FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

FIFA-Weltrangliste

Litauen zurück in den Top 50

Lithuania's Linas Pilibaitis (R) vies with Romania Ghione Tiberiu (L)
© AFP

Der Blick ist nach oben gerichtet, die Tendenz ist positiv: Litauen steht in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste erstmals seit Februar 2009 wieder in den Top 50. Aktuell kletterte das Team von März zu April um ganze zehn Plätze nach oben auf Rang 48. Damit könnte auch die absolute Bestmarke der Osteuropäer in den kommenden Monaten fallen. Platz 37 im Oktober 2008 steht bislang dort zu Buche.

Zwar haben die Litauer in diesem Jahr noch kein Länderspiel absolviert, doch die im vergangenen Herbst abgelaufene WM-Qualifikation ließ aufhorchen. In einer Gruppe mit Serbien, Frankreich, Österreich, Rumänien und den Färöer ließ Litauen die beiden Letztgenannten hinter sich und feierte zum Abschluss sogar einen 2:1-Erfolg gegen WM-Teilnehmer Serbien.

Seit 1992 dabei
Der Start in die WM-"Quali" war dabei beinahe sensationell, als man nach Siegen in Rumänien (3:0) sowie gegen Österreich (2:0) auf einmal von der WM-Teilnahme träumen durfte. "In Litauen ist Basketball die populärste Sportart. Aber dank dieser beiden Siege interessiert man sich inzwischen auch für uns. Es ist ein großartiges Gefühl, dass wir die Menschen in Litauen stolz machen", freute sich damals Litauens Top-Torschütze Tomas Danilevicius im exklusiven FIFA.com-Interview über den gelungenen Auftakt.

Letztendlich sollten nur noch zwei weitere Siege, gegen die Färöer und gegen Serbien, folgen. Die sechs Niederlagen bedeuteten letztendlich das Aus für das Turnier am Kap der Guten Hoffnung. "Natürlich haben wir keinen Ronaldinho, Thierry Henry oder Cristiano Ronaldo, aber wir arbeiten hart als Team und haben eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern", so Danilevicius.

Seit 1992 nimmt Litauen, das früher zur Sowjetunion gehörte und 1990 die Unabhängigkeit erklärte, als eigenständiges Land an internationalen Fussball-Wettbewerben teil, doch die Teilnahme an einem großen Turnier blieb ihnen bisher verwehrt. Trotz alledem konnten die Osteuropäer einige Achtungserfolge erzielen. In der Qualifikation zur UEFA EURO 2004 erkämpfte man sich auswärts gegen Deutschland überraschend einen Punkt (1:1). Ein Spiel später gelang dann sogar noch ein 1:0-Erfolg gegen Schottland.

Raimondas Žutautas als Hoffnungsträger
Im September 2006 machte Litauen als Favoritenschreck einmal mehr seinem Spitznamen alle Ehre. Im Rahmen der Qualifikation zur UEFA EURO 2008 holte man bei den Italienern, die zwei Monate zuvor Weltmeister geworden waren, ein sensationelles 1:1. Auf dem Weg zur WM-Endrunde in Frankreich 1998 scheiterten sie am Ende nur wegen eines fehlenden Punktes, in der Qualifikation zu den WM-Turnieren 2002 und 2006 konnte Litauen dann aber kaum für Furore sorgen.

Nach dem Aus für Südafrika gilt die Konzentration nun ganz der UEFA EURO 2012. Gegen die EM-Gastgeber Ukraine, Lettland und Estland soll im Mai bzw. Juni der Grundstein dafür gelegt werden. Ab September soll dann die erste Teilnahme an einem großen Turnier geschafft werden. Die Konkurrenz ist stark, schließlich wartet neben Auftaktgegner Schottland, der Tschechischen Republik und Liechtenstein auch Titelverteidiger Spanien in der Gruppe I. Beim amtierenden Europameister müssen die Grün-Gelben bereits im dritten "Quali"-Spiel antreten.

Die Hoffnungen für die "Operation 2012" ruhen dabei vor allem auf den Schultern von Raimondas Žutautas. Der 37-Jährige war im Februar 2010 zum bislang jüngsten Trainer der litauischen Nationalmannschaft berufen worden. Žutautas, der bislang noch keine Erfahrung als Cheftrainer sammeln konnte, löste den Portugiesen José Couceiro ab, der nach der gescheiterten WM-Qualifikation im Dezember sein Amt niederlegte. "Wir müssen gegen starke Mannschaften spielen, aber es gibt noch stärkere Gruppen", sagte Žutautas. "Wir werden uns als harte Nuss erweisen, besonders daheim. Es gibt keine unschlagbaren Mannschaften."

Potential ist vorhanden
Zutautas absolvierte 40 Länderspiele für das baltische Land und spielte für Maccabi Haifa und Panathinaikos Athen in der UEFA Champions League. Mit den Griechen holte er 2004 das Double aus Meisterschaft und Pokal.

Das Potenzial für eine erfolgreiche EM-Qualifikation scheint in Litauen angesichts der jüngsten Vergangenheit also vorhanden. Es ist für den baltischen Staat nur zu hoffen, dass dies gegen Fussball-Schwergewichte wie Spanien oder die Tschechische Republik auch im richtigen Moment abgerufen werden kann.

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

Players of Turkey celebrate after their goal against Estonia

FIFA-Weltrangliste

Türkei blickt nach vorn

08 Apr 2010

Paraguay's forward Nelson Haedo (18) is sourrounded by teammates celebrating after he scored against Argentina

FIFA-Weltrangliste

Aufschwung der "Albirroja"

21 Apr 2010