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Afrikas Vertreter für Japan hat sein Ticket gelöst

(African Football Media)
Mamelodi Sundowns' midfielder Khama Billiat (C) holds a trophy
© AFP

Nach dem Gewinn der afrikanischen Königsklasse am Sonntag werden die Mamelodi Sundowns als erster südafrikanischer Vertreter an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft teilnehmen. Zwar verlor der Klub das Rückspiel gegen den ägyptischen Klub Zamalek in Alexandria mit 0:1, doch das Hinspiel in Südafrika hatte das Team am vergangenen Wochenende mit einem überzeugenden 3:0 gewonnen.

Knapp gescheitert
Zamaleks Trainer Moemen Soliman stellte sein Team auf mehreren Positionen um. Er brachte Ahmed Dwidar, um die Defensive zu stabilisieren und ließ Mostafa Fathi statt Shikabala als Spielmacher auflaufen. Zudem stand bei den Gastgebern nicht Ahmed El Shenawy im Tor, der bei der 0:3-Hinspielniederlage beim zweiten Gegentreffer keine gute Figur gemacht hatte, sondern Mahmoud 'Gennesh'. Der allerdings hatte im ersten Durchgang kaum etwas zu tun, denn die Gastgeber drängten die Südafrikaner mit ihrer offensiven Ausrichtung weit in die eigene Hälfte zurück.

Fast wäre Zamalek schon früh der psychologisch so wichtige erste Treffer gelungen, als der nigerianische Stürmer Stanley Ohawuchi plötzlich ganz allein vor dem Tor von Denis Onyango auftauchte, nachdem er Thabo Nthethe und den ivorischen Verteidiger Soumahoro Bangaly ausgespielt hatte, doch er setzte den Ball knapp am Tor vorbei.

Mitte der ersten Halbzeit musste Onyango das Feld verletzt verlassen. Damit schien der zweite Titelgewinn eines südafrikanischen Klubs (nach den Orlando Pirates) noch einmal gefährdet. Doch als Ersatz für ihn kam der enorm erfahrene Wayne Sandilands. Südafrikas Fussballer des Jahres Khama Billiat hatte kurz nach dieser Umstellung die erste gute Torchance für die Gäste, doch Gennesh reagierte mit einer starken Parade. Unmittelbar vor der Pause hatte der Schlussmann dann das Glück des Tüchtigen, als ein abgefälschter Schuss von Billiat an die Latte sprang und dann über die Grundlinie zur Ecke flog.

Zamalek spielte auch nach der Pause weiter mit viel Druck nach vorn, konnte jedoch die kompakt stehende Verteidigung der Gäste zunächst nicht durchbrechen. In der 64. Minute gelang dann Ohawuchi mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das 1:0. Doch Zamalek benötigte noch zwei weitere Treffer, um das Blatt zu wenden, und warf daher noch mehr Spieler nach vorn. Sechs Minuten vor Schluss wollte der eingewechselte Emmanuel Manyuka schon das 2:0 bejubeln, doch der Ball wurde auf der Linie geklärt und so blieb es letztlich beim knappen 1:0 für den ägyptischen Klub.

*Der entscheidende Moment der Partie
*
Zamalek musste einen Dreitore-Rückstand aufholen und benötigte einen guten Start in die Partie, um den Mamelodi Sundowns den schon fast sicheren Titel möglicherweise doch noch entreißen zu können. Angefeuert von mehr als 80.000 Zuschauern im ausverkauften Borg El-Arab Stadium dominierten die Gastgeber die Partie von Anfang an. In der zwölften Spielminute wäre das so wichtige Führungstor fast gelungen, als sich Ohawuchi auf dem Weg in den Strafraum gegen Nthethe und Bangaly durchsetzte. Doch allein vor Mamelodi-Schlussmann Onyango verfehlte er das gegnerische Tor nur knapp.

Zitat
"Darauf haben unsere Fans lange gewartet. Es ist nicht nur unser Triumph sondern auch ihr Triumph. Nun können sie sich über Ruhm und Ehre freuen..."
Sundowns-Trainer Pitso Mosimane freut sich auf die Rückkehr nach Südafrika mit dem Titel in der Tasche

*Der Spieler der Partie
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Zwar konnte Stanley Ohawuchi nach seinem ersten Einsatz im Finale der CAF Champions League nicht den Titelgewinn bejubeln, doch der nigerianische Stürmer hätte dem Duell fast eine möglicherweise entscheidende Wendung gegeben. Er war 90 Minuten lang brandgefährlich, hatte bereits in der Anfangsphase eine gute Torchance und erzielte Mitte der zweiten Halbzeit den Treffer zum 1:0 für die Kairoer. Er begann seine Profikarriere bei Bayelsa United in seiner Heimatstadt. Dann wechselte der Stürmer zu Heartland, von wo aus ihm der Sprung nach Europa gelang. Hier stand er zunächst in Diensten des spanischen Drittligisten Atletico Baleares, bei dem er allerdings nicht regelmäßig zum Einsatz kam. Von den Balearen wechselte er zu den Silema Wanderers nach Malta, wo er mehr Spielzeit erhielt. Dann kam ein Angebot des ägyptischen Klubs Wadi Degla, das er nicht ablehnen konnte. Zamalek holte ihn Anfang des Jahres mit Blick auf die CAF Champions League auf Leihbasis nach Kairo, um seinen Kader weiter zu verstärken.

Statistik
6 –
Für den ägyptischen Klub Zamalek wäre es der sechste Titelgewinn in der CAF Champions League gewesen. Die Nordafrikaner haben die afrikanische Königsklasse bislang fünf Mal gewonnen. Einzig der Lokalrivale Al Ahly hat noch mehr Titel, nämlich acht. Allerdings liegt der letzte Titelgewinn Zamaleks bereits 14 Jahre zurück. Die Fans hatten gehofft, dass das Team die lange Wartezeit nun beenden könnte, doch es sollte am Ende nicht reichen.

Ihre Meinung zählt
Werden die Mamelodi Sundowns sich bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft im Dezember als starker Vertreter Afrikas erweisen? TP Mazembe und Raja Casablanca haben es bei diesem Turnier beide bis ins Finale geschafft. Kann der südafrikanische Klub diesen Erfolg wiederholen und vielleicht sogar den Titel holen?

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