Die Dominanz der brasilianischen Nationalmannschaft bei FIFA Futsal-Weltmeisterschaften ist überwältigend. Seit dem Premieren-Erfolg 1989 gewannen die Südamerikaner drei weitere WM-Titel. Einzig der spanischen Auswahl gelang es in den Jahren 2000 und 2004, die Siegesserie der Seleção zu unterbrechen. Letztmals kam es 2008 zum Duell der beiden Ausnahme-Teams. Im Endspiel in Rio de Janeiro sicherte sich der Gastgeber um Superstar Falcao nach einem Sechsmeter-Krimi die WM-Trophäe.

Favoriten-Duo hat Konkurrenz im Auge
Auch bei der siebten Auflage der Futsal-WM, die vom 1. bis 18. November 2012 in Thailand stattfinden wird, gelten die bislang einzigen Turniersieger als Top-Favoriten. Allerdings stolperte Brasilien in der Südamerika-Qualifikation und erreichte hinter Argentinien und Paraguay nur den dritten Platz.

Dem Selbstbewusstsein der Zuckerhut-Zauberer hat dieser Dämpfer allerdings kaum geschadet. "Mit den hohen Erwartungen, die in Brasilien herrschen, überwog natürlich die Enttäuschung über unser Abschneiden. Aber Brasilien ist eines der besten, wenn nicht sogar das beste Land in der Ausbildung von Spielern", erklärte Brasiliens Trainer Marcos Sorato gegenüber FIFA.com.

Indes hat Spanien mehr als sieben Jahren keines seiner Spiele verloren. Nach zwei WM- und fünf EM-Titeln seit 2000 soll nun der nächste Coup glücken. Routinier Kike verliert allerdings nicht die Gegner aus dem Auge. "Mit Blick auf die Vergangenheit gehören Brasilien und Spanien sicher zu den Top-Favoriten. Daneben gibt es aber Teams, die schwer zu schlagen sein werden. Russland ist sicher eines der stärksten Teams, aber auch mit Italien, Portugal, Argentinien und Japan ist zu rechnen", sagte er im FIFA.com-Interview.

Auch Falcao geht davon aus, dass das Teilnehmerfeld sehr ausgeglichen sein wird, wie er FIFA.com verriet. "Brasilien und Spanien sind sicher ganz vorne mit dabei. Das Halbfinale dürften beide schaffen. Ein Geheimtipp ist sicher Russland, das hat alles, um Weltmeister zu werden. Aber auch der Iran, Portugal und Paraguay könnten für Überraschungen sorgen."

Teilnehmerfeld rückt enger zusammen
Ausruhen können sich Brasilien und Spanien nicht, das hat die jüngste Vergangenheit gezeigt. Allen voran Argentinien und Paraguay werden versuchen, an die Leistungen aus der CONMEBOL-Qualifikation anzuknüpfen. Auch die Konkurrenz aus Europa hat aufgeholt. Russland, Italien und Portugal werden den Worten von Kike und Falcao Taten folgen lassen wollen.

Asiens Schwergewicht Iran, das zehnmal die AFC-Meisterschaft gewinnen konnte, und der frischgebackene AFC-Champion Japan dürften ebenfalls ein Wörtchen um den Titel mitreden. Ein Beweis dafür: Dem Kontinentalmeister gelang vergangene Woche ein bemerkenswertes Remis (3:3) gegen den amtierenden Weltmeister.

Aus Afrika wird vor allem Ägypten, das seit 1996 bei allen WM-Endrunden dabei war, einiges zugetraut, da man auf kontinentaler Ebene das Aushängeschild ist. Neuling Marokko und Rückkehrer Libyen werden sich ebenso wie Australien und Kuwait aus Asien kleinere Ziele setzen und die Gruppenphase überstehen wollen.

Alte Bekannte und neue Gesichter
Die CONCACAF-Zone wird von einem vielversprechenden Quartett vertreten. Der kontinentale Champion Costa Rica kehrt nach zwölfjähriger Abwesenheit auf die Weltbühne zurück, während Guatemala zum dritten Mal am weltweiten Kräftemessen teilnimmt. Mexiko und Panama haben erstmals das WM-Ticket gelöst und betreten somit Neuland.

Die Ukraine (WM-Vierter 1996) und die Tschechische Republik (EM-Dritter 2010) haben ihre Klasse bereits unter Beweis gestellt, während Serbien und Kolumbien zeigen müssen, ob sie bei ihrem ersten Auftritt auf WM-Terrain überzeugen können.

Ozeanien-Meister Salomon-Inseln hat nach der herben Enttäuschung bei der Auflage von 2008 große Fortschritte gemacht und wurde vor kurzem sogar von Spaniens Nationaltrainer Venancio Lopez lobend erwähnt. Komplettiert wird das Teilnehmerfeld von Gastgeber Thailand. Nach dem zweiten Platz beim kontinentalen Kräftemessen im Mai ist man guter Dinge und hat sich als Minimalziel das Viertelfinale gesetzt.

Die Hoffnung bei allen 24 Nationen ist groß. Der Traum von einem erfolgreichen Auftritt in Thailand lebt. Und auch wenn hinter den Ergebnissen noch Fragezeichen stehen, so steht eines bereits fest: Die Futsal-Fans werden ein außergewöhnliches Spektakel mit vielen Toren, hohem Tempo und außergewöhnlichen Tricks erleben.