Vielleicht interessiert es Lionel Messi nicht, dass er einen Rekord nach dem anderen bricht, aber er tut es dennoch. La Pulga (der Floh) hat ein weiteres Kapitel der argentinischen Fussballgeschichte neu geschrieben, indem er Gabriel Batistuta in der ewigen Liste als Rekordtorschützen der Nationalmannschaft abgelöst hat.

Nach seinem Traumtor gegen die USA im Halbfinale der Copa América Centenario, einem hervorragend ausgeführten Freistoß, der Mitte der ersten Halbzeit am linken Pfosten einschlug, hat er nun insgesamt 55 Treffer auf dem Konto und bricht damit den bisherigen Rekord von Batigol (54). Die Albiceleste setzte sich deutlich mit 4:0 gegen den Gastgeber durch und zog zum zweiten Mal in Folge ins Finale des Wettbewerbs ein.

"Ich freue mich sehr, möchte mich aber auch bei meinen Teamkameraden bedanken, bei all denen, mit denen ich in letzter Zeit zusammengespielt habe. Diesen Rekord habe ich auch ihnen zu verdanken", so Messi kurz nach dem Schlusspfiff der Begegnung in Houston, wo mehr als 70.000 Zuschauer das Privileg hatten, das Erreichen dieses neuen Meilensteins live mitzuerleben. Lio lieferte in dieser Partie außerdem noch zwei Vorlagen ab.

Argentinien will am nächsten Sonntag, 26. Juni, in East Rutherford (New Jersey) seit 1993 zum ersten Mal wieder den Titel gewinnen. Gegner ist der Sieger des zweiten Halbfinales zwischen Chile und Kolumbien. Für den Mann mit der Rückennummer zehn bietet sich hier eine ideale Gelegenheit, sein Torkonto weiter aufzufüllen.

Zahlen und Details
Messi erzielte seinen ersten Treffer im Nationaltrikot am 1. März 2006 anlässlich eines Freundschaftsspiels gegen Kroatien in Basel (Schweiz). Es war sein sechstes Länderspiel. Insgesamt brauchte er 112 Begegnungen, um den Rekord von Batistuta zu brechen und kommt damit auf durchschnittlich 0,49 Treffer pro Spiel. Bati brauchte hingegen nur 77 Länderspieleinsätze zum Erreichen seiner Rekordmarke und bringt es daher mit durchschnittlich 0,7 pro Partie auf einen besseren Wert.

Allerdings sicherte sich Messi den Rekord drei Tage vor seinem 29. Geburtstag und ist damit fast vier Jahre jünger als Batistuta bei seinem letzten Länderspieltor.

Kommen wir zu der Frage, wie Messi die Tore erzielt hat. La Pulga erzielte 50 Treffer mit links – davon elf per Elfmeter und fünf per Freistoß – drei mit rechts und zwei per Kopf. Nach dem Tor, mit dem er den neuen Rekord aufgestellt hat, gehören die USA zu den Ländern, in denen Messi die meisten Treffer erzielen konnte. In Argentinien bringt er es auf dieselbe Anzahl.

Dennoch hatte er zuvor noch kein einziges Mal gegen die USA getroffen. Insgesamt brachte Messi die Kugel gegen 27 Rivalen im Netz unter. Außerdem kann er sechs Doppelpacks und vier Hattricks für sich verbuchen, den letzten davon erzielte er bei der aktuellen Copa América Centenario gegen Panama.

Messi hat im kontinentalen Wettbewerb jetzt insgesamt acht Treffer auf dem Konto. Außerdem erzielte er 26 in internationalen Freundschaftsspielen, 16 in der WM-Qualifikation und fünf bei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™. In der Statistik dieses Wettbewerbs hat der legendäre Batistuta mit zehn WM-Toren noch immer die Nase vorn.

Auf Titeljagd
Und was sagt Batigol selbst zum unvermeidlichen Fallen seiner Rekordmarke? Im April äußerte er sich in der Sendung Líbero des argentinischen Fernsehsenders TyC Sports folgendermaßen: "Ich bin damals fast ohne es zu merken Rekordtorschütze geworden. Ganz unbeabsichtigt, denn das war nie mein Ziel, ich war nicht davon besessen. Statistiken waren mir immer egal."

"Wenn Leo mir jetzt den Rekord abknöpft…wird das allerdings schon ein bisschen wehtun [lacht]…Aber schließlich nimmt ihn mir nicht irgendjemand ab, kein normaler Mensch, sondern ein Wesen von einem anderen Stern. Das beruhigt mich etwas", fügte Batistuta hinzu, der sein letztes Länderspiel bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ Korea/Japan 2002 gegen Schweden bestritt und mit seinem Team ausschied.

Doch Bati hat etwas erreicht, was Messi sich schon seit langem vergeblich wünscht: Titelgewinne mit der argentinischen A-Nationalmannschaft. Er gewann die Copa América 1991 und 1993 sowie den FIFA Konföderationen-Pokal 1992. La Pulga musste hingegen drei Finalniederlagen hinnehmen, und zwar bei der Copa América 2007 und 2015 sowie bei der WM 2014, wo er als bester Spieler des Turniers mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet wurde, sich aber nicht wirklich darüber freuen konnte.

Wird sich das Blatt nun endlich wenden? "Unser ursprüngliches Ziel war es, wieder ins Finale einzuziehen. Das haben wir geschafft. Wir haben unsere Sache vom ersten Tag an sehr gut gemacht und stehen verdient im Endspiel. Hoffentlich geht uns der Titel diesmal nicht durch die Lappen. Wir alle träumen davon, dass es endlich klappt. Wir haben es verdient, weil wir all die Jahre hart gearbeitet haben", so Messi abschließend.