Am 27. und 28. Januar 2016 organisierten die FIFA und die CONCACAF in Panama mit vereinten Kräften ein Seminar zum Thema Klublizenzierung. Eingeladen waren Vertreter aller in der CONCACAF-Region ansässigen Mitgliedsverbände.

Dem Seminar war Anfang 2015 die Einführung der Klublizenzierung durch die CONCACAF vorausgegangen. Mit der Veranstaltung werden die Bemühungen des Weltfussballverbands, der Konföderation sowie der Landesverbände fortgesetzt, die Klublizenzierung zu globalisieren und in allen Ecken und Enden der Welt entsprechende Systeme einzurichten.

An dem zweitägigen Seminar nahmen Vertreter aller Mitgliedsverbände teil, darunter Generalsekretäre, CEOs der Ligen sowie engagierte Führungskräfte im Bereich Klublizenzierung. Zahlreiche renommierte Gäste hatten eine Einladung zu dem Seminar erhalten, in dem Bemühen seitens der FIFA, möglichst viele Interessengruppen in das Projekt einzubinden und die Steuerung und Koordination auf eine breitere Basis zu stellen. Unter Ihnen waren Karina LeBlanc (bis vor kurzem Profifussballerin bei den Chicago Red Stars und in der kanadischen Frauen-Nationalmannschaft), Enrique Bonilla (Geschäftsführender Präsident der Liga MX) sowie Juan Carlos Rojas Callan (Präsident von Deportivo Saprissa in Costa Rica). 

Dieser Schritt erfolgt im Einklang mit der Entscheidung des FIFA-Exekutivkomitees, einer Reihe von Vorschlägen der FIFA-Reformkommission 2016 zuzustimmen, die dem Kongress in seiner außerordentlichen Sitzung am 26. Februar vorgelegt werden. Besondere Betonung liegt dabei auf der Förderung von "größerer Transparenz und einer breiteren Beteiligung der Interessengruppen". In diesem Rahmen ist die Schaffung einer "neuen Kommission der Interessengruppen des Fussballs" angedacht, der Vertreter der wichtigsten Interessengruppen im Fussball, insbesondere von Spielern, Klubs und Ligen angehören sollen. Als Ergänzung und zur Verwaltung der Kommission der Interessengruppen hat das FIFA-Exekutivkommittee außerdem die Einrichtung einer Abteilung für den Profifussball beschlossen.

"Der Profifussball beginnt am Schreibtisch", so Bonilla während der zweitägigen Veranstaltung. "Viele konzentrieren sich im Fussball auf hervorragende Trainer, Schiedsrichter und Spieler. Doch man braucht auch hervorragende Profis, die tagtäglich bei der Organisation der Ligen Entscheidendes bewirken. Diesen Punkt müssen sich alle Klubs bewusst machen, die sich entwickeln wollen, und die Klublizenzierung ist das Instrument, mit dem diese Entwicklung gefördert werden kann."

Das Seminar, bei dem es Vorträge von Vertretern der FIFA, der CONCACAF, von Mitgliedsverbänden sowie wichtigen Interessengruppen des Fussballs gab, zielte darauf ab, die Struktur des Klubfussballs auf nationaler Ebene klar zu umreißen und einen zukunftsträchtigen Weg hin zu einer größeren Professionalisierung in der gesamten CONCACAF-Region aufzuzeigen. Zu diesem Zweck soll die Klublizenzierung als Entwicklungsinstrument dienen, und zwar unabhängig von der Größe und dem aktuellen Entwicklungsstatus der beteiligten Länder.

Außerdem wurde der derzeit von der FIFA angestrengte Konsultationsprozess mit den Konföderationen zur Überarbeitung des FIFA-Reglements zur Klublizenzierung ausgeweitet, um ein Klublizenzierungssystem von globaler Natur zu schaffen. Das System erkennt die unterschiedlichen Klubfussball-Strukturen der einzelnen Regionen an und ist realitätsnah und flexibel genug, um an die Bedürfnisse der einzelnen Regionen angepasst werden zu können. Der Frauenfussball ist eingeschlossen und wird gefördert. Karina LeBlanc sprach sich vor den Teilnehmern für das System aus: "Für uns Sportler liegt die Professionalisierung des Fussballs im Detail. Wenn Sie sich professionelle Sportler wünschen, müssen Sie uns auch als Profis behandeln. Dabei geht es um sichere und faire Arbeitsbedingungen, angemessene Reisevorbereitungen sowie um die kleinen Dinge, beispielsweise, dass dafür gesorgt wird, dass die Wäsche gewaschen wird. Und für uns Sportlerinnen bedeutet die Förderung des Frauenfussballs über die Klublizenzierung noch viel mehr: Hier geht es darum, jungen Mädchen im Alter von zwölf oder 13 Jahren eine bessere Perspektive zu bieten. Es geht darum, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, dafür zu sorgen, dass sie daran glauben, dass Sie Sportlerinnen, Olympiateilnehmerinnen und noch viel mehr werden können – Ärztinnen, Geschäftsfrauen, was immer sie wollen. Die FIFA und die CONCACAF befinden sich mit der Einbindung des Frauenfussballs in die Klublizenzierung auf dem richtigen Weg."

Juan Carlos Rojas ging auf die Vorzüge ein, die sich daraus ergeben, dass die Perspektive der Klubs in die Klublizenzierung und generell in den Entscheidungsprozess eingebunden wird: "Die Klubs können den Dachverbänden zu besseren Entscheidungen verhelfen, wenn ihre Ansichten in die Entscheidungsfindung einfließen. Wenn wir als Klubs die Sache richtig angehen, können wir einen enormen Einfluss auf unsere Gemeinschaft nehmen. Bei Saprissa sind wir außerdem zu dem Schluss gekommen, dass wir ein wirklich gutes Unternehmen sein können, wenn wir Exzellenz anstreben. Beispielsweise haben wir in unserem Klub ein Projekt, das wir 'Stadionerlebnis' nennen. Wir möchten, dass die Leute, die in unser Stadion kommen, dort ein wundervolles Erlebnis haben und daher den Wunsch verspüren, wiederzukommen. Sicherheit, Infrastruktur und die Preisgestaltung – all dies sind entscheidende Aspekte. Wir müssen uns klar machen, dass die Menschen auch andere Dinge tun können, als ins Stadion zu gehen. Daher müssen wir etwas investieren, um den Besuch für sie attraktiv zu machen."

Die UEFA und die asiatische Fussballkonföderation AFC haben in Europa und Asien bereits erfolgreiche Klublizenzierungssysteme umgesetzt. In den letzten zwölf Monaten hat die FIFA nun ihre Aufmerksamkeit verstärkt dem Ausbau der Klublizenzierung in der CONCACAF, CAF und OFC zugewandt, um den Klubfussball in jeder einzelnen Region auf dem Spielfeld und abseits davon voranzutreiben. Die Klublizenzierung hat in diesen Regionen eine rasante Entwicklung zu verzeichnen. Auch in der südamerikanischen Fussballkonföderation CONMEBOL soll das Klublizenzierungssystem vor Ende 2016 eingeführt werden.