In Reaktion auf zahlreiche Medienberichte und Nachfragen hat die Untersuchungskammer der FIFA-Ethikkommission nachfolgende Stellungnahme abgegeben.

"Laut Artikel 36 des FIFA-Ethikreglements ist es uns untersagt, Details zu laufenden Verfahren zu veröffentlichen. Die Berichte und Nachfragen weisen jedoch darauf hin, dass es Klärungsbedarf hinsichtlich bestimmter allgemeiner Informationen gibt.

Es wurde öffentlich bekannt gemacht, dass die Untersuchungskammer weiterhin mit der Untersuchung des Vergabeverfahrens für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften 2018™ und 2022 befasst ist. Die Mitglieder der Untersuchungskammer beabsichtigen, Gespräche mit Vertretern aller Bewerberteams zu führen, die sich um die Ausrichtung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018™ oder 2022 bemüht haben, und Informationen von diesen anzufordern. Wenn wir um ein Treffen mit Mitgliedern eines bestimmten Bewerberteams ersuchen, bedeutet dies daher nicht, dass von diesem Team oder gegen dieses Team oder damit in Verbindung stehende Personen konkrete Vorwürfe erhoben wurden.

Entsprechend der Artikel 65 und 66 des FIFA-Ethikreglements führt Michael J. Garcia, der Vorsitzende der Untersuchungskammer, das Verfahren als Untersuchungsführer. Um das Aufkommen möglicher Interessenskonflikte zu vermeiden, leitet jedoch der unabhängige stellvertretende Vorsitzende der Untersuchungskammer, Cornel Borbely, das Bemühen in Bezug auf die Bewerbungen der Vereinigten Staaten und Russlands.

Es ist nicht unsere Aufgabe, den Austragungsort oder den Zeitplan für die Weltmeisterschaft festzulegen. Unsere Aufgabe in dieser und jeder anderen Angelegenheit besteht darin, potenzielle Verstöße gegen das FIFA-Ethikreglement durch Fussballfunktionäre zu untersuchen. Wir werden sämtliche Vorwürfe und Anhaltspunkte berücksichtigen, die auf solche Verstöße hindeuten und fordern jeden, der über potenziell relevante Informationen verfügt, dazu auf, uns jetzt zu kontaktieren. Wir betonen, dass das FIFA-Ethikreglement unter entsprechenden Umständen den Schutz der Anonymität gewährleistet.

Wie bei jedem Fall, werden wir alle Mittel für die Untersuchung einsetzen, die uns im Rahmen des FIFA-Ethikreglements zur Verfügung stehen. Zu diesen Mitteln gehört auch die Befugnis, Disziplinarmaßnahmen gegen jeden einzuleiten, der seiner Kooperationsverpflichtung in dieser Untersuchung nicht nachkommt. Am Ende werden wir der rechtsprechenden Kammer einen Abschlussbericht vorlegen. Dieser Bericht enthält nicht nur Ergebnisse und Empfehlungen, sondern dokumentiert auch die einzelnen Schritte der Untersuchung, einschließlich der von uns angeforderten Informationen und Materialien und der Reaktionen, die wir darauf erhalten haben.

Die Untersuchung wird sich voraussichtlich zumindest noch einige Monate in das Jahr 2014 erstrecken."