FIFA Interactive World Cup 2014

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Ronaldo: "Ich kann kaum einen Unterschied erkennen"

© FIFA.com

"Ich hätte liebend gern bei dieser WM mitgespielt. Aber ich habe sie wohl um zehn Jahre und ein paar Kilos verpasst", scherzte der brasilianische Ex-Star Ronaldo, genannt O Fenômeno, mit einem breiten Grinsen.

Der dreifache FIFA-Weltfussballer des Jahres (1992, 1997 und 2002) sprach auf dem weltbekannten Zuckerhut in Rio de Janeiro mit FIFA.com. Draußen konnte man einen perfekten brasilianischen Nachmittag mit strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und ruhigem Meer genießen. Im Veranstaltungssaal hingegen herrschte hitziges Treiben. Ronaldo war wie alle anderen hierher gekommen, um das Halbfinale und das Finale des FIFA Interactive World Cup 2014 mitzuerleben, dem virtuellen Pendant zur realen FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Brasilien.

"Wir erleben hier einen ganz einzigartigen Moment. Das ist wirklich spektakulär. Alle genießen und feiern den Fussball, lernen unsere Städte und unsere Kultur kennen und genießen. Und zudem können wir auch noch unglaubliche Spiele anschauen", so Ronaldo über die Ausrichtung der WM in seinem Heimatland.

Genies am Werk
"Ich kann kaum einen Unterschied erkennen", sagte Ronaldo zum Vergleich zwischen realem und virtuellem Fussball. "Bei der Entwicklung dieses Videospiels müssen Genies am Werke gewesen sein. Man sieht, dass sie von uns lernen, von den Spielern auf dem Spielfeld. Also müssen wir auf dem realen Spielfeld noch besser werden, damit auch das Videospiel noch besser werden kann."

Ronaldos Anmerkungen treffen den Nagel auf den Kopf. Wenn man mit den Entwicklern von EA SPORTS™ spricht, die an der FIFA-Serie arbeiten, wird sofort deutlich, dass sie alle leidenschaftliche Fussballfans sind. Sie halten sich ständig über die neuesten Ergebnisse auf dem Laufenden und suchen nach immer neuen Wegen, den realen Fussball in das virtuelle Spiel einfließen zu lassen.

"Ich spiele ziemlich häufig", so Ronaldo auf die Frage nach seinem Können an der PlayStation. Auf die Begrüßungen zahlreicher Leute antwortet er in verschiedenen Sprachen, die er in den Niederlanden, Spanien und Italien aufgeschnappt hat. "In den Hotels haben viele Spieler in der Wartezeit vor einem echten Spiel meist auf der PlayStation FIFA gespielt. Es gibt dort nicht unbedingt viel zu tun, und so spielt man dann eben Videospiele", erzählt er. "Ich bin aber natürlich nicht so gut wie die Jungs, die hier das Halbfinale und das Finale bestreiten. Aber gegen meine Kinder und meine Freunde kann ich oft mithalten."
* Erinnerungen an 2002*
Auf die Frage, welches Tor aus welchem Spiel er am liebsten im Videospiel verewigt sehen möchte, antwortet er ohne zu zögern, denn offenbar denkt er oft an dieses Tor. "Gegen Deutschland, 2002." In jenem Jahr kehrte Ronaldo nach mehreren Verletzungen und einer Zwangspause von fast 15 Monaten auf die Fussballbühne zurück. Seine sensationelle Leistung in Korea/Japan, wo er insgesamt acht Tore erzielte, krönte er mit zwei Treffern im Finale, in dem sich Brasilien den Titel zum fünften Mal sicherte. Ronaldo gewann den Goldenen Schuh von adidas und wurde zudem zum dritten Mal zum FIFA Weltfussballer des Jahres gewählt. "Warum ausgerechnet ein Tor aus diesem Spiel?", fragt er rhetorisch und liefert die Antwort gleich nach: "Weil wir gewonnen haben und ich getroffen habe. Erinnerst du dich denn nicht?" schiebt er frotzelnd nach und bricht in lautes Lachen aus. Von draußen dringen unterdessen die Gesänge der Fans herein, die hoffen, noch einen Blick auf O Fenômeno zu erhaschen.

"Ich liebe Fussball. Ich schaue alle Spiele, aber ich kann selbst keine Tore mehr schießen", antwortet Ronaldo auf die Frage nach Miroslav Klose, der ihn kürzlich als WM-Rekordtorschützen abgelöst hat. "Ich denke er hat es verdient. Er ist ein sehr guter Stürmer, und er hat sehr viele Tore geschossen. Weil ich selbst nicht mehr spiele, habe ich auch kein Problem damit, wenn jemand mich und meinen Rekord hinter sich lässt." Man merkt allerdings, dass die Antwort ganz anders lauten würde, wenn Ronaldo noch selber spielen würde. Wahrscheinlich würde er sie in dem Fall auch nicht verbal, sondern einfach durch das Versenken des Balls im gegnerischen Netz liefern.

"Ich spiele in meiner Freizeit gern Videospiele. Meistens spiele ich mit meinem ältesten Sohn. Er spielt ziemlich viel", so Ronaldo. Welche Teams Ronaldo beim virtuellen Fussball bevorzugt, liegt auf der Hand: "Ich spiele immer entweder mit Brasilien oder mit Real Madrid. Mein Sohn entscheidet sich oft für Barcelona." Auf die Frage, ob diese Wahl seines Sohnes alte Wunden aufreißt (Ronaldo hatte Barça 1997 nach nur einer unglaublichen Saison wieder verlassen), lacht er nur. "Nein, kein bisschen. Hier geht es nur um den Spaß. Mein Sohn gewinnt meistens gegen mich. Aber manchmal schaffe ich es auch, ihn zu besiegen."

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