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Governance

Spanischer Fussballverband und FC Barcelona bestraft

(FIFA.com)
A general view  of Camp Nou
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Pressemitteilung

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Die FIFA-Disziplinarkommission hat den spanischen Fussballverband (RFEF) und den spanischen Verein FC Barcelona für Verstöße im Zusammenhang mit dem internationalen Transfer und der Registrierung von Spielern unter 18 Jahren bestraft.

Den Sanktionen gingen Ermittlungen zuerst der FIFA Transfer Matching System GmbH (FIFA TMS) im letzten Jahr und danach der FIFA-Disziplinarkommission im Rahmen des eingeleiteten Disziplinarverfahrens voraus. Der RFEF und der FC Barcelona wurden des Verstoßes gegen mehrere Bestimmungen betreffend den internationalen Transfer und die Erstregistrierung nicht spanischer Minderjähriger beim Verein sowie gegen andere maßgebende Vorschriften zur Registrierung und Teilnahme bestimmter Spieler an nationalen Wettbewerben für schuldig befunden. Die Ermittlungen betrafen mehrere minderjährige Spieler, die über verschiedene Zeiträume zwischen 2009 und 2013 beim Verein registriert waren und mit diesem an Wettbewerben teilnahmen.

Wichtigste Bestimmung zum Schutz Minderjähriger im Zusammenhang mit internationalen Transfers ist Art. 19 des Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern ("Reglement"), wonach ein Spieler nur international transferiert werden darf, wenn er mindestens 18 Jahre alt ist. Der gleiche Artikel sieht unter ganz bestimmten Voraussetzungen aber drei Ausnahmen vor, die nach Prüfung allein vom Ausschuss der Kommission für den Status von Spielern bewilligt werden können.

Die Diszplinarkommission hielt in dieser Hinsicht fest, dass der Schutz Minderjähriger im Zusammenhang mit internationalen Transfers ein wichtiges soziales und rechtliches Anliegen sei, das alle Anspruchsgruppen im Fussball betreffe. Die Kommission betonte insbesondere, dass internationale Transfers für die sportliche Karriere eines jungen Spielers in bestimmten Fällen zwar förderlich sein könnten, aber den besten Interessen des Spielers als Minderjährigen zuwiderlaufen würden. Die Kommission folgerte daraus, dass das Interesse am Schutz der angemessenen und gesunden Entwicklung eines Minderjährigen über den rein sportlichen Interessen stehe.

Die Disziplinarkommission betonte zudem, dass die FIFA den Schutz Minderjähriger im Fussball sehr ernst nehme. Der Schutz Minderjähriger ist einer der Grundsätze der Vereinbarung, die die FIFA, die UEFA und die Europäische Kommission 2001 getroffen haben. Die Disziplinarkommission stellte fest, dass junge Spieler in einem fremden Land ohne angemessenen Schutz Opfer von Ausbeutung und Missbrauch werden könnten. Aus diesem Grund ist der Schutz Minderjähriger im Fussball durch die Sportdachverbände, insbesondere die FIFA, noch wichtiger.

Im vorliegenden Fall wurde der FC Barcelona der Verletzung von Art. 19 des Reglements bei zehn minderjährigen Spielern für schuldig befunden, ebenso mehrerer weiterer konkurrierender Vergehen im Zusammenhang mit anderen Spielern, u. a. betreffend Anhang 2 des Reglements.

Die Diszplinarkommission erachtete die Vergehen als schwerwiegend und verhängte gegen den Verein ein nationales und internationales Transferverbot für zwei volle aufeinanderfolgende Transferperioden und eine Geldstrafe von CHF 450.000. Der Verein wurde zudem angewiesen, die Situation aller fraglichen minderjährigen Spieler binnen 90 Tagen zu legalisieren.

Auch der RFEF wurde von der Disziplinarkommission des Verstoßes gegen Art. 19 des Reglements und weitere Bestimmungen betreffend den Transfer und die Erstregistrierung bestimmter minderjähriger Spieler für schuldig befunden. Der RFEF wurde folglich mit einer Geldstrafe von CHF 500.000 belegt und angewiesen, innerhalb eines Jahres sein Regelwerk und das bestehende System bezüglich des internationalen Transfers von Minderjährigen im Fussball zu legalisieren.

Der RFEF und der Verein erhielten gemäß Art. 14 des FIFA-Disziplinarreglements zudem einen Verweis.

Das webgestützte Transferabgleichungssystem (TMS) ist seit Oktober 2010 bei allen internationalen Transfers von männlichen Berufsspielern im Rahmen des Elferfussballs zwingend anzuwenden. Schon seit 2009 müssen alle Gesuche um Erstregistrierung eines Minderjährigen oder den internationalen Transfer eines Minderjährigen gemäß Art. 19 des Reglements über das TMS abgewickelt werden.

FIFA TMS, 2007 als FIFA-Tochtergesellschaft gegründet, hat 2010 ein Kontrollprogramm eingeführt, um sicherzustellen, dass alle internationalen Transfers von Berufsspielern gemäß Reglement über das TMS abgewickelt werden, und die Integrität des Verhaltens der Vereine und Verbände sowie der Daten im TMS zu überwachen. Verstöße gegen das Reglement, insbesondere gegen die Anhänge 2 und 3, werden angezeigt und untersucht sowie gegebenenfalls an die FIFA-Diszplinarkommission zur Beurteilung und Entscheidung überwiesen. FIFA TMS überwacht das Transfergeschäft mit selbst entwickelter Marktinformation, externen Ressourcen und Hinweisen von den FIFA-Abteilungen für den Status von Spielern und Governance sowie Disziplinarwesen und Verwaltung.

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