Den Spitznamen Ronaldinho des Futsal zu tragen, birgt möglicherweise ein gewisses Maß an Verantwortung. Doch dies scheint den Costa-Ricaner Diego Zuniga im Vorfeld der Auftaktpartie der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft 2012 am 1. November in Bangkok gegen Gastgeber Thailand nicht im Geringsten zu beunruhigen.

Die Geschichte begann im Mai dieses Jahres, als der talentierte 22-Jährige in einem Vorbereitungsspiel auf das Turnier gegen Brasilien ein fantastisches Tor erzielte. Das Video des Kunstschusses Zunigas, bei dem er den linken Fuß hinter dem rechten Bein kreuzte und abschloss, ging dank des Internets um die ganze Welt. Es sorgte nicht nur für allgemeine Bewunderung, sondern auch für den erwähnten Vergleich mit Ronaldinho, der zudem das größte Idol des Costa-Ricaners ist.

"Ich glaube nicht, dass das eine so große Sache ist! Es stimmt schon, dass es für mich niemals wieder jemanden wie ihn geben wird und ich versuche, einige seiner Bewegungen zu imitieren. Aber ich denke, dass er einiges mehr erreicht hat als ich", erklärte Zuniga heiter gegenüber FIFA.com. "Ich hätte nie gedacht, dass jenes Tor so viel Widerhall finden würde. Für mich war es etwas Besonderes, weil ich es gegen den Weltmeister erzielte, aber das war es auch schon. Was danach kam, war zu viel", stellte der langhaarige Mittelamerikaner klar.

Der WM-Traum lebt
Zuniga begann im Alter von neun Jahren mit dem Futsal, nachdem ihn seine Freunde, die begeistert von seiner Geschicklichkeit waren, davon überzeugten, vom Rasen in die Halle zu wechseln. "Auch wenn ich einige gute Probetrainings bei Fussballmannschaften hatte, gefiel mir dieses schnelle Spiel auf engem Raum schon immer besser. Das andere war nichts für mich", sagte Zuniga, der neben seiner sportlichen Tätigkeit für das Abitur lernt und einem Job in einem Bekleidungsgeschäft nachgeht.

Sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte er 2008 im Alter von gerade einmal 18 Jahren. Seitdem gehört er bei den Ticos zu den Stammkräften, und 2012 gewannen sie überraschend die CONCACAF Futsal-Meisterschaft. "Für mich war es keine Überraschung", entgegnete Zuniga schnell. "Auch wenn unser oberstes Ziel bei diesem Turnier die Qualifikation für die WM war, hatten wir schon immer diese Siegermentalität. Das ist eine der größten Stärken des Teams", kündigte der Spieler mit der Nummer zwölf an.

Zuniga steuerte einen Treffer zu diesem Erfolg bei, den er im Finale gegen Gastgeber Guatemala erzielte. "Diese Erfahrung, den Turniersieg gegen den Gastgeber erreicht zu haben, wird uns auch in der Partie gegen Thailand nützlich sein.  Denn abgesehen von der Motivation, die ein Debüt bei einem so wichtigen Turnier gegen die Hausherren bedeutet, wissen wir auch, wie hoch der Druck für sie sein kann", analysierte er.

"Wir sind bereit", kündigte Zuniga zum Abschluss an. "In der Vorbereitung konnten wir noch an einigen Feinheiten in der Verteidigung und den offensiven Spielzügen arbeiten. Unser Ziel ist es, mindestens eine Runde weiterzukommen, und wenn wir das erreichen – wer weiß? Wenn wir es nicht schaffen, waren die anderen besser. Wir werden auf jeden Fall alles geben."