Am Mittwoch stehen gleich drei Turnierfavoriten vor der Herausforderung ihres ersten K.-o- Spiels nach der Gruppenphase. Brasilien, Spanien und Portugal wollen dabei den Sprung ins Viertelfinale schaffen.

FIFA.com blickt voraus auf die drei Partien, in denen Iran, Kasachstan beziehungsweise Costa Rica als Außenseiter auf Überraschungen sinnen.

Das Spiel des Tages
Spanien – Kasachstan, Medellin, 17:30 Uhr (Ortszeit)

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten bei der UEFA Futsal EURO 2016 ist gerade einmal sieben Monate her. Doch dieses Mal unterscheiden sich die Rahmenbedingungen sehr deutlich. Denn beim damaligen 5:3-Sieg Spaniens fehlten auf beiden Seiten mehrere Topspieler. Spanien musste während des gesamten Turniers ohne die Verletzten Fernandao, Aicardo und Lozano auskommen, die nun alle drei wieder dabei sind. Aicardo und Lozano trugen in Kolumbien gemeinsam drei Tore zum 4:3-Sieg gegen Marokko bei. Kasachstan spielte im damaligen Halbfinale ohne den gesperrten Torhüter Higuita, der gewöhnlich eine Schlüsselrolle im Team einnimmt. Man darf sich also auf eine Partie auf einem ganz anderen Niveau freuen.

Die anderen Spiele
Iran kam im letzten Gruppenspiel in Medellin nicht über ein Unentschieden gegen Aserbaidschan hinaus und zahlt dafür nun einen hohen Preis: Der Achtelfinalgegner der Asiaten ist Turnierfavorit Brasilien. Die Iraner haben mehr als doppelt so viele Gegentore kassiert wie die Brasilianer, und sie haben nur ein Drittel der Tore der Seleção erzielt. Entsprechend geringe Chancen werden den Asiaten eingeräumt. Zudem wird sich der neu gekrönte WM-Rekordtorschütze Falcao in Reihen der Südamerikaner jetzt voll und ganz darauf konzentrieren, nach seinem persönlichen Rekord nun auch den Titel zu holen. Diese Aussicht macht die Lage für Iran sicher nicht leichter.

Costa Rica steht gegen die ebenfalls als Favoriten gehandelten Portugiesen vor einer ähnlich schweren Aufgabe. Die Mittelamerikaner stehen erstmals in der K.-o.-Runde einer FIFA Futsal-Weltmeisterschaft. Dass in den Reihen des Gegners mit Ricardinho ein Spieler steht, der allein in seinen letzten zwei Partien neun Treffer erzielte, dürfte jedem Team kalten Angstschweiß auf die Stirn treiben. Doch die Ticos haben mit dem 2:2 gegen Argentinien im letzten Spiel in Gruppe E durchaus bewiesen, dass sie auch vermeintlich stärkeren Teams auf dem Spielfeld das Leben sehr schwer machen können. Leichter als dieses Spiel wird die Aufgabe gegen die Portugiesen allerdings ganz bestimmt nicht.

Der Spieler im Fokus
Tiago Brito (Portugal)

In den letzten Partien Portugals wurde vor allem Ricardinho mit Lob überhäuft, und dies auch völlig zu Recht. Doch darüber sollte man keinesfalls Tiago Britto vergessen. Zwar hat er bislang noch kein Tor erzielt, doch der Pivot-Spieler von Sporting Braga gibt den Rhythmus des Teams vor und hat bereits vier Treffer vorbereitet. Sein Einfluss auf das Spiel der Portugiesen kann kaum hoch genug bewertet werden. Sollte Costa Rica den Fehler machen, sich einzig auf Ricardinho zu konzentrieren, wird Tiago Britto die sich ihm bietenden Räume gnadenlos ausnutzen.

Die Zahl des Tages
29 –
Brasilien hat in der Gruppenphase zehn Tore mehr als alle anderen Mannschaften erzielt. Dabei kamen neun verschiedene Spieler zum Torerfolg. Eine so hohe Zahl kann einzig Russland vorweisen. Allein im letzten Gruppenspiel trugen sich bei Brasilien acht und bei Russland sieben Spieler in die Torschützenliste ein.

Das Zitat
"Wir waren bisher mannschaftlich noch nicht sehr gut. Wir haben unsere Taktik nicht so gut umgesetzt, wie wir es eigentlich könnten. Genau das ist aber normalerweise unsere größte Stärke. Jetzt aber müssen wir uns auf Kasachstan konzentrieren. Das kann ein ziemlich kniffliges Spiel werden."
Lozano (Spanien)

Der Spielplan
Brasilien – Iran (Coliseo Bicentenario, Bucaramanga, 17:30 Uhr)
Spanien – Kasachstan (Coliseo Ivan de Bedout, Medellin, 17:30 Uhr)
Portugal – Costa Rica (Coliseo el Pueblo, Cali, 20:00 Uhr)

(Alle Zeitangaben in Ortszeit)