Der Kolumbianer Juan Carlos Osorio ist ein Taktikfanatiker, der für seinen guten Umgang mit den Spielern bekannt ist und in seiner Anfangszeit als Coach der mexikanischen Nationalauswahl einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hat. Nach Engagements im Vereinsfussball in Kolumbien, den USA, Mexiko und Brasilien erhielt Osorio im Oktober 2015 erstmals das Angebot, eine Nationalmannschaft zu leiten. Seine sieben Titel im kolumbianischen Fussball zwischen 2010 und 2014 hatten das Interesse der Verantwortlichen geweckt, die ihm die Leitung von El Tri anvertrauten. 

Mit neuen Ideen holte er das Beste aus der technischen Vielseitigkeit seiner Spieler heraus und führte Rotationen ein, die ihm zwei Vorteile verschafften: Zum einen konnte er sich besser auf jeden einzelnen Gegner einstellen, gleichzeitig konnte er den gesamten Kader aktivieren, so dass sich jeder Spieler wichtig fühlte. 

Seine Methode zahlte sich aus. Die mexikanische Auswahl marschiert festen Schrittes in Richtung erfolgreiche Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ und beendete auf dem Weg einige Negativserien. So konnten erstmals seit 44 Jahren die USA auf heimischen Boden bezwungen werden. 

Dennoch gibt es in dieser Periode einen Stachel, der tief sitzt. Die 0:7-Niederlage gegen Chile bei der Copa América Centenario 2016 bedeutete nicht nur das Aus in diesem Turnier, sondern war die höchste je erlittene Niederlage in einem offiziellen Wettbewerb. Aber auch dieser Ausrutscher diente als Lektion, um Fehler zu korrigieren, und als Warnhinweis, sich nie zu sicher zu fühlen.