Schon weit vor der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Thailand 2012, die vom 1. bis 18. November in Bangkok und Nakhon Ratchasima stattfindet, wurde der erste Rekord auf dem Weg zum weltweiten Kräftemessen bereits gebrochen. Noch nie zuvor haben so viele Länder wie in diesem Jahr versucht, sich für die Endrunde zu qualifizieren.

"Die Tatsache, dass 115 der 208 FIFA-Mitgliedsverbände versuchen, sich für die FIFA Futsal-Weltmeisterschaft 2012 zu qualifizieren, zeigt, wie populär dieses Hallen-Format auf der ganzen Welt ist. Das ist ein neuer Rekord. Aber diese Statistik ist keine Überraschung, da die Entwicklungsabteilung der FIFA in den vergangenen Jahren viel Arbeit in den Futsal gesteckt hat", erklärte Jaime Yarza, Senior Manager Futsal, Beach-Soccer und internationale Spiele bei der FIFA, gegenüber FIFA.com.

Neulinge aus vier Konföderationen
16 Teams aus vier Konföderationen haben dieses Jahr erstmals an der Qualifikation zur Futsal-WM teilgenommen. Während Bahrain, die Mongolei, Myanmar, Palästina, Saudiarabien und Syrien aus Asien bereits die Segel streichen mussten, haben die Vereinigten Arabischen Emirate bei der AFC Futsal-Meisterschaft (25. Mai bis 1. Juni) ihr Schicksal selbst in der Hand.

Norwegen erreichte etwas überraschend die finalen Playoffs in Europa, trifft dort jedoch in Hin- und Rückspiel auf Italien, das klarer Favorit im Duell mit den Skandinaviern ist. Die erste Partie in Storjdals endete am Mittwochabend standesgemäß mit 5:0 für die Azzurri. Die zweite Begegnung findet am 11. April in Conversano statt. Die Schweiz und San Marino scheiterten indes in der Qualifikation für die Playoffs.

St. Kitts und Nevis profitierte in der CONCACAF-Zone als Neuling vom Rückzug einiger anderer Nationen und hat noch alle Chancen, sich ein WM-Ticket zu sichern. Vom 2. bis 8. Juli treffen in Guatemala acht Teams aus der Konföderation aufeinander, um die vier Startplätze in Thailand auszuspielen.

Auch aus Afrika könnte es einige neue Gesichter beim Showdown im November geben. Mit Gabun, Guinea, Guinea-Bisseau und Sudan träumt ein Quartett den WM-Traum. Zwischen dem 6. und 8. April startet die CAF-Zone in die erste Runde der diesjährigen Qualifikation.

Die FIFA hat im vergangenen Jahr weltweit 35 Trainer- und Schiedsrichter-Kurse veranstaltet, um den Futsal zu fördern.

Jaime Yarza (Senior Manager Futsal, Beach-Soccer und internationale Spiele bei der FIFA)

Die Gründe für den weltweiten Aufschwung des Futsal liegen laut Yarza auf der Hand. "57 Prozent der Mitgliedsverbände tragen regelmäßig Futsal-Wettbewerbe für Männer aus. Die Hälfte aller Mitgliedsverbände verfügt mittlerweile über eine Futsal-Abteilung oder ein Futsal-Komitee. Zudem hat die FIFA im vergangenen Jahr weltweit 35 Trainer- und Schiedsrichter-Kurse veranstaltet, um den Futsal zu fördern", sagte er im Gespräch mit FIFA.com.

Die Entwicklung der WM-Qualifikation gibt Yarza in allen Belangen recht. 1992 nahmen nur 23 Länder an der WM-Qualifikation teil. Doch die Zahlen stiegen seitdem stetig. 1996 wollten 49 Nationen zum weltweiten Kräftemessen, vier Jahre später waren es bereits 64. 2004 lockte die Endrunde 86 Mitgliedsverbände der FIFA in die Qualifikation, während vor vier Jahren 98 Mannschaften versuchten, nach Brasilien zu kommen.

Viele der spanischen Fussball-Weltmeister und brasilianische Stars wie Ronaldo, Ronaldinho oder Juninho haben in ihrer Jugend Futsal gespielt.

Jaime Yarza (Senior Manager Futsal, Beach-Soccer und internationale Spiele bei der FIFA)

Auf der anderen Seite zahlt sich Kontinuität aus. 18 Länder waren bislang in jeder Futsal-WM-Qualifikation vertreten, darunter auch Brasilien und Spanien, die alle WM-Titel unter sich ausmachen konnten. Und gerade diese beiden Länder profitieren auch im Rasenfussball von den Errungenschaften im Futsal, wie Yarza abschließend erläuterte.

"Viele der spanischen Fussball-Weltmeister und brasilianische Stars wie Ronaldo, Ronaldinho oder Juninho haben in ihrer Jugend Futsal gespielt. Viele Länder realisieren jetzt, wie wichtig es sein kann, die technischen Fähigkeiten junger Spieler zu verfeinern."