FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Brasilien 2008

FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Brasilien 2008

30 September - 19 Oktober

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Brasiliens Futsal-Stars setzen sich die Krone auf

Players of Brazil celebrate after winning the FIFA Futsal World Cup 2008
© Foto-net

Als der Kapitän der Seleção, Vinicius, zur Mittagszeit des 19. Oktober 2008 die WM-Trophäe in die Höhe stemmte, hatte man die Mission erfüllt: Der Futsal-Weltmeister heißt zum vierten Mal in der Geschichte des Turniers Brasilien.

Es war ein beeindruckendes Turnier, das die Mannschaft von Trainer Paulo de Oliveira im eigenen Land gespielt hat. Von Beginn an dominierte das Star-Ensemble vom Zuckerhut die Konkurrenz. In der ersten und zweiten Gruppenphase gewann man alle sieben Spiele und wies am Ende eine Tordifferenz von 58:4 Treffern auf. Auch im Halbfinale gegen Russland bestimmten Falcão und Co. das Spielgeschehen und ließen zu keinem Zeitpunkt Zweifel daran aufkommen, wer in das Endspiel einziehen würde. Erst im Finale, als man auf den ewigen Rivalen und Titelverteidiger Spanien traf, konnte der WM-Gastgeber erstmals nicht in der regulären Spielzeit gewinnen, setzte sich dann aber vor den begeisterten Fans im Maracanazinho zu Rio de Janeiro im Sechsmeterschießen durch.

Auszeichnungen für Brasilien - Respekt für Spanien
Wie stark der neue Weltmeister wirklich war, spiegelt sich auch in den Statistiken und den individuellen Ehrungen wider. Die besten drei Akteure des weltweiten Vergleichs kommen mit Falcão, Schumacher und Tiago aus Brasilien. Zudem sicherten sich der Superstar und sein Teamkollege Lenísio den silbernen und bronzenen Schuh von adidas für den zweit- und drittbesten Torschützen des Turniers. Mit Tiago kommt zudem der beste Torwart aus dem Gastgeberland.

Auch dem Vize-Weltmeister Spanien gebührt großer Respekt, war die Mannschaft von Trainer Venancio Lopez doch das einzige Team, das Brasilien Paroli bieten konnte. Nach zwei WM-Titeln in Folge blieb den Iberern um die Altstars Javi Rodriguez, Kike und Marcelo dieses Mal der zweite Platz, nachdem man das Sechsmeterschießen im Endspiel mit 3:4 verlor. Als fairstes Team der WM durfte Kapitän Rodriguez wenigstens eine Trophäe entgegennehmen.

Positive Entwicklungen bei Iran und Russland
Die Nationalmannschaften Irans und Russlands sind die positivsten Überraschungen des Turniers. Der Asien-Meister verpasste nur aufgrund eines fehlenden Treffers das Halbfinale und musste Italien den Vortritt lassen. Kapitän Vahid Shamsaee war der auffälligste Akteur der Asier und gehört nach Ansicht der Technical Study Group der FIFA zu den zehn besten Spielern. Auch sein Teamkollege, Torhüter Mostafa Nazari, machte auf sich aufmerksam und avancierte zum zweitbesten Keeper der WM.

Russland entwickelte sich unter Trainer Oleg Ivanov zu einem echten Klasse-Team. Im Halbfinale unterlagen die Osteuropäer zwar Brasilien und verloren auch das Spiel um den dritten Platz gegen Italien, jedoch zeigten die Mannen um Torschützenkönig Pula und dem stark aufspielenden Vladislav Shayakhmetov, dass man als Team zu den Besten der Welt gehört. Bei der nächsten WM in vier Jahren ist einiges von der jungen Mannschaft zu erwarten.

Kontinuität trifft auf neue Sterne am Futsal-Himmel
Italien, Vize-Weltmeister 2004 und Zweiter der Europameisterschaft 2007, gehörte einmal mehr zu den Großen Vier. Erst im Halbfinale scheiterte man in der letzten Sekunde der Verlängerung am europäischen Rivalen Spanien. Der 37-jährige Torhüter Alexandre Feller, Kapitän Grana und Adriano Foglia waren die auffälligsten Akteure der Squadra Azzurra.

Auf der anderen Seite gingen auch neue Sterne am Futsal-Himmel auf. Die Ukraine beispielsweise setzte sich in einer Gruppe gegen Argentinien, Afrika-Vizemeister Ägypten und CONCACAF-Champion Guatemala durch. Und auch wenn die Mittelamerikaner sich nicht für die zweite Gruppenphase qualifizieren konnten, machte die Mannschaft von Trainer Carlos Estrada eine enorm positive Entwicklung durch.

Enttäuschung und gute AnsätzeNicht allzu positiv werden Portugal und Argentinien die WM in Erinnerung behalten. Die Europäer schieden bereits nach der ersten Gruppenphase aus und konnten an frühere Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften nicht anknüpfen. Auch die Gauchos dürften mit dem Verpassen des Halbfinals nicht zufrieden sein. Man hatte sich mehr vorgenommen, nachdem man 2004 in Chinese Taipei auf dem vierten Platz landete.

Einige gute Ansätze zeigten andere WM-Teilnehmer. Die Tschechische Republik, Libyen, Thailand und Kuba hatten ihre Glanzmomente, müssen aber in Zukunft weiter hart an sich arbeiten, um mit der Weltspitze konkurrieren zu können.

Teilnehmer:
Ägypten, Argentinien, Brasilien, China VR, Guatemala, Iran, Italien, Japan, Kuba, Libyen, Paraguay, Portugal, Russland, Salomon-Inseln, Spanien, Thailand, Tschechische Republik, Ukraine, Uruguay, USA

Die Abschlusstabelle:
1. Brasilien (Gold)
2. Spanien (Silber)
3. Italien (Bronze)
4. Russland

Fair Play-Preis:Spanien

Stadien und Spielorte:
Nilson Nelson (Brasilia), Maracanazinho (Rio de Janeiro)

Tore insgesamt:387 (Im Durchschnitt fielen 6,91 Treffer pro Partie)

Beste Torschützen:
16 Tore: Pula (RUS)
15 Tore: Falcão (BRA)
11 Tore: Lenísio (BRA)

Gesamtzuschauerzahl:292.161

Durchschnittliche Zuschauerzahl:5.217

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K.-o.-Runde

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