Die Fans des saudiarabischen Fussballs fiebern dem Startschuss für die Saison 2009/10 entgegen: Den amtierenden Meister Al Ittihad Jeddah erwartet bei seinem Projekt Titelverteidigung ein harter Konkurrenzkampf.

Die gefährlichsten Herausforderer für Al Ittihad stammen allesamt aus der Hauptstadt: Al Nasr, Al Shabab und Al Hilal würden den Titel nur zu gerne wieder nach Riyadh holen. Vor allem letztgenannter Klub wird besonders motiviert sein, denn in der vergangenen Saison wurde Al Hilal erst am letzten Spieltag von Al Ittihad auf die Plätze verwiesen. Doch auch der Lokalrivale Al Ahli aus Jeddah wird sein Bestes geben, um das Team um Trainer Gabriel Calderon im neuen Jahr zu entthronen.

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Der Meister
Nachdem der erfahrene Coach Gabriel Calderon seine Schützlinge im vergangenen Jahr zu Meisterehren führte, kann es für den Argentinier kaum ein anderes Ziel als die Titelverteidigung geben. Zu diesem Zweck hat Al Ittihad seinen Kader weiter verstärkt: der Tunesier Amine Chermiti kommt auf Leihbasis vom Bundesligisten Hertha BSC Berlin, der Argentinier Luciano Leguizamon von Arsenal de Sarandi. Dieses Duo wird die Offensivabteilung des Titelverteidigers verstärken, die in dem Marokkaner Hisham Aboucherouane, der in der entscheidenden letzten Partie der vergangenen Saison den Siegtreffer erzielte, bereits einen Topstürmer besitzt.

Als Teil der Vorbereitung für die kommende Spielzeit absolvierte Al Ittihad ein Trainingslager in Spanien, wo das Team beim Peace Cup im vergangenen Monat gegen Real Madrid und Liga de Quito aus Ecuador spielte.

Die Herausforderer
Die wohl größte Bedrohung für Al Ittihad in dieser kommenden Spielzeit ist Al Hilal, die sich für ihre eigene Entthronung postwendend revanchieren möchten. Um den Titel wieder nach Riyadh holen zu können, verpflichtete der Hauptstadtklub keinen Geringeren als den belgischen Übungsleiter Eric Gerets, der die letzten zwei Jahre bei Olympique Marseille in der Ligue 1 tätig war. Der Kader wurde mit dem koreanischen Verteidiger Lee Young-Pyo von Borussia Dortmund verstärkt, und auch der Brasilianer Thiago Neves kehrt nach einer Saison auf Leihbasis bei Fluminense zurück nach Saudiarabien. Weitere gute Nachrichten sind, dass der schwedische Flügelspieler Christian Wilhelmsson sowie der rumänische Mittelfeldakteur Mirel Radoi gehalten werden konnten und die Verpflichtung von Issa El Mehiani gelang, der bisher für den Ligakonkurrenten Al Wehda stürmte.

Ein weiterer Titelanwärter kommt ebenfalls aus der Hauptstadt: Al Shabab gehört zu den großen Klubs aus Riyadh und war in den letzten Jahren stets unter den Favoriten, das Team gewann außerdem die ersten zwei Auflagen des 2007 eingeführten Saudi Champions Cup. Seit Juli 2009 wird die Mannschaft vom portugiesischen Trainer Jaime Pacheco betreut und konnte drei spektakuläre Verpflichtungen melden: von Ägyptens Traditionsklub Al Ahly kommt der Angolaner Flavio Amado, das Mittelfeld wird durch den Australier Adam Griffiths verstärkt und von Al Hilal konnte der libysche Spielmacher Tarek Al Tayeb abgeworben werden. Darüber hinaus verfügt Al Shabab über eine soliden Stamm von einheimischen Spielern, die das Rückgrat der Mannschaft bilden.

Die Außenseiter
Al Nasr mag seit der Saison 1994/95 keine Meisterschaft mehr gefeiert haben, doch die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit weisen darauf hin, dass der Klub erneut einen Angriff auf den wichtigsten nationalen Titel starten möchte. Der neue Mann an der Seitenlinie ist der Uruguayer Jorge Da Silva, und auch der Kader wurde prominent verstärkt: der Argentinier Victor Figueroa, der bereits während der Saisonvorbereitung in Barcelona beeindrucken konnte, sowie der südkoreanische Flügelspieler Lee Chun-Soo von den Chunnam Dragons wechseln zu Al Nasr. Die wichtigsten einheimischen Neuzugänge sind der erfahrene Nationalspieler Hussein Abdel-Ghani sowie Stürmer Mohammad Al Sahlawi von Al Qadisiya.

Interessante Spieler
In der vergangenen Saison gelang es gleich mehreren Fussballern, in der höchsten saudiarabischen Spielklasse auf sich aufmerksam zu machen. Trotz der zahlreichen Neuzugänge, die ebenfalls durch gute Leistungen glänzen werden wollen, könnten diese Akteure in der kommenden Spielzeit zu herausragenden Figuren avancieren. Vor allem von Al Ittihads Stürmer Hisham Aboucherouane, der neben Nassir Al Shamrani von Al Shabab Torschützenkönig wurde, werden erneut Heldentaten wie in der vergangenen Saison erwartet.

Die Fans von Al Hilal wiederum hoffen darauf, dass ihr Torjäger Yasser Al Qahtani wieder zu der Form zurückfindet, die ihm vor zwei Jahren die Auszeichnung zu Asiens Fussballer des Jahres einbrachte. Auf Mohammad Al Sahlawi ruhen wiederum die Hoffnungen von Al Nasr, doch auch in seinen bereits genannten Sturmpartner Lee Chun-Soo werden große Erwartungen gesetzt.

Ihre Meinung zählt
Kann einer der Hauptstadtklubs Al Hilal, Al Shabab und Al Nasr den amtierenden Meister Al Ittihad stürzen oder werden Gabriel Calderons Schützlinge den zweiten Titel in Folge erringen?