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Guinea-Bissau so stark wie nie zuvor

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Als nach der Auslosung für die Gruppenphase der Qualifikation zum CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2017 feststand, wer es mit wem zu tun bekommt, wurde Guinea-Bissau kaum zugetraut, ein Wörtchen mitreden zu können. Letztlich waren die Djurtus das bei Weitem am niedrigsten eingestufte Team in der Gruppe. Im April des vergangenen Jahres lag Guinea-Bissau weltweit auf Platz 134 und in der kontinentalen Rangliste auf Platz 41. Die anderen Länder in der Gruppe, Kongo (53. und 13.), Sambia (60. und 17.) und Kenia (118. und 37.) rangierten allesamt weit höher.

Knapp ein Jahr später wird Guinea-Bissau in Afrika auf Platz 27 und weltweit auf 102 geführt. Es ist die höchste Platzierung in der Geschichte des Landes. Zwei Spieltage vor Ende der Gruppenphase liegt das Team entgegen allen Prognosen alleine an der Spitze der Gruppe E. Die Nordwestafrikaner haben sieben Punkte auf dem Konto, während Kongo und Sambia mit jeweils sechs Zählern auf der Lauer liegen. Kenia ziert mit nur einem Punkt das Ende der Tabelle. Das Team von Trainer Paulo Torres kann plötzlich davon träumen, sich erstmals für die Endrunde der Afrikameisterschaft zu qualifizieren, die Anfang des nächsten Jahres in Gabun stattfindet.

Seit der diesjährigen März-Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste verbesserte sich das Team um ganze 45 Plätze. Das verdankt sich insbesondere den jüngsten Siegen in den beiden Qualifikationsduellen gegen Kenia. In der ersten Begegnung im Estadio 24 de Setembro in der Hauptstadt Bissau erzielte der in Belgien spielende Flügelspieler Idrissa Camara das einzige Tor des Tages.

Im Rückrundenspiel wenige Tage später gelang Cicero der alles entscheidende 1:0-Siegtreffer. Der für den portugiesischen Klub Paços de Ferreira spielende Stürmer sorgte neun Minuten vor dem Schlusspfiff dafür, dass sein Land die perfekte Ausbeute aus den zwei Begegnungen holte.

Ein schwerer Weg
Es gibt mehrere Gründe dafür, dass die Djurtus seit einiger Zeit konkurrenzfähiger geworden sind. Kapitän Bocundji Ca, der einige Jahre in der höchsten französischen Spielklasse aktiv war und momentan in der Ligue 2 bei Paris FC unter Vertrag steht, verweist zunächst auf die gute Arbeit der Verbandsfunktionäre. Ihrem verstärkten Einsatz sei es zu verdanken, dass das Reservoir an Talenten vergrößert werden konnte. "Sie haben verstanden, dass die Nationalmannschaft wichtig ist. Gute Spieler sind schon länger vorhanden, doch erst mit der größeren Unterstützung durch die Offiziellen konnten wir einige Spieler dazu überreden, in das Nationalteam zu kommen."

Für den 29-Jährigen sind die zwei Erfolge gegen Kenia ein großer Schritt in Richtung Qualifikation. Dennoch warnt er: "Es ist nur ein Schritt. Es wird schwer. Sambia ist ein sehr gutes Team und hat vor vier Jahren den Afrika-Cup gewonnen. Doch wir werden uns wie immer gewissenhaft vorbereiten und unser Bestes geben."

"Sollten wir uns für den Afrika-Cup qualifizieren, wäre das großartig für unseren Fussball. Es würde uns attraktiver machen für hoch gehandelte Spieler mit doppelter Staatsangehörigkeit wie Carlos Mané [portugiesischer Juniorennationalspieler von Sporting Lissabon]."

Der Mittelfeldspieler Bruno Gomis nennt einen weiteren Faktor für den Erfolg des Teams, und der lautet Paulo Torres. Der portugiesische Coach gehörte als Spieler zur so genannten "Goldenen Generation" seines Landes, die mit Akteuren wie Luis Figo oder Rui Costa 1991 die FIFA U-20-Weltmeisterschaft auf heimischem Boden gewann.

"Er hat großartige Arbeit geleistet und alle dazu gebracht, sich engagiert an die Vorgaben zu halten. Gegen Kenia hat das gut funktioniert. Ich denke, dass wir über einen starken Mannschaftsgeist verfügen und als geschlossene Einheit agieren. Das ist eine unserer größten Stärken", sagt Gomis über den Trainer, der 2014 die Leitung des Teams übernahm.

Wie sein Kapitän ist er sich dessen bewusst, dass es keine leichte Aufgabe wird, die Qualifikation zu schaffen. "Es wird schwer, weil wir in den letzten beiden Partien gegen zwei gute Teams spielen [Sambia und Kongo]. Doch wir können die Qualifikation schaffen. Wir brauchen mindestens einen Sieg aus den beiden Spielen, eine Niederlage würde unsere Chancen schmälern. Es wäre die erste Qualifikation für Guinea-Bissau. Wir werden unser Bestes geben, um es nach Gabun zu schaffen!"

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