Am Sonntag krönte sich Costa Rica mit einem 3:2-Sieg über Gastgeber Guatemala zum Futsal-Champion der CONCACAF-Zone. Mit diesem Sieg holte sich Costa Rica nach dem ersten Titel vor zwölf Jahren nun zum zweiten Mal die kontinentale Meisterschaft und beendete die seit neun Spielen andauernde Siegesserie von Guatemala im Hexenkessel des Domo Polideportivo.

Die Niederlage stellt für Guatemala, das die FIFA Futsal-Weltmeisterschaft 2000 veranstaltete und sich zu einer mittelamerikanischen Futsal-Großmacht entwickelt hat, eine große Enttäuschung dar, auch wenn das Team im November gemeinsam mit den Costa-Ricanern zur Futsal-WM nach Thailand fahren wird. Panama und Mexiko, die die Plätze drei und vier belegten, reisen ebenfalls nach Bangkok und komplettieren das CONCACAF-Teilnehmerfeld bei der diesjährigen WM-Endrunde.

Jorge Arias avancierte mit seinen beiden Toren im Endspiel zum Matchwinner der Costa-Ricaner und erreichte mit insgesamt fünf Turniertreffern gemeinsam mit dem Guatemalteken Humberto Escobar den zweiten Platz in der Torschützenliste. Torschützenkönig wurde der Panamaer Miguel Lasso, der nicht weniger als neun Mal über einen Torerfolg jubeln konnte.

Costa Rica war mit einem kaum überzeugenden 4:4-Unentschieden gegen Mexiko ins Turnier gestartet. Es folgten ein 2:1-Erfolg über Kuba und dann ein 7:1-Kantersieg über St. Kitts und Nevis, durch den sich das Team aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Mexiko den Sieg in Gruppe B sicherte.

Im Halbfinale schalteten die Ticos gegen eine starke panamaische Mannschaft noch einen Gang höher und zogen mit einem ungefährdeten 4:1-Erfolg ins Endspiel gegen Gastgeber Guatemala ein, der bis dahin mühelos durchmarschiert war. Die Gastgeber hatten Kanada mit 7:3 abgefertigt, sich dann mit 5:2 gegen Panama durchgesetzt und schließlich noch einen knappen 2:1-Sieg gegen die USA gefeiert, womit sie Platz eins in Gruppe A holten. Im Halbfinale gegen Mexiko machten die Gastgeber dort weiter, wo sie in der Vorrunde aufgehört hatten: Sie feierten einen mühelosen 3:0-Erfolg und komplettierten somit das mit Spannung erwartete rein mittelamerikanische Endspiel.

Zuschauerrekord
Fast 7.000 Zuschauer, die am Sonntag dem Endspiel in Guatemala-City beiwohnten, hatten auf einen Triumph der Heimmannschaft gehofft. Trotz der enttäuschenden Niederlage gegen die Costa-Ricaner, die während des gesamten Turniers ausgewogenen und geduldigen Futsal praktiziert hatten, schrieben die Fans Geschichte. Denn noch nie zuvor gab es bei einem Futsal-Turnier in der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone so viele Zuschauer, was die zunehmende Beliebtheit des Hallenfussballs in der Region eindrucksvoll beweist.

"Es war einfach großartig, dass so viele Menschen im Domo Polideportivo ihre Mannschaft unterstützten. Ihr Verhalten war vorbildlich: Dies beweist, dass man in unserer Region auf ordentliche und sichere Weise größere Turniere veranstalten kann", sagte der Generalsekretär der mittelamerikanischen Fussballunion, Mario Monterrosa, der auch dem Futsal-Komitee der CONCACAF vorsitzt. "Die Fans bei den Partien waren Teil einer erstklassigen Show und sorgten für eine unglaubliche Stimmung."

Mit Costa Rica, Guatemala, Panama und Mexiko ist das 24 Mannschaften umfassende Teilnehmerfeld für die bevorstehende WM-Endrunde in Thailand komplett. Australien, Iran, Japan und Kuwait werden neben Gastgeber Thailand die Vertreter Asiens sein, während Ägypten, Marokko und Libyen den afrikanischen Kontinent repräsentieren. Für Europa gehen die Tschechische Republik, Portugal, Serbien, die Ukraine, Italien, Russland und Spanien an den Start, während die Salomon-Inseln der einzige Vertreter Ozeaniens sind. Die Hoffnungsträger des südamerikanischen Kontinents sind Argentinien, Kolumbien, Titelfavorit Brasilien und Paraguay.

Seit der ersten Auflage der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft im Jahr 1989 konnte noch nie eine Mannschaft der CONCACAF-Zone den Weltmeistertitel holen. Brasilien ist mit vier Titeln Rekordweltmeister; die einzige andere Mannschaft, die bis dato eine WM gewinnen konnte, sind die Spanier, die 2000 und 2004 triumphierten. Für die beste Platzierung einer CONCACAF-Mannschaft bei einer Futsal-Weltmeisterschaft sorgten die USA, die mit Tab Ramos und Peter Vermes den dritten Platz bei der Endrunde 1989 erreichten.