FIFA eWorld Cup

Brandon Smith und Richard Buckley - Aus einem Hobby wurde eine Karriere

(FIFA.com)
Brandon Smith and Richard Buckley
© Getty Images
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  • "Wir möchten das Gesicht von FIFA eSports werden."
  • Der Weg zum FIFA eSports Kommentator, Tipps und einen Ausblick auf die Global Series 2019
  • Brandon Smith und Richard Buckley im Interview mit fifa.com

Seit ihrem erstmaligen Auftritt beim FIFA Ultimate Team Championship Finale in Berlin 2017, haben sich Brandon Smith und Richard Buckley in der FIFA eSports Szene etabliert und zahlreiche Turniere, unter anderem das FIWC Grand Final 2017 und das FIFA eWorld Cup Grand Final 2018, kommentiert.

Wir haben uns mit den beiden über ihren Weg in die FIFA eSports Szene und über die Global Series 2019 unterhalten.

FIFA.com: Wie seid ihr zum FIFA eSports gekommen?

Brandon: Richard und ich studieren an der gleiche Universität und belegen auch die gleichen Kurse. Nach einigen Wochen an der Uni wurde ich gefragt, ob ich auf Twitch eine FIFA Online-Liga kommentieren könnte. Meistens haben nur 3-10 Leute eingeschaltet, aber das war eine sehr wertvolle, erste Erfahrung. Die Saison ging 12 Monate lang und nach der Hälfte konnte ich die Spiele - 3 Stunden am Stück - alleine nicht mehr kommentieren und habe deswegen Richard gefragt, ob er mich unterstützen könnte. Es hat von Anfang an gepasst und durch unseren Erfolg beim Commentators Cup konnten wir beim FUT Championship Finale in Berlin teilnehmen. Und etwas mehr als ein Jahr später durften wir live im The O2 kommentieren.

Richard: Nach dem Event in Berlin wurden wir gefragt, ob wir einer der Regional Finals des FIWC in München kommentieren möchten. Dort haben wir insgesamt 4-5 Tage kommentiert, was eine großartige Erfahrung war und uns gezeigt hat, dass wir auch weiterhin kommentieren möchten und können.

FIFA.com: Wie war die Erfahrung beim FUT Championship Finale 2017 in Berlin - eurem ersten Event?

Richard: Klingt möglicherweise etwas kitschig - aber die ganzen bekannten Gesichter wie ’SpencerFC’, Jimmy Conrad und Co. live zu sehen war beeindruckend. Wir waren dort nicht um Bilder zu machen, sondern wirklich um zu arbeiten und ich glaube wir haben einen guten Eindruck hinterlassen.

Brandon: Ich war davor schon bei einigen FIFA eSports Turnieren vor Ort und habe mich immer gefragt, wie ich Teil dieser Turniere werden könnte. Nach Berlin haben wir so viele Nachrichten und unglaublich gutes Feedback bekommen.

FIFA.com: Wie hat der FIFA eWorld Cup und FIFA eSports euer Leben verändert?

Brandon: Anfangs waren wir absolut unbekannt, mittlerweile genießen wir sehr viel Anerkennung in der Community und sprechen mit vielen Medien wie BBC, Sky Sports etc.. Wir versuchen das Gesicht für FIFA eSports zu sein. Für mich persönlich ist das Reisen auch ein Privileg - Ob die FeWC Regional Finals in Qatar und Los Angeles oder die zahlreichen Städte in Europa der letztjährigen Global Series und den Grand Finals - aus einem Hobby wurde eine mögliche Karriere.

Richard: Ich sehe das auch nicht als klassischen Job. Ich spiele selber EA Sports FIFA seit 12-14 Jahren und die Möglichkeit unser Hobby zum Beruf machen, versuchen wir bestmöglich für die Zukunft zu nutzen.

FIFA.com: Hattet ihr von Anfang an Unterstützung von euren Familien und Freunden?

Brandon: Meine Eltern haben mich immer sehr unterstützt. Letzten Monat fragte mich mein Vater „Was möchtest du nach der Uni machen? Wie willst du dein Geld verdienen?“ Und ich antworte „Ich werde das (FIFA eSports) machen, Dad.“. Vor allem nachdem sie das Event in London gesehen haben, verstehen Sie, wie groß das alles ist.

