Es gibt nur wenige Spieler, die unter so vielen großen Trainern gespielt haben, wie Kalusha Bwalya. Die Liste der Coaches, unter denen dieser afrikanische Trainer gearbeitet hat, liest sich wie ein Who is Who der Branche. Jüngst zum Nationaltrainer Sambias benannt, kann der große Kalusha auf umfassende Erfahrungen als Spieler wie auch mit Trainern zurückgreifen, die es ihm ermöglichen könnten, mit den Besten der Welt mitzuhalten.

Drei seiner Mentoren führten ihre Länder zum FIFA Weltpokal Frankreich '98™: George Leekens (Belgien), Guus Hiddink (Niederlande) und Manuel Lapuente (Mexiko). Mit Leo Beenhakker (ehemaliger Trainer der Niederlande und von Real Madrid), Marcelo Bielsa (aktueller argentinischer Nationaltrainer) und Bobby Robson (Englands Teamchef bei der Weltmeisterschaft 1986 und 1990) bekam es Kalusha ebenfalls als Spieler zu tun.

Mit einer niederländischen Trainerlizenz in der Tasche und im Bewusstsein des Erfolges, den er jüngst in Mexiko feierte, als er es schaffte, nach 50 Jahren Zweitklassigkeit mit Vera Cruz den Aufstieg in die erste mexikanische Division zu feiern, ist das Fussball-Idol Sambias davon überzeugt, sein Land dorthin führen zu können, wo es noch nie gewesen ist - zu einer FIFA Weltpokal™-Endrunde.

"Trainer zu sein ist viel leichter als ich dachte", erklärt er. "Ich habe immer gerne über Taktik mit Trainern diskutiert. Und da ich unter sechs oder sieben der bekanntesten Trainer der Welt arbeiten konnte, habe ich eine hervorragende Ausbildung genossen. "Es gibt jedoch nicht einen bestimmten Stil, den ich nachahmen möchte. Vielmehr versuche ich, mir das Beste von allen zu Nutze zu machen."

Nachdem seine ersten Gehversuche als Trainer in der mexikanischen Liga so überaus erfolgreich waren, lag es auf der Hand, dass der "Große Kalu" erste Wahl sein würde, als es darum ging, wieder einen Hoffnungsträger für die Mannschaft des Fussball verrückten Sambias zu finden, dass sich Anfang 2004 nicht für den Afrikanischen Nationen-Pokal in Tunesien qualifizieren konnte, was die Entlassung von Patrick Phiri nach sich zog.

"Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit, die wir gerade leisten, um den Fussball Sambias wieder zu alter Stärke zurückzuführen. Seit 2000 waren wir auf dem absteigenden Ast. Dieses Jahr haben wir nicht einmal die Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal geschafft. Jetzt möchten wir eine Mannschaft um junge einheimische Spieler herum aufbauen, die durch im Ausland tätige Spieler verstärkt werden. Vielleicht haben wir nicht die beste Liga oder die besten Möglichkeiten im Land, aber wir sind durchaus in der Lage, 14 oder 15 sehr gute Spieler zu finden. Im Vergleich zu Mali oder Senegal fehlt es unseren Spielern natürlich noch an Erfahrung, aber sie besitzen die Stärke und das Selbstvertrauen, das man braucht. Vielleicht kommt die nächste Weltmeisterschaft noch etwas zu früh, aber spätestens 2010 sollte man von diesen Spielern eine Menge erwarten."

Sambias Stars von morgen werden Torhüter Kalililo Kakonje, Billy Mwanza, Spielführer Mishek Lungu, der "in jedem Team in Europa spielen könnte", der fleißige Mittelfeldspieler Isaac Chansa sowie Jacob Mulenga im Sturm sein, "der in jeder Saison für 30 Tore gut ist."

"Es hat schon andere erfolgreiche afrikanische Mannschaften gegeben: Marokko, Kamerun, Nigeria. Warum nicht wir?" fragte der Trainer. "Ich habe meinen Spielern gesagt, dass wir mit Opferbereitschaft und harter Arbeit alle diese Mannschaften schlagen können."

Der wortgewandte Kalusha ist jedoch noch nicht fertig. "Wenn einige afrikanische Teams etwas mannschaftsdienlicher spielen würden, könnten sie jede Mannschaft auf der Welt schlagen. Auf dem Gebiet der Taktik haben wir noch einiges nachzuholen. Die afrikanischen Stärken sind die Begeisterung, die Freude am Spiel - das ist etwas, was wir nie außer Acht lassen sollten.

Wir pflegen in Sambia unser eigenes typisches Passspiel und sind als Team stark. Wenn ich mir unsere heutige Mannschaft ansehe, glaube ich, dass wir über die Fähigkeiten verfügen, es zur Weltmeisterschaft zu schaffen."