FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

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Mexiko – Neun Erfolgsgeheimnisse

Carlos Salcedo of Mexico celebrates with teammates
© Getty Images
  • Mexiko kehrt unter die Top 10 der Weltrangliste zurück
  • Tata Martino spielt eine entscheidende Rolle
  • Neues Team begeistert die Fans

Nach neun Jahren erhielt Mexiko im November 2020 endlich die gute Nachricht, dass das Team unter die ersten Zehn der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste zurückgekehrt ist. Die großen Fortschritte von El Tri kommen jedoch keinesfalls überraschend.

FIFA.com analysiert neun Schlüsselaspekte für den Aufstieg der mexikanischen Auswahl in die Spitzengruppe des weltweiten Rankings.

1️⃣ Keine Eile bei der Verpflichtung Martinos

Nach dem Rücktritt des Kolumbianers Juan Carlos Osorio als mexikanischer Nationaltrainer nahm der mexikanische Fussballverband (FMF) sich sechs Monate Zeit, um die Kandidaten für seine Nachfolge eingehend zu analysieren. Nachdem zahlreiche Kandidaten einer eingehenden Prüfung unterzogen und Gespräche mit 24 möglichen Nachfolgern geführt worden waren, kristallisierte sich der Argentinier Gerardo Tata Martino als ideale Besetzung heraus.

2️⃣ Vielseitiger Trainer

Eine seiner größten Stärken ist sein Pragmatismus. Im Laufe seiner Karriere als Trainer von Nationalteams und Klubs hat Tata Martino hinreichend unter Beweis gestellt, dass er keine bestimmte Spielphilosophie vertritt, sondern sein Spielkonzept in hohem Maße an die Tugenden seiner Spieler anpasst. Er hat bereits Mannschaften mit einer offensiven Spielphilosophie trainiert, aber auch solche, deren größte Stärken in der Verteidigung und im Konterfussball lagen. Am Ruder von El Tri ist es ihm auf diese Weise gelungen, das Potenzial der ihm zur Verfügung stehenden Spieler auszuschöpfen.

Mexico Training Session
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3️⃣ Optimal auf mexikanischen Spielertypus ausgerichtet

Aufgrund der Statur der Spieler ist der mexikanische Fussball eher auf Schnelligkeit und Ballbesitz als auf physische Stärke ausgerichtet. Martino hat es verstanden, diese Eigenschaften zu perfektionieren. Einer der großen Pluspunkte des Teams ist seine Dynamik. Der Ball bleibt nie lange bei einem Spieler, und in der Vorwärtsbewegung kann er auf Spieler wie Jesús Corona, Hirving Lozano, Uriel Antuna und Orbelín Peneda zählen, die in der Lage sind mehrere Gegenspieler mit super schnellen Vorstößen abzuschütteln.

Jesus Corona of Mexico and Juyong Lee of South Korea battle for the ball 
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4️⃣ Perfekter Übergang

Zu Beginn dieser neuen Etappe des mexikanischen Nationalteams wurde nicht wieder bei Null angefangen. Stattdessen wurden positive Aspekte übernommen und Verbesserungsmöglichkeiten genutzt. Spieler vom Format eines Carlos Vela, Giovani Dos Santos oder Javier Chicharito Hernández haben ihren Platz geräumt und die tragenden Rollen anderen Akteuren überlassen, die sich in Hochform präsentiert und Mexiko zu hervorragenden Ergebnissen verholfen haben. Sie werden jedoch weiterhin von erfahrenen Spielern wie Guillermo Ochoa, Héctor Moreno, Andrés Guardado und Héctor Herrera unterstützt.

Carlos Salcedo (C) celebrates with teammates Hirving Lozano (L) and Raul Jimenez of Mexico (R) after scoring
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5️⃣ Jiménez in einer Starrolle

Es hat einige Zeit gedauert, bis er sich im europäischen Fussball zu einem Leistungsträger entwickelt hat, doch mit 29 Jahren gehört Raúl Jiménez jetzt dem Kreis der Elitestürmer an. Mit seinen Toren für die Wolverhampton Wanderers hat er dafür gesorgt, dass die zehn Jahre, in denen Chicharito Hernández das Zepter im mexikanischen Sturm schwang, bei den Fans von El Tri langsam in den Hintergrund rücken. Sein Alter, seine Reife und die Zeit, die bis zum Start der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ noch bleibt, geben Anlass zu großen Hoffnungen.

Mexico v South Korea - International Friendly
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6️⃣ Neue Aushängeschilder haben Erfahrung gesammelt

Doch nicht nur Jiménez hat wertvolle Erfahrungen gesammelt. Akteure wie Hirving Lozano und Jesús Corona präsentieren sich gerade in Hochform und sorgen mit ihren Auftritten auf den Flanken dafür, dass die mexikanische Offensive die gesamte Spielfeldbreite nutzt. Wenn eine Option im Angriffszentrum gefragt ist, bietet sich Henry Martín von CF América an. Sie alle sind etwa 25 bis 28 Jahre alt und damit sowohl physisch als auch mental im besten Alter.

Hirving Lozano of Mexico looks on
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7️⃣ Spieler der mexikanischen Liga in Topform

Mexikanische Spieler, die in Europa aktiv sind, haben unter Martino keine Garantie auf einen Platz im Team. Der Argentinier greift häufig auch auf Akteure der Liga MX zurück, die gerade mit guten Auftritten beeindrucken. Das ist beispielsweise bei Carlos Rodríguez, Jesús Gallardo, Luis Romo, Uriel Antuna und Orbelín Pineda der Fall, die nicht nur in den Kader berufen werden, sondern auch bereits in einigen Partien eine wichtige Rolle gespielt haben.

Uriel Antuna of Mexico celebrates with teammates
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8️⃣ Hochklassige Gegner

Yon de Luisa verfolgt seit seiner Amtsübernahme als Präsident des FMF das Ziel, hochklassige Testspielgegner für Mexiko zu finden, darunter auch europäische Teams. Dadurch spielt die mexikanische Auswahl immer auf höchstem Niveau. Zuletzt wurden beispielsweise Freundschaftsspiele gegen die Niederlande, Algerien, die Republik Korea und Japan bestritten. Die guten Ergebnisse waren nicht nur auf dem Platz wertvoll, sondern zweifellos auch mitverantwortlich für den Aufstieg in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste.

9️⃣ Turniererfolge

Doch El Tri hat unter Tata Martino nicht nur Freundschaftsspiele gewonnen, sondern konnte auch wertvolle Erfolge in offiziellen Turnieren verbuchen. Das Team gewann den Gold Cup 2019 und belegte in der CONCACAF Nations League ungeschlagen die Spitzenreiterposition in Gruppe B. Das Halbfinale des Wettbewerbs wurde auf nächstes Jahr verschoben.

Angesichts all dieser Faktoren dürfen die mexikanischen Fans mit Blick auf den Start der CONCACAF-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ optimistisch sein. Die bislang beste Platzierung Mexikos in der Weltrangliste war ein vierter Platz. Ob das Team diese Platzierung in der WM-Qualifikation noch verbessern kann? Die Zeit wird es zeigen.

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