FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

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FIFA-Weltrangliste

Erfolge in der WM-Qualifikation bescheren Kirgisistan einen Höhenflug

Photo from the Russia 2018 between Kyrgyzstan and Bangladesh
© Others

Kirgisistan ist Asiens bester Aufsteiger in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste des Monats Dezember. Gegenüber dem Vormonat konnte sich das Team um 16 Plätze verbessern und belegt nun Rang 108. Während dies für die ehemalige Sowjetrepublik die beste Platzierung aller Zeiten darstellt, hatten asiatische Spitzenteams wie Iran, Japan und die Republik Korea in dem turbulenten Monat durchaus Schwierigkeiten und verloren an Boden.

Der entscheidende Faktor für diese Entwicklung war natürlich der unerwartete Heimsieg gegen Jordanien in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™. Eigentlich waren die Gäste als unbestrittene Favoriten nach Bishkek gereist. Schließlich hatten sie zuvor Siege gegen Australien und Tadschikistan eingefahren und sich damit einen Punkt Vorsprung vor den Socceroos an der Spitze der Gruppe B erarbeitet. Nach dem torlosen Unentschieden im Hinspiel strebten die Gastgeber nun allerdings eine noch größere Überraschung an.

Die Partie begann erwartungsgemäß, Jordanien bestimmte in der Anfangsphase das Geschehen. Die Gastgeber ihrerseits verteidigten geschickt und sorgten mit Kontern immer wieder für Gefahr. Die Entscheidung fiel drei Minuten nach der Pause, als der in Serbien aktive Mittelfeldspieler Anton Zemlianukhin den einzigen Treffer der Partie erzielte. Damit war Kirgisistan die wohl größte Überraschung des Spieltags gelungen.

Ein Schub für die Moral
Dank des Sieges festigte Kirgisistan den dritten Platz hinter Australien und Jordanien in der Gruppe B, in der außerdem Tadschikistan und Bangladesch spielen. Nun konzentrieren sich die Kirgisen darauf, einen Platz in der dritten Runde der Qualifikation für den AFC Asien-Pokal 2019 zu ergattern.

Der Aufstieg in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste begann bereits im Juni mit dem 3:1-Sieg in Bangladesch zum Auftakt der WM-Qualifikation. Allein dieser Erfolg katapultierte das Team in der Weltrangliste um 20 Plätze nach vorn auf Rang 157. Nach der knappen 1:2-Heimniederlage gegen Australien gelang den Kirgisen das torlose Remis in Jordanien, was ihnen einen weiteren Sprung um neun Plätze auf Rang 146 der Oktober-Weltrangliste einbrachte.

Noch im gleichen Monat gab es ein 2:2-Unentschieden gegen das Nachbarland Tadschikistan, gefolgt von einem 2:0-Heimsieg gegen Bangladesch. Damit verbesserte sich das Land im November um weitere 22 Plätze auf Rang 124, bevor im Dezember der Sprung auf die beste Position aller Zeiten folgte. "Dank der Erfolge des Teams gegen große Gegner werden wir im ganzen Land sehr beachtet", freut sich Semetei Sultanov, der Präsident des Fussballverbands der Republik Kirgisien. "Wir bekommen mehr Aufmerksamkeit seitens der Regierung, der Medien und der Fans und auch ausländische Klubs zeigen wieder vermehrt Interesse an unseren Spielern."

"Überall bemerkt man unsere verbesserten Resultate, aber nicht nur die, sondern auch unsere verbesserte Spielweise", fügte er hinzu. "Wir haben eine längere Zeit verschlafen, während alle anderen gearbeitet haben. Es war an der Zeit, wieder ins Rennen zurückzukehren."

AuslandslegionäreDer Verbandspräsident wies darauf hin, dass die im Ausland aktiven Spieler maßgeblichen Anteil an der derzeitigen Erfolgswelle haben. Von den elf Spielern in der Startaufstellung beim Sieg gegen Jordanien spielen nicht weniger als neun in ausländischen Ligen. Torhüter Pavel Matiash ist auf den Malediven aktiv, Kapitän und Verteidiger Azamat Baymatov schnürt die Stiefel für Sitra Club in Bahrain. Der in Thailand aktive Edgar Bernhardt fungiert als Mittelfeldmotor, während im Angriff der in der Türkei spielende Mirlan Murzaev sowie Vitalij Lux aus der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg für Gefahr sorgen.

Die größte Aufmerksamkeit zieht indes der in Serbien aktive Zemlianukhin auf sich. Der Mittelfeldmann vom FK Radnicki Nis ist mit vier Treffern der bislang Kirgisistans erfolgreichster Torjäger in der laufenden WM-Qualifikation. Der 26-Jährige erzielte zwei Treffer beim Auftaktsieg gegen Bangladesch. In der Partie gegen Tadschikistan verwandelte er in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum Ausgleich, und im Spiel gegen Jordanien ging der Siegtreffer ebenfalls auf sein Konto.

"Die im Ausland aktiven Spieler bringen ihre internationale Erfahrung in das Team ein", so Kirgisistans russischer Nationaltrainer Aleksandr Krestinin zu den Leistungen und dem Beitrag seiner Legionäre. "Das wirkt sich sehr positiv aus.

Wir sollten weiterhin an unserer langfristigen Planung festhalten, den Fussball an der Basis und im Jugendbereich zu fördern. Denn unsere Spieler sind sehr talentiert und haben enormes Potenzial. Ich bin sicher, dass sie vor einer großartigen Zukunft stehen."

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