Entwicklung

Kickfair - wenn Jugendliche zu Mentoren und Vorbildern werden

(FIFA.com)
KICKFAIR a Football for Hope partner

Bildung ist ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Entwicklung, doch der Zugang zu Bildung ist nicht immer gegeben oder nicht immer mit denselben Chancen versehen. Die deutsche NGO Kickfair hat es sich zur Aufgabe gemacht, chancenbenachteiligten Jugendlichen – aber nicht nur diesen – mit spezifischen Angeboten unter die Arme zu greifen und bedient sich dabei des Straßenfussballs als Vehikel. Bundesweit ist man an rund 40 Standorten aktiv.

Herausgekommen ist ein wohl durchdachtes Bildungskonzept, basierend auf Straßenfussball-Projekten im ganzen Land. Zentraler Bestandteil ist es, dass Kinder und Jugendliche möglichst früh als so genannte "Youth Leader" Verantwortung übernehmen und zeitgleich Vorbildrollen für jene ausfüllen, die noch ein paar Jahre jünger sind. So sind es zum Beispiel 12-, 13-Jährige, die mit Unterstützung der Kickfair-Mitarbeiter an ihren Schulen Fussballturniere für die Zehn- und Elf-Jährigen organisieren, welche dann wiederum ein, zwei Jahre später selbst in diese Rolle der Organisatoren schlüpfen.

Wie nehmen die "Youth Leader" ihre Erfahrungen wahr?

"Bei Kickfair habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen, im Team zusammen zu arbeiten und auf Menschen zu zugehen. Außerdem bin ich offener gewesen."
Deniz

"Ich habe gelernt, mir was zuzutrauen und selbst wenn es mal nicht klappt daraus zu lernen und weiterzumachen."
Jessica

"Gerade meine persönlichen Erfahrungen bekräftigen mich darin, weiter für andere Jugendliche zu arbeiten."
Marcel

"Dass Jugendliche von Jugendlichen lernen, das finde ich im Projekt halt cool, weil es auch funktioniert."
Cem

Doch wie erreicht man solch ein tolles Echo?

Es geht uns darum, Lernen zu ermöglichen, nicht Wissen zu vermitteln", erläutert Steffi Biester, die mit Jochen Fäll für die Gesamtleitung bei Kickfair verantwortlich zeichnet. "Fussball ist ein Phänomen, das weit über den Sport an sich herausgeht. Fussball ist für unsere Jugendlichen super attraktiv, er weckt große Emotionen."

"Jungen und Mädchen spielen miteinander, handeln die Regeln vor jedem Spiel selbst aus und besprechen deren Einhaltung nach dem Spiel in der Dialogzone. Fairness zählt in Punkten genauso viel wie geschossene Tore" – so definiert Kickfair seine Grundidee des Straßenfussballs.

Weitere Bausteine des Kickfair-Konzepts:

  • Straßenfussball-Mediation: Jugendliche werden bei Spielen als Mediatoren eingesetzt
  • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen: Jugendliche planen Spiele-Treffs und Turniere
  • Mentorship und Youth Leadership: Als Mentoren dienen ältere Jugendliche als Vorbilder für die Zielgruppe
  • Internationale Verständigung und globales Lernen: Austausch mit Partnerorganisationen weltweit
  • Verständigung und Dialog im eigenen Lebensumfeld: Workshops und Projekttage zum Thema Vielfalt für jugendliche mit unterschiedlichen Biographien und Hintergründen

"Scheitern ist Teil eines Lernprozesses. Entscheidend ist: Wie gehe ich mit dieser Erfahrung positiv um? Das hören viele der Jugendlichen bei uns zum ersten Mal, dass Scheitern etwas Positives sein kann", so Biester weiter. Alle jungen Menschen haben die gleichen Möglichkeiten, ihr persönliches und berufliches Potenzial zu entfalten. Davon ist man bei Kickfair überzeugt und genau das möchte man fördern.

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