DER TAGESRÜCKBLICK – In ganz Kolumbien wurden heute am "Día del Amor y la Amistad" (Tag der Liebe und der Freundschaft) Rosen verteilt, die Teams bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Kolumbien 2016 wollten aber lieber die Tickets für das Achtelfinale.

Brasilien hatte seinen Fahrschein für die nächste Runde schon sicher, holte sich dennoch den dritten Sieg im dritten Spiel und hatte wenig Probleme mit Mosambik. Da die Fans in Cali jedoch Freunde der Außenseiter sind, feierten sie die Tore der Afrikaner, die heute ihren letzten Auftritt in Kolumbien hatten, überaus lautstark. Noch lauter wurde es nur für Falcão, der weiter an seiner Legende arbeitete.

Im anderen Spiel in Gruppe D sicherte sich die Ukraine gegen Australien den Sieg und damit den Einzug ins Achtelfinale. Die Futsalroos müssen nun bis zum morgigen Tag warten, um zu erfahren, ob sie in der nächsten Runde auch dabei sein werden.

In Gruppe C bewies Paraguay große Moral. Nachdem die Albirroja gegen Guatemala früh mit zwei Toren hinten lag, starteten die Spieler eine Aufholjagd und belohnten sich mit den drei Punkten, gleichbedeutend mit dem Achtelfinale. Guatemala dahingegen muss trotz starkem Kampf die Heimreise antreten. Im zweiten Spiel konnte Vietnam Italien zwar nicht bezwingen, darf als Gruppendritter aber ebenfalls schon sicher für das Achtelfinale planen.

Das größte Geschenk bekam Ägypten im Hotel auf dem Sofa überreicht, denn durch diese Ergebnisse steht bereits fest, dass die Nordafrikaner die Runde der letzten 16 als einer der besten Gruppendritten erreichen. FIFA.com fasst zusammen, was heute sonst noch passierte.

Die Ergebnisse
Gruppe C
Guatemala - Paraguay 4:8 
Italien - Vietnam 2:0

Gruppe D
Brasilien - Mosambik 15:3
Australien - Ukraine 1:3

Die besonderen Momente
Falcão liebt Futsal – Futsal liebt Falcão
Nachdem die Partie im Coliseo el Pueblo Abgepfiffen war, stand Falcão ganz alleine im Mittelkreis und genoss die Ovationen zu seinen Ehren. Mit drei Treffern am heutigen Tag erhöhte er sein WM-Torkonto auf 45 und stellte damit einen neuen Rekord auf. Die bisherige Bestmarke hatte sein Landsmann Manoel Tobias inne, der auf der Weltbühne 43 Mal traf. Von diesem Moment wollten natürlich alle eine Erinnerung und so schossen Fans und Mosambiks Spieler Selfies mit Brasiliens Nummer 12. Das wohl beste Souvenir sicherte sich Carlao, der das Schweißband vom Rekordmann bekam.  

Sterne für den Gegner
Der Italiener Rodolfo Fortino hat heute für seinen Gegenspieler Dinh Thuan Ngo die Sterne vom Himmel geholt. Zumindest hat der Vietnamesische Schlussmann sicherlich kurzzeitig blinkende Punkte gesehen, als er den harten Schuss des Angreifers mit dem Kopf abwehrte und zu Boden sank. Nach kurzer Behandlungspause ging es aber zum Glück wieder weiter für Ngo.

Fans mögen Mut
Beim ersten Gegentor sah Australien Torhüter Angelo Konstantinou nicht besonders gut aus, als ihm das Spielgerät durch die Hosenträger ins Tor kullerte. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, wenig später aus seinem Tor zu eilen, um einen langen Ball abzufangen. Anstatt diesen jedoch ins Aus zu schlagen, ließ er die Kugel erneut durch seine Beine – dieses Mal absichtlich – und ins Toraus rollen. Dem Publikum gefiel das und es spendete regen Applaus.

Die Zahl des Tages
8 - So viele verschiedene Namen trugen sich heute für Brasilien beim Kantersieg über Mosambik in die Torschützenliste ein. Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass das Team nur aus 14 Akteuren besteht und drei davon Torhüter sind. Nachdem Rafael Rato gesperrt war, trafen heute lediglich Dyego und Je nicht.

Die Zitate
"Ich hätte nie gedacht, dass ich in 20 Jahren Futsal mal so viel Angst in einem Spiel haben könnte. Ich habe falsche Entscheidungen getroffen und mich schlecht auf dem Feld bewegt. Ich wollte den Rekord heute unbedingt schaffen und jetzt werden alle einen neuen Falcão sehen."
Falcão (Flügelspieler, Brasilien)

"Wir haben Australien absichtlich ab und zu den Ball überlassen, um sie mit unseren Kontern zu treffen. Da haben wir leider nicht alle Chancen genutzt."
Oleksandr Kosenko (Trainer, Ukraine)

"Wir mussten entscheiden, ob wir riskieren wollten das Spiel zu verlieren oder einfach nur sicher gehen wollten, Dritter zu werden. Wenn wir auf das Unentschieden gedrängt hätten, hätten wir auch alles verlieren können."
Bruno Garcia (Trainer, Vietnam)

"Am Anfang konnten wir nicht mal den Ball stoppen und so haben wir zwei Tore kassiert. Aber sobald wir die Kontrolle über das Spiel bekommen haben, fanden wir auch unseren Rhythmus. Dann wurde es doch noch ein schöner Sieg."
Carlos Chilavert (Trainer, Paraguay)

So geht es weiter
Sonntag, 18.09.2016

Gruppe E
Kasachstan – Salomon-Inseln (16:00 Uhr)
Costa Rica - Argentinien (16:00 Uhr)

Gruppe F
Aserbaidschan – Iran (18:00 Uhr)
Spanien - Marokko (18:00 Uhr)