einer langwierigen Knieverletzung konnte er dort in diesem Jahr nur in drei Spielen eingesetzt werden, nachdem er noch im vorigen Jahr mit 25 Treffern die Torschützenliste der Meisterschaft von Katar angeführt hatte.

Mit nunmehr 36 Jahren möchte Batistuta seine Karriere lieber sofort beenden, als ein Spiel zu viel zu bestreiten. Dies spiegelt auf eindrucksvolle Weise den Charakter des Ausnahmespielers wider, der auf allen Plätzen dieser Welt zu Hause ist. Rein sportlich betrachtet kann Batistuta mit 54 Toren in 77 Länderspieleinsätzen, davon zehn bei drei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften (1994, 1998 und 2002), auf eine Statistik verweisen, die weit mehr beinhaltet als die seines Vorbilds Diego Armando Maradona.

Vor seinem Wechsel nach Europa hatte der Torjäger, der seine Fussball-Karriere bei den Newell's Old Boys begann und mit dieser Mannschaft 1988 im Finale der Copa Libertadores stand, in seiner argentinischen Heimat bereits alles gewonnen. Dazu kam die Besonderheit, dass er nach nur einer Spielzeit bei River Plate für zwei Meisterschaftsrunden zum Erzrivalen Boca Juniors gewechselt war.

Danach begeisterte er neun Spielzeiten lang - von 1991 bis 2000 - die Tifosi des AC Florenz, für den er in allen Pflichtspielen zusammen genommen 300 Tore erzielte. Er genoss sein privilegiertes Umfeld in Florenz und blieb dem violetten Mannschaftstrikot von "Fiore" treu, auch wenn ihm dadurch die ganz großen Erfolge (außer einem Sieg im italienischen Ligapokal) versagt blieben. Dennoch wurde er zu einer Art Halbgott, der bereits beim Betreten des Stadions eine Sonderbehandlung erfuhr und der aus Florenz faktisch nicht mehr wegzudenken war, denn der eher zurückhaltende, aber äußerst effiziente Charmeur hatte sich längst mit dieser Stadt identifiziert.

Ein Spieler mit ausgeprägtem Torinstinkt
Technisch sowohl mit dem linken als auch mit dem rechten Fuß versiert, so wie man es von einem Toptorjäger seines Kalibers erwartet, dazu noch außerordentlich kopfballstark, besitzt Batistuta vor allem einen ausgeprägten Torinstinkt. Er riecht förmlich die Lücke, egal ob im Strafraum oder in 30 Meter Torentfernung. Und als vorbildlicher Mannschaftskapitän ist er sich zu nichts zu schade und holt sich die Bälle schon mal von weit hinten.

Im Sommer 2000 wechselte Batistuta dann für 38 Millionen EUR zu AS Rom, mit dem er in der darauf folgenden Spielzeit seinen ersten italienischen Meistertitel gewann, wozu er persönlich zwanzig Tore beisteuerte.

Jedoch sollte dieser Schritt auch das Ende seiner Zeit in Italien einläuten. Das Jahr 2002 wurde für ihn zum Desaster. Zunächst im Klub, wo er in zwölf Spielen nur vier Mal traf. Danach mit der argentinischen Nationalmannschaft, als diese bei der Endrunde des FIFA-Weltpokals 2002™ sang-und klanglos ausschied. "Ich hatte die Arbeit von vier langen Jahren und die Europa-Erfahrung der meisten unserer Auswahlspieler vor Augen. Demnach war ich überzeugt, dass wir Weltmeister werden würden. Das vorzeitige Ausscheiden war eine bittere Enttäuschung", so der damalige Kommentar von Batistuta. Ab November 2002 spielte er dann nicht mehr für die argentinische Auswahl. Sein letztes Länderspiel für Argentinien bestritt er im Juni 2002 gegen Schweden (1:1).

Nach einer Saison ohne Glanzpunkte bei Inter Mailand (zwei Tore in zwölf Pflichtspielen) und dem anschießenden Wechsel für acht Millionen Dollar zu Al-Arabi fasste Batistuta schließlich den Entschluss, seine Fussballstiefel an den Nagel zu hängen und in seine Heimat zurückzukehren. Dort besitzt er ein großes ländliches Anwesen.

Zum Schluss verabschiedete sich Batigol, ganz wie bei einem alten Tango, mit einem letzten "Adios" voller Wehmut. Seltsamerweise hat es dieser Ausnahmeprofi nicht zu den Titelehren gebracht, die einem Spieler seiner Klasse und seines Talents ebenbürtig wären. Von der Statistik her zählt er indes zu den erfolgreichsten Torschützen im Weltfussball überhaupt.

Gabriel Batistuta im Überblick

Name: Batistuta
Vorname: Gabriel
Nationalität: Argentinien
Geburtsdatum: 1. Februar 1969
Geburtsort: Reconquista (Argentinien)
Größe: 1,83 m
Gewicht: 73 kg

Karriere:
Reconquista de Santa Fe (1987), Newell's Old Boys (1987-89), River Plate (1989-90), Boca Juniors (1990-91), AC Florenz (Italien/1991-2000), AS Rom (Italien/2000-2002), Inter Mailand (2002- Januar 2003), Al-Arabi (Januar 2003 - März 2005)

77 Länderspiele, 54 Tore
Nationalmannschaftsdebüt: 27.06.1991, Brasilien - Argentinien (1:1)
Letztes Länderspiel: 12.06.2002, Schweden - Argentinien (1:1)
Erstes Länderspieltor: 08.07.1991, Argentinien - Venezuela (3:0) - (zwei Treffer)
Letztes Länderspieltor: 02.06.2002, Argentinien - Nigeria (1:0)

Titel

Klubtitel:
Argentinischer Meister (1990)
Italienischer Meister (2001)
Italienischer Ligapokal (1996)
Italienischer Super-Cup (1996, 2001)

Nationalmannschaft:
FIFA-Weltpokal: drei Endrundenteilnahmen (1994, 1998, 2002), 12 Einsätze, zehn Tore, Viertelfinale (1998)
Copa América (1991, 1993)
Copa Libertadores: Finalteilnahme (1988)

Ehrungen

Klub:
Torschützenkönig der Serie A (1995, 26 Treffer)

Nationalmannschaft:
Bester Torschütze Südamerikas (1994)
Bester Torschütze der Copa América von 1991 (sechs Treffer) und 1995 (vier Treffer)