FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste

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Das lange Warten zahlt sich aus

American Samoa celebrate a goal against Cook Islands in Brazil 2014 qualifying
© Others

Gut Ding will Weile haben, sagt man so schön. Für die winzige Pazifik-Nation Amerikanisch-Samoa, einen der kleinsten Mitgliedsverbände der FIFA, schien das Warten kein Ende nehmen zu wollen. Nun jedoch, fast zwei Jahrzehnte nach dem ersten offiziellen Länderspiel, gelang Amerikanisch-Samoa der viel umjubelte erste Sieg.

Der Weg dorthin war keineswegs leicht, denn Amerikanisch-Samoa musste dabei unter anderem die höchste Niederlage in der FIFA-Länderspielgeschichte einstecken. Doch am 22. November geriet all das im Toleafoa J.S. Blatter Complex im benachbarten Samoa in Vergessenheit. Fast auf den Tag genau 17 Jahre nach dem Länderspieldebüt, auch damals in Samoas Hauptstadt Apia, bezwang Amerikanisch-Samoa das favorisierte Team Tongas.

Die Belohnung dafür war eine Verbesserung um 18 Positionen auf Platz 186 in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste, die beste je erreichte Platzierung. Dabei ließ man auch andere Nationen aus Ozeanien hinter sich, wie Papua-Neuguinea und die Cook-Inseln. Für einige mag das ein bescheidener Fortschritt sein, doch für eine Nation mit weniger als 60.000 Menschen kann es kaum hoch genug eingeschätzt werden.

*Ein harter und steiniger Weg
*
Amerikanisch-Samoa präsentierte sich 1994 in der Qualifikation für den Ozeanischen Nationen-Pokal erstmals auf der internationalen Bühne. Es folgten zwei weitere erfolglose Versuche, bevor man dann 2001 erstmals an der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ teilnahm.

Das an sich war zwar schon eine beeindruckende Leistung für die Nation, die sich kontinuierlich mit kleinen Schritten weiterentwickelte, doch die Ergebnisse auf dem Platz waren äußerst entmutigend. Nachdem zahlreiche Spieler vor dem Turnier ausgefallen waren, da man für sie nicht rechtzeitig die Genehmigung erhalten hatte, kassierte eine in erster Linie aus unerfahrenen Teenagern bestehende Auswahl vier Niederlagen mit nicht weniger als 57 Gegentoren. Der absolute Tiefpunkt war eine 0:31-Niederlage gegen Gastgeber Australien, ein Negativrekord, der so schnell nicht übertroffen werden dürfte.

Danach konnte es nur noch nach oben gehen. Zwar verliefen auch die Qualifikationsspiele für die WM-Endrunden Deutschland 2006 und Südafrika 2010 relativ einseitig, doch die Ergebnisse fielen nicht mehr ganz so deutlich aus. Aber ohne ein einziges Unentschieden blieb Amerikanisch-Samoa in der Weltrangliste auch weiterhin ein Kandidat für die hintersten Plätze.

*Historischer Erfolg
*
Und so erwartete man im Vorfeld des ozeanischen Vier-Nationen-Turniers zum Auftakt der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ im vergangenen November nicht viel von Amerikanisch-Samoa. Nur eine Mannschaft würde sich für die zweite Runde qualifizieren, und dieses Ziel lag für Amerikanisch-Samoa in weiter Ferne.

Doch dank des taktischen Geschicks des neuen Trainers Thomas Rongen, der viele Jahre als Coach in der MLS gearbeitet und auch die U-20-Auswahl der USA betreut hatte, konnte Amerikanisch-Samoa bis zum Ende der letzten Partie noch auf diesen Triumph hoffen. Erst dann gelang dem Team von Samoa der entscheidende Siegtreffer gegen den tapferen Nachbarn. Fast wäre Amerikanisch-Samoa das kaum für möglich Gehaltene noch gelungen, doch Diamond Ott traf zehn Minuten vor dem Ende aus aussichtsreicher Position nur den Pfosten.

Trotz dieser Enttäuschung war vier Tage zuvor bereits der große Durchbruch gelungen, als man gegen Tonga den denkwürdigen und sehnsüchtig erwarteten historischen ersten Sieg feiern konnte. Es war ein verdienter Erfolg, bei dem der 17-jähirge Shalom Luani den entscheidenden Treffer zum 2:1-Endstand erzielte. Wenige Tage später holte Amerikanisch-Samoa mit dem 1:1 gegen die Cook-Inseln, bei dem Luani erneut ins Schwarze traf, dann auch das erste Unentschieden in seiner Länderspielgeschichte.

Der Sieg zum Auftakt des Turniers blieb am Ende die größte Leistung, und auch für Torwart-Routinier Nicky Salapu, der schon bei der traurigen Rekord-Niederlage gegen Australien zwischen den Pfosten gestanden hatte, war es eine große Genugtuung. "Unmittelbar nach dem Spiel", erzählte Rongen von seinem Torhüter, "sah er mich an. Er hatte Tränen in den Augen und sagte: 'Nun kann ich meinen Kindern erzählen, dass ich ein Sieger bin.' Offen gesagt war dieser Moment noch schöner als das Spiel an sich."

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