Richard: Meine Familie hat mich auch immer unterstützt aber oft hört man auch kritische Stimmen von Anderen. Aber spätestens nachdem sie gehört haben, dass das Finale auf Sky übertragen wurde, 29 Millionen Zuschauer online zugeschaut haben und 250,000 USD Preisgeld für den Gewinner ausgeschrieben sind, beginnen sich die Leute dafür zu interessieren.

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FIFA.com: Wenn ihr euer erstes Event in Berlin mit dem Finale dieses Jahr vergleicht - wir würdet ihr den Unterschied beschreiben? Werdet ihr überhaupt noch nervös wenn ihr kommentiert?

Brandon: Sobald wir unsere Kopfhörer auf haben ist es, wie als ob wir ein kleines Turnier kommentieren werden, wir fokussieren uns ganz auf das Spiel. Man denkt nicht darüber nach, dass Millionen von Leute dir zuhören. Wir schauen aber auch immer auf unsere Anfänge, wie in Berlin, zurück und versuchen uns immer zu verbessern. Das Rückspiel des diesjährigen Final Showdown zu kommentieren war etwas ganz spezielles für uns.

Richard: In Berlin waren wir noch relativ nervös und ich noch sehr leise und zurückhaltend, jetzt - 14 Monate später - haben wir deutlich mehr Selbstvertrauen und wir bekommen alle Informationen, die wir brauchen. Das ist auch ein weiterer Tipp: Man sollte sich so gut wie möglich vorbereiten.

FIFA.com: Welchen Tipp würdet ihr jemanden geben der ebenfalls FIFA Kommentator werden möchte?

Brandon: Kommentiere so viel wie möglich, auch über schon aufgezeichnete Spiele - Erfahrung, Kontakte in der Community und sich sich in der Szene bekannt machen sind entscheidend - und letztendlich dann die Möglichkeiten ergreifen und nutzen.

Richard: Leute fragen uns auch, warum wir nicht andere eSports Spiele kommentieren. Man muss sich einem Spiel verpflichten und wir haben uns voll und ganz FIFA verpflichtet. Deswegen rate ich allen, bei dem Spiel zu bleiben, das sie selber am meisten fasziniert, da sich dies auch in der Qualität des Kommentars niederschlägt.

FIFA.com: Auf was freut ihr euch am meisten für nächste Saison?

Brandon: Auf mehr Turniere und auch mehr Ligen, Fußballclubs die hoffentlich nächstes Jahr Teil der Szene werden. Wir haben viele Dinge auf unserer Wunsch-Liste aber eigentlich hoffen wir nur, dass es in die gleiche Richtung wie letztes Jahr weiter geht.

Richard: Da kann ich mich nur anschließen. 2019 könnte das Jahr werden, in dem mehr und mehr Teams und eSports Organisationen FIFA eSports für sich entdecken. Schalke, Manchester City, Rom und Co. haben den Schritt ja schon gemacht.

FIFA.com: Wer könnte der neue Star in 2019 werden?

Richard: Möglicherweise Adam Ryan. Er ist 17 Jahre alt und schon in den Top 50 bei Gfinity und hat auch schon beim Gothia eCup teilgenommen. Dieses Jahr könnte seine Break-Out Saison werden.

Brandon: Ich freue mich vor allem auf neue Gesichter und bin gespannt wie sich bekannte Spieler verbessern können oder wer sogar aufhört FIFA zu spielen. 

Richard: Es könnte auch ein besonderes Jahr für Spieler sein, die letzte Saison nicht auf ihrem besten Level gespielt haben. Ich denke da z.B. an Rockyy, Timox, Shellz oder auch Tass.

FIFA.com: Was habt ihr persönlich für nächste Saison geplant?

Brandon: Auf jeden Fall möglichst viele FIFA eSports Inhalte. Mit unseren Serien „Life of a pro“, unserem Podcast und vielen Vlogs von den Events.

Richard: Ich werde viel livestreamen und mich zusätzlich darauf fokussieren, möglichst viel rund um die Global Series 2019 zu veröffentlichen.

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