FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

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Das Erfolgsgeheimnis von Gibraltar 

  • Gibraltar kletterte in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste auf Platz 190
  • Der jüngste Mitgliedsverband der FIFA feierte im Oktober zwei Siege in Folge
  • Joseph Chipolina erzielte in beiden Partien den Siegtreffer

Es kommt nicht allzu oft vor, dass man Geschichte schreibt und dies schon wenige Tage später fast wie Routine aussehen lässt. Doch genau das gelang im vergangenen Monat der Nationalmannschaft Gibraltars und insbesondere Joseph Chipolina.

Am 13. Oktober nämlich feierte die A-Nationalmannschaft Gibraltars ihren ersten Sieg in einem Pflichtspiel, beim 1:0-Auswärtssieg in Armenien, dessen Kapitän und Topstar Henrikh Mkhitaryan beim FC Arsenal unter Vertrag steht. Die drei Punkte in der UEFA Nations League waren dem ersten Länderspieltreffer Chipolinas zu verdanken.

Drei Tage später bejubelte dann im Schatten des berühmten Felsens von Gibraltar das gesamte Victoria Stadium den zweiten Sieg in Folge, dieses Mal gegen Liechtenstein. Torschütze des Siegtreffers  war erneut Chipolina mit seinem zweiten Länderspieltor.

Dank dieser beiden Siege kletterte Gibraltar in der Oktober-Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste auf Rang 190, die beste Platzierung aller Zeiten.

Worin besteht das Erfolgsgeheimnis hinter diesen beiden Siegen?

Grundsolide in der Abwehr
Beim ersten Länderspielsieg Gibraltars kam Armenien auf die bemerkenswerte Zahl von 35 versuchten Abschlüssen auf das Tor von Kyle Goldwin. Zehn davon waren platzierte Schüsse. Viel interessanter ist jedoch, dass die Abwehr nicht weniger als 70 Angriffsversuche erfolgreich unterband. Für Spieler, die den Fussball nicht als Vollzeitberuf ausüben, ist es eine herausragende Leistung, gegnerische Vorstöße quasi im Minutentakt zu stoppen, noch dazu wenn viele davon über einen so herausragenden Spielmacher wie Mkhitaryan laufen.

"Ich bin sehr glücklich über meine Leistung, aber die ganze Mannschaft war einfach unglaublich", sagte Goldwin nach dem Spiel gegenüber FIFA.com. "Wenn man sich die Statistik anschaut, dann hatten sie natürlich viele Schüsse, die meisten davon aber von außerhalb des Strafraums, da meine Mitspieler es phänomenal gemacht haben."

Wenig Ballbesitz effektiv nutzen
Die professionell eingestellten und perfekt organisiert spielenden Armenier hatten nicht weniger als 78 Prozent Ballbesitz. Doch auch beim zweiten Sieg gegen Liechtenstein hatte Gibraltar deutlich weniger Ballbesitz als der Gegner, nämlich 44 Prozent. Wenn sie allerdings den Ball hatten, nutzten die Gibraltarer dies perfekt aus: Einer ihrer zwei platzierten Torschüsse gegen Armenien und zwei ihrer fünf Torversuche gegen Liechtenstein fanden den Weg ins gegnerische Netz.

Lernen aus Fehlern
"Das ist eine enorme Erleichterung. Und nicht nur das, sondern auch ein verdienter Lohn für unsere Anstrengungen. Wir alle haben Anteil daran. Wir sind eine wirklich starkes Team. Wir alle müssen weiter hart arbeiten um den Weg weiter zu gehen."

Diese Worte des historischen Doppeltorschützen Chipolina fassen die Einstellung und die Ambitionen des Teams perfekt zusammen. Alle ziehen am gleichen Strang und lernen wertvolle Lektionen. In der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ war Gibraltar der Mangel an Wettkampferfahrung noch teuer zu stehen gekommen. Insgesamt gelangen dem Team in der WM-Qualifikation drei Tore. Gegen Griechenland und gegen Zypern (zu Hause und auswärts) schaffte man jeweils einen Ausgleichstreffer. Doch im weiteren Verlauf aller drei Partien ließ die Konzentration nach und Gibraltar kassierte noch weitere Gegentreffer. So standen letztlich zehn Niederlagen in zehn Spielen zu Buche.

Im Spiel gegen Armenien ging Gibraltar dann erstmals als FIFA-Nation in einem Länderspiel in Führung und brachte diese auch erfolgreich über die Zeit. Und der Ausgleich gegen Liechtenstein wurde nicht verspielt, sondern es folgte der Siegtreffer durch Chipolina.

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