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Neuer Wettbewerb beflügelt Serbiens Adler

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Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018 lief recht enttäuschend für Serbien: Dem 1:0-Auftaktsieg gegen Costa Rica folgte gegen die Schweiz zwar die frühe Führung durch Aleksandar Mitrovic, doch am Ende stand eine 1:2-Niederlage, so dass man gegen Rekordweltmeister Brasilien im letzten Gruppenspiel unter Zugzwang war. Das 0:2 gegen die Südamerikaner war gleichbedeutend mit dem dritten Platz in der Gruppe und dem vorzeitigen Ausscheiden.

Mit der neuen UEFA Nations League standen nur wenige Monat nach dem spektakuläre Endspiel der WM gleich wieder Wettbewerbsspiele an – das ist für eine Nation, die bei der Endrunde in Russland enttäuscht hatte, natürlich auch eine Chance, dies recht schnell vergessen zu machen.

Und genau das gelang den Serben und ihrem Nationaltrainer Mladen Krstajic, der nach der erfolgreichen Qualifikation, die er noch als Assistenztrainer bestritten hatte, im Herbst 2017 seinen vorherigen Chef Slavoljub Muslin beerbte.

In der Division C der UEFA Nations League blieb man gegen Litauen (1:0, 4:1), Rumänien (2:2, 0:0) und Montenegro (2:0, 2:1) ungeschlagen und feierte unumstritten den Aufstieg in die Division B für die nächste Spielzeit.

Der Lohn: Die Serben machten in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste einen Satz um sechs Plätze auf Rang 29 und stehen damit erstmals seit vier Jahren wieder unter den Top 30 Nationen, da man seit der WM in sechs Partien ungeschlagen blieb.

Die Mannschaft hat ein etwas anderes Gesicht bekommen als noch bei der WM-Endrunde in Russland: Eine tragende Rolle im zentralen Mittelfeld kommt den beiden defensiv ausgerichteten Akteuren Nemanja Maksimovic und Sasa Lukic zu, der anstelle des oft verletzten Nemanja Matic zum Stammspieler wurde.

Bei der WM hatte man auf den Durchbruch von Neapels Sergej Milinkovic-Savic gehofft, doch nun in der UEFA Nations League war es Dusan Tadic, der die Fäden im Mittelfeld der Serben zog. Der 30-Jährige, der für AFC Ajax aufläuft, erzielte gestern in der UEFA Champions League gegen den FC Bayern München seine Treffer 5 und 6 im laufenden Wettbewerb und war auch in der UEFA Nations League bereits erfolgreich.

In der Innenverteidigung sorgen Milos Veljkovic, der seit dem Brasilien-Spiel Stammspieler ist, und Nikola Milenkovic für Stabilität, während Antonio Rukavina als Rechtsverteidiger von Legende Branislav Ivanovic übernommen hat.

Auch Adem Ljajic konnte sich zwei Mal als Torschütze feiern lassen, doch über allem thront natürlich weiter Fulhams Angreifer Aleksandar Mitrovic, der in sechs Partien der UEFA Nations League sechs Treffer markierte und damit mehr als jeder andere Spieler Europas. Dabei leistete er sich gegen Montenegro noch den Luxus, einen Strafstoß per Panenka-Chip zu vergeben.

"Maximale Ernsthaftigkeit in jeder Situation", foderte Krstajic danach von seinem Superstar. Disziplin, so der Ex-Schalker und -Bremer Krstajic, habe er in seinen neun Jahren als Spieler in Deutschland gelernt. Mitrovic entschuldigte sich öffentlich für den "leichtsinnigen" Fehlversuch.

Da gab es dann direkt auch ein Lob des gestrengen 44-jährigen Coachs der Balkan-Nation: "Mitrovic hat sehr viel für diese Mannschaft geleistet, er ist einer der besten Spieler in der Nations League bislang und hat sehr viele Tore gemacht. Er hat uns auch zur WM geschossen." Bei so viel Treffsicherheit konnte es sich Krstajic sogar leisten, mit Luka Jovic auf einen der überragenden Stürmer der bisherigen Bundesliga-Saison (10 Tore, 5 Vorlagen) zu verzichten.

"Ich bin sehr stolz, Trainer meines Landes zu sein. Es ist ein schönes Gefühl, diese Position der Verantwortung innezuhaben. Es ist vor allem dann sehr schön, wenn es gut läuft. Dann ist es gut für alle", sagte Krstajic. "Nationaltrainer in Serbien zu sein, ist nicht einfach. Die Mannschaft ist noch jung und ich bin ein noch junger Trainer." Die ersten Schritte in eine erfolgreiche Zukunft aber, die sind gemacht.

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