FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

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Mauretanien erreicht mit Martins neue Höhen

© AFP

"Spieler werden nicht von Zauberhand besser. Dazu braucht es eine gute Infrastruktur und eine hohe Trainingsintensität und -qualität." Das sagt Corentin Martins am Mikrofon von FIFA.com. Der Franzose ist seit 2014 Nationaltrainer von Mauretanien und hat den dortigen Fussball von Grund auf umgekrempelt. "Als ich hier ankam, gab es nur eine einzige Liga. Inzwischen gibt es verschiedene Ligen mit Auf- und Abstieg, Jugendligen, eine Frauenliga. Und bei der Nationalmannschaft trainieren wir unter guten Rahmenbedingungen", kann Martins berichten.

"All diese Veränderungen wurden von Verbandspräsident Ahmed Yahya angestoßen. Er hat mit dem Spanier Luis Forte den ehemaligen Nachwuchschef des VC Valencia zum Technischen Leiter in Mauretanien gemacht. Er war der Meinung, dass wir uns gut verstehen würden, weil ich zum einen auch in Spanien bei Deportivo La Coruña gespielt habe, und weil wir zum anderen die gleiche Vorstellung von Fussball haben. Die Zusammenarbeit klappt auch wirklich gut", freut sich Martins.

Vor zwei Jahren, vor Ankunft des Franzosen, waren die Mourabitounes in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste noch auf den historisch schlechten 206. Platz gefallen. Seit vergangenem Jahr pendeln sie stabil um den 100. Platz. Im November machten sie zuletzt noch einmal einen Sprung um zwei Positionen. Und das Beste kommt womöglich erst noch: Mauretanien konnte sich nämlich zum ersten Mal in seiner Geschichte für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2019 qualifizieren. Als "unfassbar", "magisch" und "immense Emotionen für Fans und Spieler" beschreibt Martins die Augenblicke nach dem 2:1-Heimsieg gegen Botsuana am 18. November, mit dem das unschätzbar wertvolle kontinentale Ticket gelöst wurde.

Neue Ufer, neue Ziele

"Vor dem Anpfiff habe ich bei den Spielern eine unglaubliche Anspannung ausgemacht. Wir konnten uns mit einem Sieg qualifizieren. Es stand sehr viel auf dem Spiel. Ich habe alles getan, damit der Druck die Spieler nicht lähmte", erzählt Martins. "Meine Ratschläge waren eigentlich ganz simpel: Einfach spielen, sich gegenseitig helfen, kein Tor kassieren. Ergebnis: Wir bekamen ein Gegentor in den ersten vier Minuten! (lacht) Aber meine Spieler haben danach sehr gut reagiert. Ismaël Diakité schoss in der 20. Minute den Ausgleich und in der 84. Minute den Siegtreffer. Auch von den starken Emotionen und diesem wie gemalten Drehbuch abgesehen, war ich mit dem Spielverlauf sehr zufrieden. Wir haben souverän und abgeklärt gespielt."

Mauretanien ist mit zwölf Punkten (vier Siege, eine Niederlage) vor dem letzten Spiel gegen Burkina Faso am 22. März 2019 Gruppenerster. Anlass genug für einen Rückblick auf die vergangenen vier Jahre und eine Bilanz. "Als ich angekommen bin, habe ich den Fokus ganz auf Siege gelegt. Denn wir brauchten Siege, um wieder Selbstbewusstsein zu bekommen, wieder in die Gänge zu kommen", erinnert sich Martins. "Heute kennen die Spieler und ich uns gut. Sie wissen, was ich von ihnen mit Blick auf ihren Beruf erwarte, auf dem Platz und abseits davon. Das ist wichtig. Dann stimmen auch die Ergebnisse."

Inzwischen hat sich nicht nur mannschaftlicher Erfolg eingestellt, auch die einzelnen Spieler profitieren für sich persönlich. "Am Anfang hatte ich 17 Spieler aus Mauretanien und sieben aus dem Ausland. Dieses Verhältnis hat sich inzwischen umgekehrt. Mauretanische Nationalspieler stehen bei ausländischen Vereinen höher im Kurs", so Martins.

Entsprechend will der Trainer beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal mehr als nur dabei sein. "Das Turnier ist dann ein Erfolg, wenn wir die Vorrunde überstehen", hat Martins schon angekündigt. Der Franzose hofft, dass gute Leistungen den Kader weiter beflügeln, denn: "Spieler brauchen Ziele, um sich weiterzuentwickeln. Die Weltmeisterschaft kann ein solches sein, auch wenn sie im Moment vielleicht noch außer Reichweite scheint. Aber man weiß ja nie! Es ist wichtig, Träume zu haben!"

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