Programa Forward

Entwicklungszusammenarbeit zwischen Brasilien und Kuba im Rahmen des FIFA-Forward-Programms

(FIFA.com)
CUBA CBF partnership
  • Die Fussballverbände Brasiliens und Kubas haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet
  • Projekt wird im Rahmen des FIFA-Forward-Programms gefördert
  • Ziel: Entwicklung des kubanischen Fussballs auf technischer Ebene in allen Altersklassen

Unter Beteiligung von Jesús Pereira, Generalsekretär des kubanischen Fussballverbands (AFC) und seines Pendants Walter Feldmann vom brasilianischen Fussballverband (CBF) und unter Anwesenheit von Jair Bertoni (Direktor der Subdivision der Mitgliedsverbände Amerikas) sowie von Mitgliedern der Regionalbüros der FIFA in Panama und Asunción schlossen AFC und CBF ein Abkommen zur Förderung des kubanischen Fussballs auf technischer Ebene, und zwar vom Nachwuchsbereich bis zur Elite. Gleichzeitig soll die Ausbildung von Schiedsrichtern auf der Insel gefördert werden. Die Umsetzung der Vereinbarung begann am vergangenen Montag mit einem ersten Kurs für kubanische Jugendtrainer. Ziel ist es, bereits auf Breitenfussballebene mit der Förderung einzusetzen.

Jair Bertoni betonte während der Veranstaltung: "Diese Vereinbarung, deren Ziel die Förderung des in Kuba vorhandenen Potenzials und das Anheben des Niveaus durch Erfahrungsaustausch und Weitergabe von Expertenwissen ist, ermöglicht die Umsetzung der Initiative beider Verbände." Nach Abschluss des ersten Kurses, an dem insgesamt 25 Trainer und Trainerinnen teilnahmen, erklärte Bertoni: "Dieses Projekt ist keine sporadische Angelegenheit, sondern ein Konzept, das im Rahmen der von FIFA-Präsident Gianni Infantino im Dokument FIFA 2.0 verankerten Vision entwickelt wurde. In dieser Vision geht es unter anderem um die Notwendigkeit, Anreize für mehr Kooperation zwischen den 211 Mitgliedsverbänden sowie für einen Austausch von Wissen, Erfahrungen und bewährten Methoden zu schaffen."

Langfristiges Projekt

Darüber hinaus verwies er auf "die große Bedeutung dieser positiven Beziehung zwischen AFC und CBF, die die erste Kooperationsvereinbarung zwischen Verbänden zweier unterschiedlicher Konföderationen im Rahmen des FIFA-Forward-Programms unterzeichnet haben: einem Verband aus der Nord-, Mittelamerika und Karibik-Zone (CONCACAF) und einem aus der südamerikanischen Fussballkonföderationen (CONMEBOL)."

Im Fokus des Austausches, der auf jeden Fall bis zum Jahr 2020 fortgesetzt wird, jedoch nach Möglichkeit auf unbestimmte Zeit ausgeweitet werden soll, steht die Ausbildung von Trainern und Schiedsrichtern durch brasilianische Instruktoren vor Ort in Kuba. Darüber hinaus soll die technische Entwicklung kubanischer Spieler über einen Erfahrungsaustausch und Praktika gefördert werden.

"Initiativen wie diese tragen zweifellos zu unserer Entwicklung bei. Daher möchten wird uns im Namen des INDER [Anm. d. Red.: Kubanisches Institut für Sport und Freizeit] und des kubanischen Olympischen Komitees für diese Gemeinschaftsaktion bedanken, die sehr hilfreich für den kubanischen Sport und insbesondere den Fussball sein wird", so Jesús Pereira, Generalsekretär des AFC, im Rahmen der Veranstaltung, die im Salón La Palma des Hotels "Meliá Habana" stattfand.

Ziele der Kooperationsvereinbarung sind unter anderem die grundlegende Förderung des kubanischen Fussballs ab dem Kinder- und Jugendbereich, die Unterstützung der Entwicklung auf der Infrastrukturebene sowie über Ressourcen und Know-how. Darüber hinaus sollen sich zwei Nationen näherkommen, die beide über eine große Tradition im Sportbereich verfügen.

Walter Feldman, Generalsekretär des CBF, brachte während der Veranstaltung seine Dankbarkeit dafür zum Ausdruck, dass diese Vereinbarung umgesetzt werden kann. Er fügte hinzu: "Der Wunsch, den Fussball in Kuba zu fördern, wird diesmal anders realisiert als in der Vergangenheit. Dieses Projekt ist ein Wissensaustausch, der darüber hinaus – und das ist noch wichtiger – auch eine praktische Komponente auf dem Spielfeld hat."

Der gesellschaftliche Beitrag des Fussballs

Die Teilnehmer betonten außerdem, diese Art der Zusammenarbeit ermögliche den Austausch von Know-how und bewährten Methoden zwischen Brasilien, einem der wichtigsten Fussballverbände, und Kuba. Sie gingen auch noch einmal auf die große Bedeutung ein, die dem Fussball in jedem Land im sozialen und Bildungsbereich zukommen kann. In der Vereinbarung sahen sie eine weitere Bestätigung dafür, dass der Fussball eine globale Sportart ist, über die Werte vermittelt werden können.

Das FIFA-Forward-Programm hatte in Kuba bereits weitreichende Auswirkungen. Die finanziellen Ressourcen konnten vervierfacht werden, sodass bereits zwei Auflagen von Schul- und Kinderligen durchgeführt werden konnten. Außerdem wurde der Kunstrasenplatz in La Polar (Havanna) fertiggestellt und die Arbeiten an einem zweiten Kunstrasenplatz im Komplex Antonio Maceo in Santiago de Cuba haben bereits begonnen. Hinzu kommen eine Modernisierung der Anlagen des Estadio Pedro Marrero sowie die Instandhaltung des Spielfelds.

Der Fussball in Kuba weist seit einigen Jahren ein exponentielles Wachstum auf und zählt mittlerweile zu den beliebtesten Sportarten des Landes, in dem traditionell der Baseball die Hauptrolle spielt.

Initiativen wie diese, das FIFA-Forward-Programm als Ganzes sowie die Begeisterung und Leidenschaft, die die Mitglieder des AFC an den Tag legen, geben durchaus Anlass zu der Annahme, dass der Fussball in nicht allzu ferner Zeit zur wichtigsten Sportart der Insel werden könnte.

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