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Contra und Hagi bringen Aufschwung für Rumänien

  • Rumänien war bei den letzten fünf Weltmeisterschaften nicht vertreten
  • Jetzt beste Weltranglisten-Platzierung seit 2016
  • Cosmin Contra und Gheorghe Hagi tragen zum Aufschwung bei

1998 war Rumänien auf einem Höhenflug. Das Team hatte gerade zum dritten Mal in Folge an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ teilgenommen und war genau wie bei den beiden vorherigen Auflagen in die K.-o.-Runde eingezogen.

Doch bereits vor Beginn der WM hatte Gheorghe Hagi, das Aushängeschild des Teams, eine ominöse Warnung verlauten lassen. "Der rumänische Fussball", so Hagi, "wird in zehn Jahren tot sein." Hagi behauptete steif und fest, durch die guten Leistungen der "Goldenen Generation" des Landes seien die systemischen Probleme verborgen geblieben. Diese würden jedoch unvermeidlich zum Niedergang führen. Und seine Worte sollten sich auf fast schon gespenstische Weise als prophetisch erweisen.

Der rumänische Fussball ist zwar nicht vollkommen von der Bildfläche verschwunden, befindet sich jedoch seit diesen glorreichen Tagen der 1990er Jahre in einer Flaute. In der Qualifikation für Russland 2018 setzten sich die deprimierenden Ergebnisse fort. Das Team belegte in seiner Gruppe den vierten Platz – hinter Montenegro und mit zwölf Punkten Rückstand auf den Tabellenführer Polen.

Doch jetzt scheint Rumänien sich endlich wieder im Aufwind zu befinden, und der Beifall dafür gebührt Hagi und einem ehemaligen Teamkameraden aus der Nationalmannschaft. Cosmin Contra, dessen Länderspielkarriere begann, als Hagis sich langsam dem Ende zuneigte, ist jetzt rumänischer Nationaltrainer. Dabei war er nicht immer einer Meinung mit seinem berühmten ehemaligen Teamkollegen. Tatsächlich waren die beiden Anfang des Jahres über Contras Entscheidung, Hagis Sohn Ianis nicht zu nominieren. in Streit geraten.

Dennoch geben ihre gemeinsamen Anstrengungen den gebeutelten Fussballfans im Land neue Hoffnung.

Der Trainer: Cosmin Contra

Seine Ergebnisse sprechen für sich selbst. Vor seinem Amtsantritt im September letzten Jahres hatte Rumänien gerade einmal drei der letzten 13 Spiele gewonnen. Von den zehn Begegnungen seit seiner Amtsübernahme konnten die Rumänen hingegen sechs gewinnen und mussten nur eine einzige Niederlage hinnehmen. Dabei setzten sie sich unter anderem gegen Chile, Schweden und die Türkei durch.

Das jüngste Auswärtsduell gegen Serbien im Rahmen der UEFA Nations League untermauerte den Fortschritt, der unter Contras Führung erzielt wurde. Die Partie endete 2:2, nachdem das Team zweimal in Rückstand geraten war. Außerdem kletterte Rumänien nach diesem Erfolg auf den 27. Platz in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste und erreichte damit die höchste Platzierung seit 2016.

Die Leistungen der U-21-Auswahl geben noch mehr Anlass zu Optimismus. Ungeschlagen und Spitzenreiter einer Gruppe, in der auch Portugal und die Schweiz vertreten sind, steht das Team an der Schwelle zur Qualifikation für die UEFA U-21-Europameisterschaft. Im Erfolgsfall wäre das die ersten Teilnahme an diesem Turnier seit – wie sollte es anders sein – 1998. Im letzten Monat wurde die Position des Teams durch einen 2:0-Sieg gegen Bosnien und Herzegowina noch weiter gestärkt. Dabei kam ein gewisser Ianis Hagi zu einem direkten Torerfolg nach einem Eckball.

Der Visionär: Gheorghe Hagi

Der 19-jährige Ianis ist ein großer Hoffnungsträger. "Technisch ist er doppelt so gut wie sein Vater in diesem Alter war", so der ehemalige Nationaltrainer Victor Piturca.

Hagi Seniors Beitrag zum Erfolg geht jedoch weit über seinen Sprössling hinaus, auch wenn er prognostiziert hat, dass sein "großartiger" Sohn "für Rumäniens Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen wird". Greifbarer und substanzieller sind jedoch der Klub und die Akademie, in die er 2009 reichlich Geld gesteckt hat, und deren Entwicklung alle Erwartungen übertroffen haben.

Viitorul (übersetzt 'Zukunft') war in der dritten Liga des rumänischen Fussballs ins Leben gerufen worden. Nur acht Jahre später gewann der Klub als erster Verein aus Hagis Heimatregion Dobruja den Titel der höchsten Spielklasse. Noch wichtiger für das Nationalteam ist jedoch die beeindruckende und ausgesprochen produktive Akademie, aus der bereits zahlreiche Nationalspieler und viele weitere Akteure für die stetig besser werdenden Jugendmannschaften des Landes hervorgegangen sind.

Hagi letztes Jahr gegenüber The Guardian: "Rumänien muss in die Jugend investieren. Nur auf diese Weise können wir eine neue Spielergeneration wie die hervorbringen, der ich angehört habe und die es mit jedem aufnehmen kann. Vielleicht können wir sogar eine noch bessere auf die Beine stellen. Das ist mein Ziel."

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