Fussball-Verwaltung

Minderjährige im Fokus der FIFA

(FIFA.com)
A sign of the football's world governing body FIFA
© AFP

Die Fussballvereine in mehr als 100 Ländern haben bis Ende August Zeit, um ihren Kader für die nächste Saison zusammenzustellen. Dann endet die aktuelle Transferperiode.

Bei der jüngsten FIFA U-17-Weltmeisterschaft in Mexiko erregten zahlreiche Talente das Interesse von Fans, Vereinen sowie Medien und zwangsläufig wurden einige der "Stars" dieses Turniers mit gut dotierten Transfers in Verbindung gebracht.

Jeder Spieler unter 18 Jahren wird von der FIFA als "Minderjähriger" eingestuft und die Transfers von Minderjährigen liegen der FIFA nun bereits seit über einem Jahrzehnt sehr am Herzen. Der Fussballsport, in dem es neben Prestige auch um viel Geld geht, erlebte zuletzt eine Reihe von Fällen von skrupellosem Verhalten.

Daher versuchte die FIFA, ihre entsprechenden Bestimmungen kontinuierlich zu verschärfen. Mittlerweile muss sich jeder Verein, der ein Nachwuchstalent verpflichten will, einem strengen, systematischen Prüfprozess unterziehen.

Internationale Transfers von Profispielern können seit 1. Oktober 2010 nur noch unter Verwendung des computerbasierten Transfer-Abgleichungssystems der FIFA (Transfer Matching System, TMS) durchgeführt werden (für weitere Informationen klicken Sie bitte auf den Link auf der rechten Seite). Bereits seit 1. Oktober 2009 verwaltet die Anwendung jede erstmalige Registrierung eines ausländischen Minderjährigen sowie alle internationalen Transfers, die einer Genehmigung der FIFA bedürfen. In Abhängigkeit des jeweiligen Falles ist der entsprechende Fussballverband verpflichtet, bestimmte Dokumente einzureichen.

Diese Dokumente (zum Beispiel ein Aufenthaltsnachweis des Spielers und der Eltern des Spielers oder die Dokumentation über die schulische und fussballerische Ausbildung) werden anschließend von einem Komitee der FIFA-Kommission für den Status von Spielern geprüft, um festzustellen, ob eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird oder nicht.

Mark Goddard, Geschäftsführer des FIFA TMS, sagte im Gespräch mit FIFA.com: "Wir haben nun ein jahrelanges, umfassendes globales Bildungsprogramm mit allen Mitgliedsverbänden in Angriff genommen. Bisher haben sich über 4.600 Fussballvereine registriert, die dieses System benutzen."

"Wenn die Verbände nicht rechtzeitig die richtigen Dokumente einreichen, bedeutet dies, dass der Prozess viel länger dauert, und dadurch wird die Gefahr größer, dass ein Verein die Transferfrist versäumen könnte."

Seit der verpflichtenden Einführung wurden beim TMS 1.992 Anträge für Minderjährige eingebracht. 331 davon wurden abgelehnt. Für Jungen und Mädchen, Profis und Amateure wird dasselbe Verfahren angewandt, womit sichergestellt wird, dass die FIFA allen Minderjährigen denselben Schutz bietet.

Nach dem Eingang der Dokumente über das TMS müssen die entsprechenden Verbände diese gesamte Dokumentation prüfen und bestätigen. Anschließend beschäftigt sich die Kommission für den Status von Spielern mit dem Antrag. Erst wenn der Antrag genehmigt wurde, kann der minderjährige Spieler registriert und seine Freigabe im System beantragt werden (mittels TMS, wenn es sich um einen männlichen Profi-Spieler handelt).

Angesichts dieser festgelegten Prüfverfahren muss sich ein zuvor zwar regulierter, jedoch relativ wenig überwachter Markt ändern und anpassen. Doch kann das System auch umgangen werden und haben diese Maßnahmen eine spürbare Auswirkung?

"Es gibt nun ein strenges System, um die Transfers von Minderjährigen, die von den Verbänden im TMS registriert werden, zu überwachen", sagte Goddard. "Nun gilt es, die Minderjährigen zu identifizieren, die unter Umgehung des TMS und der entsprechenden Bestimmungen transferiert werden. Das Integritäts- und Konformitäts-Team des FIFA TMS arbeitet zurzeit an Möglichkeiten der Datenüberwachung, einschließlich des Datenaustauschs mit externen Partnern, um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen und den Schutz von gefährdeten jungen Spielern zu erweitern."

Hinsichtlich der Fortschritte der letzten zehn Jahre meint Marco Villiger, Direktor der Rechtsabteilung der FIFA: "Der FIFA gelang mit der Einführung des TMS ein großer Schritt nach vorne. Mit diesem webbasiertem System sind wir in der Lage, die Einhaltung des FIFA-Reglements sicherzustellen. Es freut mich, dass alle beteiligten Parteien von den Vorteilen überzeugt werden konnten und sich nun gemeinsam mit der FIFA für Transparenz im Transfersystem einsetzen. Auch über die erfolgreiche Einführungsphase hinaus werden wir die Schulungen fortsetzen und zusehends versuchen, jene, die gegen das FIFA-Reglement verstoßen, zu sanktionieren."

Alle verwandten Dokumente

Empfohlene Artikel