Auf den Bolzplätzen Südamerikas gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, das besagt: "Der Dicke geht ins Tor." Johnny Herrera hat dies am eigenen Leib erfahren, als er im Alter von neun Jahren in seinem Geburtsort Angol mit dem Fussballspielen begann.

Es mag vielleicht der erste Beweis für seine Charakterstärke gewesen sein, dass sich der heute erfolgreiche Schlussmann von Universidad de Chile davon nicht unterkriegen ließ und sich auf der Position, auf die er verbannt wurde, durchsetzen konnte.

Universidad Católica wollte ihn nicht aufnehmen, wohl aber Universidad de Chile, wo er seit seinem 14. Lebensjahr eine ausgeprägte Siegermentalität entwickelt hat. Er war noch jung, als er in die erste Mannschaft vorstieß, und holte mit den Azules zwölf Titel, obwohl er zwischendurch noch bei drei anderen Klubs aktiv war.

Mit Chile gewann er als dritter Torwart beim Olympischen Fussballturnier 2000 in Sydney die Bronzemedaille. Außerdem nahm er an der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2001 teil und Juvenal Olmos nominierte ihn auch für die Olympia-Qualifikation 2004.

Damals war er zum ersten Mal Ersatzmann von Claudio Bravo, und viele weitere Male sollten folgen. Dies ist auch der Hauptgrund dafür, dass er es in der A-Nationalmannschaft bislang nur auf eine Handvoll Einsätze bringt.

Dennoch stand er auch bei der WM 2014 in Brasilien sowie bei den Titelgewinnen in der Copa América Chile 2015 und Copa América Centenario 2016 im Kader.