FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

FIFA-Weltrangliste

Moriyasu schraubt an der Zukunft 

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  • Runderneuertes Japan auf Rang 27 der Weltrangliste
  • Höchste FIFA-Platzierung seit 2014
  • Drei potenzielle Erfolgsgaranten im Fokus

Der japanische Kader beim AFC Asien-Pokal 2019 hatte sicherlich etwas Revolutionäres an sich. Obwohl die Japaner sechs Monate zuvor bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ das Achtelfinale erreicht hatten, setzte der neue Trainer Hajime Moriyasu mit seinem Kader ein Ausrufezeichen.

Nur elf Spieler seines Aufgebots waren auf der Weltbühne dabei gewesen, und viele der fehlenden Namen lesen sich wie das "Who is Who" des japanischen Fussballs des letzten Jahrzehnts, nämlich Shinji Kagawa, Shinji Okazaki, Eiji Kawashima, Makoto Hasebe und Keisuke Honda.

Die zwei Letztgenannten hatten ihre Länderspielkarriere beendet, während die Routiniers Yuto Nagatomo und Kapitän Maya Yoshida bereits beim letzten Gewinn des Asien-Pokals 2011 dabei waren und noch immer Leistungsträger sind. Die Scheidenden prognostizierten jedoch den Beginn eines neuen Zeitalters für das Land der aufgehenden Sonne.

"Ich mag meine Karriere im Nationalteam beendet haben", so Honda nach der Niederlage gegen Belgien, "aber ich bin zufrieden, denn es gibt viele Nachwuchsspieler, die in unsere Fußstapfen treten und ich glaube, dass sie neue Fussballgeschichte für Japan schreiben werden."

Obwohl die 1:3-Niederlage gegen Katar im Finale des Asien-Pokals bei vielen Japan-Fans für Verunsicherung sorgte, ist das Team in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste auf Platz 27 geklettert – das ist die beste Platzierung seit 2014. "Ich glaube, dieses Turnier wird das Fundament sein, auf dem wir ein zukunftsträchtiges Team aufbauen können", so Moriyasu nach der Niederlage. "Jetzt möchte ich, dass die Nachwuchsspieler sich ihren Erfolgshunger erhalten, um sich zu verbessern."

Nachfolgend beleuchten wir drei Akteure, die aller Voraussicht nach das Rückgrat dieser neuen Ära bilden werden.

© AFP

Ritsu Doan

Offensiver Mittelfeldspieler (20), FC Groningen (Niederlande)

Die Fans haben bereits seit einiger Zeit darauf gewartet, dass Doan seine Chance bekommt. Obwohl er nach dem Sieg Japans bei der AFC U-19-Asienmeisterschaft 2016 zum wertvollsten Spieler und anschließend zum AFC-Nachwuchsspieler des Jahres gekürt worden war, zeigte er sich mit seinem eigenen Auftritt ganz und gar nicht zufrieden. Das zeugt von hohen Ambitionen.

Bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2017 in der Republik Korea bot er dann tatsächlich eine noch überzeugendere Leistung. Er erzielte drei Treffer und zog mit Japan ins Achtelfinale ein. Mit seinen Dribbelkünsten und seiner Schussstärke mit dem linken Fuß sorgte er stetig für Gefahr.

Nach einem permanenten Wechsel zum FC Groningen in den Niederlanden, dem eine erfolgreiche Leihe vorausgegangen war, erfüllt das vielversprechende Nachwuchstalent nun auch in der A-Nationalmannschaft die Erwartungen. Im Asien-Pokal konnte Doan zwei Treffer verbuchen, darunter das spielentscheidende Elfmetertor gegen Vietnam im Viertelfinale. Mit seiner Kreativität, seinem sicheren Auftreten und seinem herausragenden Talent dürfte er eine zentrale Rolle in diesem aufstrebenden Team spielen.

© Getty Images

Takehiro Tomiyasu

Verteidiger (20), VV Sint-Truiden (Belgien)

Er zählt zwar zu den weniger explosiven Elementen der Samurai Blue von Moryasu, hatte jedoch zweifellos noch größeren Anteil an Japans Finaleinzug in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Tomiyasu harmonierte hervorragend mit seinem erfahrenen Abwehrpartner Yoshida, und nachdem die gesamte Mannschaft sich beim 3:2-Auftaktsieg gegen Turkmenistan schwer getan hatte, musste sie anschließend vor dem Finale nur noch einen Gegentreffer hinnehmen.

Der hoch aufgeschossene Innenverteidiger machte bei der U-20-WM 2017 in der Republik Korea noch Negativschlagzeilen, als er den Ball im Auftaktspiel gegen Südafrika in eigene Netz abfälschte. Beim Asien-Pokal im Januar gab es dann jedoch nur Positives zu vermelden. Mit seinem fulminanten Kopfballtor gegen Saudiarabien katapultierte er die Japaner ins Viertelfinale und wusste während des gesamten Turnierverlaufs sowohl in der Abwehr als auch vor dem gegnerischen Tor mit einer starken Präsenz zu überzeugen.

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Takumi Minamino

Stürmer (24), Red Bull Salzburg (Österreich)

Minaminos Länderspielkarriere kam vielleicht nicht ganz so schnell in Schwung wie erhofft. Nach seinem Wechsel nach Mitteleuropa gab er 2015 sein Debüt, doch bei diesem siebenminütigen Einsatz sollte es dann auch zunächst einmal bleiben. Nach seiner Rückkehr ins Team im letzten Jahr wusste er jedoch zu überzeugen und scheint seinen Platz mittlerweile gefunden zu haben. 2018 erzielte er vier Treffer in fünf Spielen und war damit erste Wahl für den Asien-Pokal-Kader.

Dort überzeugte er mit einer eher sachlichen Variante des schnellen und agilen Kurzpassspiels, das mittlerweile zu einem Markenzeichen der Japaner geworden ist. Mit unermüdlichem Einsatz bot er eine konstante Anspielstation, setzte die Verteidiger stetig unter Druck und erinnerte in mancher Hinsicht an Okazaki. Er erwies sich als perfekte Ergänzung von Yuya Osako und Yoshinori Muto.

Dies wurde ganz besonders im Halbfinale gegen die IR Iran deutlich, als er gedankenschnell weiterspielte, obwohl der Ball schon verloren schien, und dann für Osako auflegte. Später holte er dann auch noch den Elfmeter heraus, durch den die Führung ausgebaut werden konnte. Mit seinem präzisen Abschluss im Finale machte er den Japanern Hoffnung, und nun dürften die Fans gespannt darauf warten, in Zukunft noch mehr von ihm zu sehen.

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