Japan hat dank herausragender Leistungen die AFC Futsal-Meisterschaft 2012 gewonnen. Der Finalsieg der Ostasiaten am Freitag stellte den Höhepunkt eines Turniers mit zahlreichen Überraschungen dar. Eine davon war, dass Iran den Titel nicht verteidigen konnte.

Es war erst das zweite Mal in zwölf Turnierauflagen, dass der Titel nicht an Iran ging, und in beiden Fällen war es Japan, das den Iranern einen Strich durch die Rechnung machte. Japan ist als Titelträger ebenso für die FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Thailand 2012 qualifiziert wie Thailand selbst und daneben auch die beiden weiteren Halbfinalisten und der beste Viertelfinalist.

FIFA.com fasst die Höhen und Tiefen des dramatischen Turniers in den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen.

Ein neuer Titelträger
Dank beeindruckender Leistungen legte Japan den ganzen Weg bis ins Finale ohne größere Probleme zurück. In Gruppe B standen neben dem neuen Meister noch die Teams von Libanon, Chinese Taipei und Tadschikistan. Im Auftaktspiel gegen Libanon lief es noch nicht rund und der Siegtreffer gelang erst sieben Sekunden vor Spielende. Doch danach gerieten die Japaner in keinem Spiel mehr ernsthaft in Gefahr.

Mit einem knappen 1:0-Sieg im Viertelfinale gegen Kirgisistan sicherten sich die Schützlinge von Miguel Rodrigo bereits das Ticket für Thailand 2012. Es folgte ein 3:0-Sieg im Halbfinale gegen Australien und dann der 6:1‑Triumph gegen Thailand im Finale.

Wichtigster Garant für den scheinbar mühelosen Triumph der Japaner war Trainer Rodrigo. Dank seiner perfekten Taktik-Vorgaben präsentierte sich das Team mit einer grundsoliden Verteidigung (Torhüter Hisamitsu Kawahara musste im gesamten Turnier nur fünf Mal hinter sich greifen) und gleichzeitig mit einem enorm effizienten Angriff. Tetsuya Murakami und Kenichiro Kogure zeigten im gesamten Turnierverlauf brillante Kombinationen, doch der größte Beifall gebührt Kapitän Rafael Henmi, der zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde.

Thailand als Geheimfavorit
Thailand erlitt zwar im Finale eine hohe Niederlage, spielte aber ansonsten ein herausragendes Turnier. Der Höhepunkt war der unvergessliche 5:4-Sieg im Halbfinale gegen den zehnfachen Asienmeister Iran. Das enorm kräftezehrende Spiel wird durchaus zu der enttäuschenden Leistung im Endspiel gegen Japan beigetragen haben.

Dabei war Thailand als Gastgeber der bevorstehenden Endrunde bereits mit dem WM-Ticket in der Tasche in den Vereinigten Arabischen Emiraten angetreten. Doch das Team nutzte das Turnier als perfekte Gelegenheit, sich mit den stärksten Konkurrenten aus Asien zu messen.

Die Iraner waren ihrerseits in der Gruppenphase so dominant, dass ein erneuter Titelgewinn geradezu unausweichlich schien. Nach dem 14:1-Auftaktsieg gegen die Republik Korea gab es ein 8:0 gegen Katar und dann ein 9:0 gegen Australien.

Auch im Viertelfinale setzten sich die Iraner, angefeuert von zahlreichen in Dubai lebenden Landsleuten, klar mit 6:3 gegen Usbekistan durch, bevor sie im Halbfinale auf Thailand trafen. Doch die Südostasiaten überraschten den Gegner und zogen selbst ins Endspiel ein. Iran musste sich nach einem 4:0-Erfolg gegen Australien im "kleinen Finale" mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Trotz der zwei klaren Niederlagen gegen Iran durften die Australier mit dem vierten Platz und der damit gelungenen Qualifikation für Thailand 2012 sehr zufrieden sein, nachdem sie das Turnier vor vier Jahren in Brasilien verpasst hatten. Als letztes Team qualifizierte sich auch Kuwait, das im Viertelfinale mit 2:3 gegen Australien die knappste Niederlage kassiert hatte.

Gescheiterte Hoffnungen
Die Libanesen werden versuchen, das Turnier so schnell wie möglich zu vergessen. Die von vielen als stärkstes libanesisches Team aller Zeiten eingeschätzte Mannschaft verlor ihr Auftaktspiel gegen Japan nur knapp, konnte in den folgenden Partien jedoch nicht mehr überzeugen. Nach wenig begeisternden Erfolgen gegen Chinese Taipei und Tadschikistan traf man im Viertelfinale auf Thailand. Nachdem die Libanesen zwischenzeitlich mit zwei Toren in Führung lagen, verloren sie am Ende noch mit 3:5.

Auch Usbekistan enttäuschte. In Gruppe D gab es zum Auftakt ein Unentschieden gegen Kuwait, gefolgt von Siegen gegen die VR China und Indonesien. Aufgrund der Tordifferenz belegte das Team allerdings nur den zweiten Tabellenplatz und musste daher im Viertelfinale gegen die Iraner antreten, die sich klar mit 6:3 durchsetzten.

Statistik
7 –
So viele Tore erzielten die Iraner Hassan Zadeh und Vahid Shamsaee, der Japaner Rafael Henmi und der Thailänder Thueanklang Suphawut. Die Auszeichnung für den besten Torjäger des Turniers ging an Shamsaee, der es zusätzlich noch auf sechs Torvorlagen brachte. Iran landete trotz 44 Turniertreffern und einer Quote von mehr als sieben Treffern pro Spiel "nur" auf dem dritten Platz.

Zitat
"Vor dem Spiel hatte ich gesagt, wir wären Außenseiter. Ich habe meinen Spielern gesagt, was die Fans sagten. Das hat ihnen die nötige Motivation vermittelt. Ich habe ein paar aufmunternde Kommentare wiederholt und auch ein paar sarkastische. Das war genau die richtige Mischung, um den Spielern Selbstvertrauen zu vermitteln und den Willen, ihr spielerisches Niveau zu steigern. Das ist eben der psychologische Aspekt beim Fussball."
Miguel Rodrigo (Trainer, Japan), nach Japans Sieg über Thailand im Finale