FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

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Frauenfussball

Große Träume von Gambias Bah

Penda Bah of Gambia lies on the pitch
© Getty Images
  • Gambia bei der letzten Auflage der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste der Frauen erstmals verzeichnet
  • FIFA.com spricht mit Penda Bah, Star und Spielführerin des Teams
  • Bah schrieb mit dem ersten Tor Gambias bei einem FIFA-Frauenturnier Geschichte

In der letzten Ausgabe der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste der Frauen wurden die großen Fortschritte Sambias deutlich, das sich auf Platz 100 verbessern konnte. Allerdings hinterließ auch ein anderes Land mit einem ähnlich klingenden Namen einen sehr starken Eindruck, nämlich Gambia. Nach einigen Freundschaftsspielen und der Teilnahme am WAFU-Nationenpokal ist das Team nun erstmals in der Weltrangliste zu finden, und zwar auf Platz 113. Penda Bah, der große Star des Teams, ist sehr glücklich darüber.

"Das ist gut für die Moral und eine Anerkennung für all die harte Arbeit, die die Spielerinnen und unser Verband geleistet haben, um den Frauenfussball in unserem Land zu fördern", erklärt sie am Mikrofon von FIFA.com. "Das beweist, dass auch ein kleines Land viel erreichen kann, wenn man ihm die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellt. Es gibt zwar noch viel zu tun, bevor wir weitere Träume verwirklichen können, aber ich bin überzeugt davon, dass es nur eine Frage der Zeit ist."

Geschichtsträchtiges Tor

Geduld ist eine der zahlreichen Tugenden von Bah. Fast acht Jahre sind vergangen, seit die Mittelfeldspielerin für Gambia Fussballgeschichte geschrieben hat. Sie hat nämlich das erste Tor Gambias in einem FIFA-Frauenturnier erzielt. Das Tor fiel bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2012 in einer Partie gegen Frankreich, die die *Bleuettes* am Ende gewannen.

"Obwohl wir drei Niederlagen hinnehmen mussten, ist diese WM noch immer eine tolle Erinnerung für mich. Und dieses Tor hat sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt", meint sie. "Ich stelle mir immer wieder die Toraktion vor und höre den Kommentator ausrufen: 'Penda Bah hat für die Afrikanerinnen Geschichte geschrieben!' Ich werde das nie vergessen. Dieses Tor steht in meinem Spielerinnen-Lebenslauf ganz oben!"

Dieser Lebenslauf hat noch einige weitere Highlights zu bieten: Die aus Brikama stammende Spielerin ist mit gerade einmal 21 Jahren bereits Spielführerin der A-Nationalmannschaft und schon seit langem die größte Hoffnungsträgerin ihres Landes. Alles begann im Alter von 16 Jahren mit diesem Tor bei der WM 2012 in Aserbaidschan, auf das zahlreiche weitere für ihren damaligen Klub Makasuku United folgten. "In dieser Zeit wurde mir bewusst, dass ich im Fussball Erfolg haben könnte", erklärt sie. "Mein Team, bei dem ich beste Torschützin war, ist in die zweite gambische Liga aufgestiegen. Danach habe ich all meine Zeit dem Fussball gewidmet."

 Penda Bah of Gambia in action
© Getty Images

Der Traum vom Wechsel zu den Dream Stars

Bahs Fähigkeiten am Ball sollten nicht lange unbemerkt bleiben. 2015 klopfte mit dem FC Interior ein Topklub ihres Landes an, und Bah entschloss sich zu einem Wechsel, um ihre Karriere weiter voranzutreiben. Vier Jahre später war die gambische Meisterschaft eine Nummer zu klein für ihr großes Talent geworden, und Bah unterzeichnete einen Vertrag bei den Dreams Stars Ladies, einem Traditionsklub der hoch angesehenen nigerianischen Liga. "Damit ist für mich ein Traum wahr geworden. Ich hatte mir selbst versprochen, eines Tages Profispielerin zu werden, und heute bin ich es. Darauf bin ich sehr stolz", sagt sie.

Angesichts dieser Erfolgsgeschichte werden im Nationalteam hohe Erwartungen an sie gestellt. Doch Bah schreckt das nicht, obwohl sie noch sehr jung für so viel Verantwortung ist: "Ich bin Spielführerin, also ist es ganz normal, dass viel von mir erwartet wird. Ich liebe den Druck. Er hilft mir, positiv und konzentriert zu bleiben", erklärt sie. "Außerdem bin ich überzeugt davon, dass der Erfolg unseres Teams vor allem von der Arbeit im Kollektiv und einer Aufgabenteilung abhängt." Mit Bah als Führungsspielerin scheint Gambias Aufstieg nicht mehr aufzuhalten zu sein.

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