Die letzten Jahre waren für den syrischen Fussball aufgrund des Krieges, der seit 2011 im Land wütet, alles andere als einfach. Der dunkle Schatten der kriegerischen Auseinandersetzungen hat alle Lebensbereiche der Syrer erfasst, darunter auch den Fussball, der bei vielen Syrern jedoch nach wie vor für den einen oder anderen Glücksmoment sorgen kann.

Der syrischen Nationalmannschaft ist es gelungen, den Westasien-Pokal 2012 zu gewinnen. Dadurch konnte der Einfluss des Krieges auf den Fussball etwas abgemildert werden. Mit ihren zuletzt starken Auftritten in der zweiten Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ haben die Adler von Damaskus eindrucksvoll bestätigt, dass sich der Fussball in ihrem Land auf einem guten Weg befindet.

Im März 2015 war Syrien auf Rang 152 der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste und damit auf die schlechteste Platzierung alle Zeiten abgerutscht. Doch die beachtlichen Resultate, die das syrische Nationalteam in den vergangenen 15 Monaten, einschließlich der WM-Qualifikation, erzielen konnte, ließen Syrien wieder nach oben klettern. In der jüngsten Wertung vom Juni 2016 belegen die Syrer den 101. Rang. Dies ist ihre beste Platzierung seit 2011.

Dazu haben vor allem die sechs Siege in Gruppe E der zweiten Qualifikationsrunde für Russland 2018 gegen Singapur, Afghanistan und Kambodscha beigetragen.

Nationalspieler und Mittelfeldakteur Abdelrazak Al Hussain äußerte sich über die Bedeutung dieser Siege trotz der in seinem Land fortbestehenden Probleme wie folgt: "Die syrische Nationalmannschaft hat in der WM-Qualifikation trotz der Situation im Land die ganze Welt überrascht."

"Die positiven Ergebnisse in der Asien-Qualifikation haben uns in der Ranglisten-Wertung einen beträchtlichen Schritt nach vorn gebracht. Sie spiegeln die Entschlossenheit unserer Nationalspieler und die guten Leistungen der im Ausland spielenden Akteure wider. Außerdem bestätigen sie, dass es richtig ist, die nationale Meisterschaft trotz aller Widrigkeiten in unserem Land fortzusetzen."

Noch bessere Platzierung im Visier
Bereits im kommenden September wird die syrische Nationalmannschaft erneut Gelegenheit haben, sich in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste weiter nach oben zu arbeiten. Denn dann geht es in der dritten Runde der WM-Qualifikation für Russland 2018 in Gruppe A gegen Iran, die Republik Korea, Usbekistan und Katar.

Dabei treffen die Adler von Damaskus zuerst in Taschkent auf Usbekistan. Fünf Tage später kommt es in Beirut zum Duell mit der Republik Korea. Aufgrund der im eigenen Land anhaltenden Sicherheitsprobleme haben die Verantwortlichen der syrischen Nationalmannschaft entschieden, ihre Heimspiele in der libanesischen Hauptstadt auszutragen.

Der 29-jährige Al Hussain sprach zudem über die Chancen seines Teams in der WM-Qualifikation sowie darüber, wie wichtig es ist, dort weitere Siege einzufahren, um sich in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste noch weiter zu verbessern. "Alle Mannschaften, die sich für die dritte Qualifikationsrunde qualifiziert haben, sind sehr stark. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass einige die anderen überragen."

"Ehrlich gesagt ist unsere Mannschaft durchaus in der Lage, gegen jeden Gegner für eine Überraschung zu sorgen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass wir uns entsprechend gut darauf vorbereiten. Wir müssen also mehrere Testspiele auf hohem Niveau absolvieren, damit wir endlich den Minderwertigkeitskomplex gegen große Mannschaften wie Iran und der Republik Korea abstreifen können."

Des Weiteren meinte der Mittelfeldspieler, der sein Land bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Niederlande 2005 vertreten hatte: "Unser aktuelles Team ist eine Mischung aus erfahrenen Routiniers und jungen Spielern. Zwischen ihnen herrscht ein ausgewogenes Verhältnis. Was jedoch noch fehlt, ist eine professionelle Vorbereitung. Wir brauchen Trainingslager, um den Zusammenhalt der Mannschaft zu fördern."

Abschließend sagte Al Hussain: "Ich hoffe, dass Syrien weiterhin erfolgreich ist und es in der Weltranglisten-Wertung noch weiter nach oben schafft. Außerdem tragen positive Resultate trotz der widrigen Umstände im Land auch zur Weiterentwicklung unserer Mannschaft bei."