Ein ausverkauftes Finale, keine größeren Sicherheitsvorfälle sowie eine steigende Anzahl weiblicher Fans kennzeichneten die zweite Auflage der Afghan Premier League (APL), die am Freitag, 11. Oktober 2013, zu Ende ging. Mit einem 3:1-Sieg nach Verlängerung gegen Simorgh Alborz sicherte sich Shaheen Asmayee zum ersten Mal den Titel.

Sayed Aghazada, Generalsekretär des afghanischen Fussballverbands, erklärte gegenüber FIFA.com: "Der reibungslose Ablauf des Spielbetriebs in der Liga und der Sieg unserer Nationalmannschaft im SAFF-Pokal im September haben in unserem Land eine wahre Fussball-Euphorie ausgelöst. Die APL ist zu einer echten Plattform geworden, um Brücken zu bauen und die Popularität des Fussballs zu steigern. Wir haben einen beispiellosen Anstieg bei der Anzahl von Frauen und Familien im Stadion zu verzeichnen. Das spezielle Vorprogramm für Frauen und Familien, das wir vor dem Finale organisiert haben, hat sich als großer Erfolg erwiesen."

Acht Teams aus allen Landesteilen nahmen an dieser zweiten Auflage der APL teil, darunter auch De Maiwand Atalan aus dem Südwesten Afghanistans, in dessen Kader auch Spieler aus den gewaltgeplagten Provinzen Helmand und Kandahar standen. Alle Spiele wurden in dem 6.000 Zuschauer fassenden AFF-Stadion ausgetragen, dessen Kunstrasenspielfeld aus Mitteln des Goal-Projekts der FIFA finanziert wurde.

"Das Stadion war häufig ausverkauft, die durchschnittliche Zuschauerzahl betrug 4.500", meint Ali Askar Lali, Spielleiter der APL. "Sicherheitstechnisch gab es keine größeren Zwischenfälle, und die Zuschauer waren sehr fair. Auf dem Platz konnten wir feststellen, dass das Spielniveau sich im Vergleich zum ersten Jahr verbessert hat. Wir werden mit allen Parteien über künftige Wege zur Verbesserung des Auswahlprozesses sprechen, den wir vor dem Wettbewerb durchführen, um die Qualität der Liga weiter zu verbessern."

Die APL, das Nationalteam der Männer und der Frauenfussball sollen wichtige Stützpfeiler in der strategischen Planung des afghanischen Fussballverbands (AFF) werden. "Mit Unterstützung der FIFA arbeiten wir an einer langfristigen strategischen Planung, die auf die weitere Entwicklung des afghanischen Fussballs in einigen Schlüsselbereichen wie dem Breitenfussball, der Infrastruktur sowie den inländischen Wettbewerben im Männer- und Frauenfussball abzielt", so Aghazada. "Dabei geht es darum, den aktuellen Boom auszunutzen, um mehr junge Leute für den Fussball zu gewinnen und damit die Anzahl der Aktiven zu erhöhen."

Cyril Loisel, Leiter der FIFA-Entwicklungsprogramme, lobt die erzielten Fortschritte. Loisel: "Wir können nur stolz auf die Erfolge sein, die der afghanische Fussballverband in den letzten Monaten verbuchen konnte. Der Erfolg der Liga und der Nationalmannschaft belegen, dass die Investitionen die wir gemeinsam mit dem AFF für die Entwicklung des Fussballs in Afghanistan getätigt haben, konkrete Auswirkungen haben."

Die Entwicklungskommission der FIFA, die im September 2013 in Zürich zusammenkam, bestätigte, dass Afghanistan im Rahmen des Programms des Weltfussballverbands zur Unterstützung von unterprivilegierten Mitgliedsverbänden vom Bau einer Futsal-Halle und einer Beach-Soccer-Arena profitieren wird.