Wenn ein Spieler Mitglied der Futsal-Nationalmannschaft ist, zudem der U-23 seines Heimatlandes angehört und ein Angebot des Beach-Soccer-Nationalteams ausgeschlagen hat, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass es sich dabei um ein Ausnahmetalent handelt. Coleman Kabini Makau von den Salomon-Inseln ist außergewöhnlich. FIFA.com sprach exklusiv mit ihm.

"Der Fussball hilft mir, mich der Welt zu präsentieren. Während Künstler malen, Mechaniker Autos reparieren und Sänger Lieder singen, leiste ich meinen Beitrag zur Gesellschaft durch die Liebe zum runden Leder", so das im November 1992 in Lau Lagoon geborene Multi-Talent.

2010: Das Jahr seines Durchbruchs
Nachdem er 2005 dem Makuru Football Club in Honoiara beitrat, führte der Weg Makaus steil nach oben. Er schaffte 2007 den Sprung in die Futsal U-16-Nationalmannschaft und feierte 2010 sein Debüt im A-Team. Im selben Jahr erhielt er eine Einladung der salomonischen Beach-Soccer-Auswahl, die er jedoch ausschlug.

"Das war eine schwere Entscheidung, weil es eine große Ehre war, in beide Kader berufen zu werden. Ich habe mich für Futsal entschieden, weil die Spieler dort in meinem Alter sind und ich mich auch abseits des Feldes gut mit ihnen verstehe", erklärte der Ausnahmekönner.

In diesem Jahr konzentriert sich der 19-Jährige nach der verpassten Olympia-Qualifikation mit der U-23 voll und ganz auf die FIFA Futsal-Weltmeisterschaft in Thailand. Die Jobsuche nach seinem erfolgreichen Schulabschluss ist deshalb erst einmal hinten angestellt.

Voller Optimismus und Vorfreude
"Das wird meine erste WM sein, und ich werde für mein Land das Beste geben. Ich freue mich sehr auf die Erfahrung, die ich sammeln werde, und darauf, von den besten Futsal-Spielern der Welt zu lernen", blickte Makau auf das Turnier, das vom 1. bis 18. November stattfinden wird.

Für die zweite Futsal-WM-Teilnahme in Folge haben sich die Salomon-Inseln einiges vorgenommen. Dabei gilt es vor allem, das Abschneiden 2008 in Brasilien vergessen zu machen, als man nach der Gruppenphase mit vier Niederlagen und 69 Gegentreffern die Heimreise antreten musste.

"Ich schließe mich unserem Kapitän Elliot Ragomo an, der gesagt hat, dass wir 2008 teilgenommen haben, 2012 jedoch erstmals mitspielen werden. Wir sind heute eine andere Mannschaft mit viel mehr Erfahrung. Außerdem hoffe ich, dass wir den Menschen auf der ganzen Welt unser schönes Land etwas näher bringen können. Auf diese Weise werden wir zu Botschaftern der Salomon-Inseln", ließ Makau im Hinblick auf das weltweite Kräftemessen in Bangkok und Nakhon Ratchasima verlauten.

Über die WM zum Futsal-Profi
Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet die Mannschaft von Trainer Dickson Kadau akribisch sowie hart und setzt dabei auch auf fremde Hilfe. Anfang März weilte Venancio López, Trainer des Vize-Weltmeisters Spanien, für vier Tage bei den Kurukuru, um sie taktisch und technisch zu schulen.

"Natürlich fahren sie nicht dorthin [nach Thailand], um Weltmeister zu werden. Sie können jedoch durchaus für die eine oder andere Überraschung sorgen", lobte der erfahrene Coach Makau und seine Teamkollegen.

Falls dies den Salomon-Inseln tatsächlich gelingen sollte, könnte vielleicht auch der nächste große Traum der Nachwuchshoffnung Wirklichkeit werden. "Ich wünsche mir sehr, dass ich eines Tages in einem professionellen Futsal-Verein in Spanien oder Thailand spielen werde", verriet Makau.

Mit seinen 19 Jahren steht ihm die Welt offen. Grenzen kannte Makau bislang nicht. Seine Vielseitigkeit sucht sondersgleichen und ein Ende des Höhenfluges ist bislang nicht in Sicht. So scheint der Traum des Botschafters und Ausnahmetalents der Salomon-Inseln keineswegs unerreichbar.