Vic Hermans hat in seiner mehr als 30 Jahre andauernden Karriere in der Welt des Futsal viel erreicht. Nun führt der Niederländer die Auswahl von Gastgeber Thailand als Trainer in die bevorstehende FIFA Futsal-Weltmeisterschaft 2012.

Große Karriere
Als Spieler gewann Hermans fünf Mal die niederländische Meisterschaft und brachte es auf 50 Länderspiele. Zum Abschluss seiner 23-jährigen Laufbahn als Aktiver wurde er bei der ersten FIFA Futsal-WM 1989 in den Niederlanden mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet.

Danach begann er seine zweite Karriere an der Seitenlinie. Bei der WM 1992 betreute Hermans das Team von Hongkong und vier Jahre später die Auswahl Malaysias. 2001 führte er den Iran zur Teilnahme an der AFC Futsal-Meisterschaft.

Seit März 2012 ist Hermans nun Trainer der Futsal-Nationalmannschaft Thailands. Angesichts seiner bisherigen Erfolgsbilanz ist der Coach zuversichtlich, dass sein Team beim Turnier im kommenden Monat Geschichte schreiben kann.

Hohe Ambitionen
"Als ich zum ersten Mal mit den Spielern und dem Stab zusammenkam, habe ich sie gefragt, was sie erreichen wollen", erzählte der 59-Jährige gegenüber FIFA.com. "Die Antworten waren eindeutig: Sie wollten das AFF-Turnier des ASEAN-Fussballverbandes und die AFC Futsal-Meisterschaft gewinnen und bei der WM mindestens das Viertelfinale erreichen."

Bei der WM im eigenen Land unter die besten acht Teams zu kommen, scheint ein sehr hoch gestecktes Ziel zu sein, denn Thailand hat bei seinen Teilnahmen an den letzten drei FIFA Futsal-WM-Endrunden noch nie die Gruppenphase überstanden. Dies hat außer dem Iran noch keine asiatische Nation geschafft.

Doch Hermans vertraut auf seine Schützlinge. Und er hat auch guten Grund dazu. Schließlich hat sein Team das erste der oben genannten Ziele erreicht und im April das Turnier mit zehn Teilnehmer-Nationen gewonnen. Und bei der AFC Futsal-Meisterschaft stießen die Thailänder erneut bis ins Finale vor, das sie allerdings gegen Japan verloren.

Getanktes Selbstvertrauen
Auf dem Weg dorthin schalteten sie im Halbfinale keinen Geringeren als den Iran mit 5:4 aus. Es war der erste Sieg Thailands gegen die führende asiatische Futsal-Nation bei einer Kontinental-Meisterschaft. Hermans denkt noch immer gern an diesen Erfolg zurück.

"Dieser Sieg hat unsere Moral enorm gesteigert", so der Coach. "Unsere Spieler haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Nach dem Sieg gegen Libanon im Viertelfinale herrschte im Team die Überzeugung, dass wir jeden Gegner besiegen können, auch Japan im Finale, das wir aber leider verloren haben. Ich hoffe, dass diese Erfahrungen den Spielern in Bezug auf die WM ein gesundes Selbstvertrauen verschafft haben."

Lob für Thueanklang
Besonders auffällig agierte bei den jüngsten Erfolgen Stürmer Suphawut Thueanklang, der allein gegen den Iran drei Tore erzielte und das Turnier mit insgesamt sieben Treffern als einer der Torschützenkönige abschloss.

"Er ist einfach ein brillanter Spieler", lobt Hermans den 23-Jährigen. "Ich wundere mich, dass er nicht in Europa spielt. Die WM im eigenen Land ist für ihn und für unsere anderen Spieler eine großartige Gelegenheit, ihr Können vor den Augen der Welt zu demonstrieren."

Positiv denken
Hermans ist es langsam aber sicher gelungen, dem Team immer mehr Selbstvertrauen einzuimpfen. Selbst eine 0:8-Niederlage gegen Weltmeister Spanien im August konnte der Moral der Spieler nichts anhaben.

"Meine Jungs waren einfach überwältigt, weil sie gegen die absoluten Topstars der Welt gespielt haben", so Hermans' Erklärung. "Aber sie haben sich schnell daran gewöhnt und das zweite Spiel nur noch mit 4:6 verloren. Wenn man selbstbewusst und positiv denkt, dann kann man besser spielen."

"Für Überraschung sorgen"
Thailand bestreitet bei der dritten FIFA Futsal-WM in Asien sein Eröffnungsspiel am 1. November gegen Costa Rica. Danach geht es gegen die Ukraine, die zu den europäischen Spitzenmannschaften zählt. Im letzten Gruppenspiel wartet dann Paraguay, eines der stärksten Teams aus Südamerika.

"Wir erwarten bei der WM keinesfalls leichte Spiele", so Hermans. "Alle unsere Konkurrenten sind sehr stark. Wir werden uns jeweils voll und ganz auf das nächste Spiel konzentrieren. Wenn Thailand mit gesundem Selbstvertrauen spielt, dann kann das Team bei dieser WM für eine Überraschung sorgen. Und das Vertrauen auf die eigene Stärke ist wichtig für die Zukunft des thailändischen Futsal im eigenen Land und auch auf asiatischer Ebene."