Während Nordafrikas Teams bei der Rasenvariante des Fussballs in den vergangenen Jahren nicht gerade von Glück gesegnet waren, hat diese Region im Futsal ganz klar die Nase vorn. Libyen, Ägypten und Marokko werden den afrikanischen Kontinent bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft 2012 in Thailand vertreten.
 
Die CAF sah sich nach Burkina Fasos Rückzug als Ausrichter nicht in der Lage, die Futsal-Afrikameisterschaft 2011 im üblichen Format auszutragen. Daher wurde über die drei Qualifikationsplätze in einem Turnier mit Heim- und Auswärtspartien entschieden. Leider zogen einige Teams ihre Teilnahme an der Qualifikation zurück, so dass Marokko und Libyen nur zwei Spiele austrugen, Ägypten drei.

Die Pharaonen legten sich im Hinspiel der letzten Paarung gegen Nigeria zu Hause richtig ins Zeug. Die Westafrikaner, die erst in den frühen Morgenstunden des Spieltags in Ägypten angekommen waren, konnten den Schaden zunächst noch begrenzen und lagen zur Halbzeit knapp mit 0:1 zurück. Allerdings kassierten sie im zweiten Durchgang weitere sieben Gegentreffer und unterlagen den Ägyptern am Ende mit 2:8. Dabei konnten Ahmed Yosri und Moataz Sami jeweils einen Hattrick für sich verbuchen, Ahmed Abou-Serie steuerte einen Doppelpack bei. Israel Banigo und Kabiru Olumide erzielten die beiden Treffer für die Gäste, die im Rückspiel gar nicht mehr antraten und ihre Teilnahme am Wettbewerb zurückzogen. Damit hatte Ägypten das Ticket für die Endrunde in der Tasche.

Afrikameister auch in Thailand mit dabei
Libyen, das die Afrikameisterschaft 2008 vor heimischem Publikum gewann, spielte im Hinspiel der Partie gegen Südafrika bereits einen Vier-Tore-Vorsprung heraus. Die Partie wurde in Tunesien ausgetragen. Im Rückspiel gingen die Libyer dann mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause, so dass Südafrika in der zweiten Halbzeit vor einer schier unüberwindbaren Hürde stand. Aber anschließend erzielten die Gastgeber vier Treffer und kämpften sich noch einmal heran. Am Ende legte Libyen dann jedoch noch einen Zahn zu und entschied die Partie mit 6:4 für sich. Das Ergebnis nach Hin- und Rückspiel war damit ein doch recht eindeutiges 10:4.

Libyens spanischer Trainer Pablo Prieto erklärte, es sei ein sehr gutes Spiel gewesen. "Wir hatten mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, insbesondere zu Beginn der zweiten Halbzeit. Aber dann haben wir Abhilfe geschaffen, indem wir unseren Gegner bereits in der eigenen Hälfte angegriffen haben. Ich freue mich sehr über den Sieg und die Qualifikation für die WM-Endrunde in Thailand", erklärte er. Abdulsallam Sharada erzielte einen Hattrick für die Gäste, außerdem konnten sich Mohamed Shebli und Mahame Rajab in die Torschützenliste eintragen. Den letzten Treffer für Libyen erzielte schließlich Torhüter Ramzi, der das südafrikanische Powerplay ausnutzte und ins leere Tor traf.

Südafrikas Trainer Quinton Allies erklärte im Anschluss an die Partie, Libyen habe seine Mannschaft unter Druck gesetzt. "Ich war sehr zufrieden damit, wie wir uns zurück ins Spiel gekämpft haben und nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch mit 4:2 in Führung gegangen sind. Ich hoffe, dass der Futsal in Südafrika dadurch neue Impulse bekommt und wir in der Entwicklung weiter vorankommen", so Allies. Die Tore für Südafrika erzielten Rafique Hassim, der sich gleich drei Mal in die Torschützenliste eintragen konnte, sowie Emmanuel Khetsi.

Marokko komplettiert das CAF-Trio
In Rabat hatte Marokko nach einem 6:2-Erfolg im Hinspiel in Mosambik ebenfalls einen Vier-Tore-Vorsprung zu verzeichnen. Allerdings hätten die Marokkaner sich fast noch die Butter vom Brot nehmen lassen, denn im Rückspiel hatte Mosambik mit 4:1 die Nase vorn. Durch den einen Treffer von Adil Habil lagen die Nordafrikaner nach Hin- und Rückspiel jedoch mit 7:6 vorn und sicherten sich damit einen Startplatz in der Endrunde.

Der Torschütze erklärte, die Spieler seien nicht daran gewöhnt, in der Halle vor so vielen Zuschauern zu spielen. "Wir hatten mit dem Druck zu kämpfen und haben viele Chancen vergeben, weil wir zu unkonzentriert waren." Mannschaftskapitän Yahia Baya fügte hinzu: "Dank unseres Sieges in Maputo sind wir in Thailand zum ersten Mal bei einer WM dabei. Jetzt wird unser Trainer Hicham Dguig uns bei der Vorbereitung und der Korrektur unserer Fehler helfen."