• El Tri führt Gruppe A aufgrund der größeren Anzahl erzielter Tore an
  • Ein Remis reicht für das Weiterkommen
  • Letztes Gruppenspiel am Samstag in Kasan gegen Russland

Von Martín Langer (Team-Reporter Mexiko)

Zahlen lügen nicht: Mexiko ist Spitzenreiter der Gruppe A des FIFA Konföderationen-Pokals und braucht gegen Russland noch einen Punkt, um ins Halbfinale einzuziehen.

Manchmal lohnt es sich jedoch, über die Statistiken hinauszublicken, und dann fällt die Analyse nicht mehr ganz so eindeutig aus.

Im zweiten Gruppenspiel gegen Neuseeland musste El Tri nämlich mächtig zittern, um sich schließlich den Sieg gegen ein Team zu sichern, das in der Weltrangliste 78 Plätze hinter den Mexikanern rangiert. Nach der ersten Halbzeit lag Mexiko noch mit 0:1 hinten und es wurde deutlich, dass bestimmte Aspekte verbessert werden müssen, wenn man hier weiter mithalten will.

FIFA.com analysiert die Lage gemeinsam mit den Protagonisten.

1. Einsatz der besten Spieler und eines bekannten Systems
Für die Partie in Sotschi hatte Juan Carlos Osorio im Vergleich zum Remis gegen Portugal acht Umstellungen vorgenommen und außerdem noch das System geändert. Anstelle der 4-3-3-Formation ließ er mit einem 3-2-2-3-System spielen. In der ersten Halbzeit hatte das Team Probleme und konnte erst im zweiten Durchgang nachjustieren. Gegen Russland, das sein erstes Gruppenspiel gegen die Kiwis gewinnen konnte, bleibt kein Spielraum für Fehler.

"Ich wollte mit einer frischen Mannschaft spielen und glaube, dass wir [die Neuseeländer] unter Kontrolle hatten und uns gut gegen sie geschlagen haben. Am Ende haben wir gewonnen."
Juan Carlos Osorio (Trainer, Mexiko)

2. Übersteigertes Selbstbewusstsein vermeiden
Die Spieler bestreiten dies zwar, doch nicht selten gehen Teams gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner zu entspannt auf den Platz. Mexiko schien zu Beginn nicht richtig im Spiel zu sein und reagierte erst nach dem Rückstand.

"Ich glaube nicht, dass wir mit übersteigertem Selbstbewusstsein an die Sache herangegangen sind, aber die aggressive, destruktive und angriffsorientierte Herangehensweise der Neuseeländer mit langen Bällen hat uns das Leben zweifellos schwer gemacht."
Oswaldo Alanís (Verteidiger, Mexiko)

3. Konzentration über 90 Minuten
Das erste Tor Portugals und der Treffer Neuseelands kamen nach Abwehrfehlern zustande, und Schwächen im Abschluss sorgten dafür, dass die Mexikaner sich zum Sieg zittern mussten. Mexiko sollte sich nicht den Luxus von Unkonzentriertheiten erlauben und die Partie phasenweise "herschenken". 

"Wir müssen von Beginn an intensiver in die Partie gehen. Wir wissen, dass wir mit einem Remis weiterkommen, aber wir müssen trotzdem auf Sieg spielen, dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen und müssen uns bewusst machen, dass die Partie sehr schwer werden wird."
Raúl Jiménez (Stürmer, Mexiko)

4. Klarer Plan
Im Laufe seiner Amtszeit hat Osorio es verstanden, die Spielweise an die jeweiligen Gegner anzupassen, um diese zu neutralisieren. Gegen Neuseeland ging der Schuss allerdings nach hinten los. Er wusste, dass die All Whites bei hohen Bällen gefährlich waren, und dennoch ist es ihnen gelungen, auf diese Weise viel Gefahr auszustrahlen. Gleichzeitig schien er nicht mit dem ungeheuren Druck und der Intensität des Gegners gerechnet zu haben, und so hatte Mexiko Schwierigkeiten, sein Spiel durchzubringen.

"Russland wird ein anderer Gegner sein. Die Russen spielen auf Ballbesitz und wir werden versuchen, ihre Stärken zu neutralisieren und ihre Schwächen zu nutzen. Allerdings müssen wir dabei konzentriert zu Werke gehen."
Jürgen Damm (Mittelfeldspieler, Mexiko)

5. Glauben an sich selbst bewahren
Dabei handelt es sich weniger um einen Punkt, der verbessert werden muss, sondern vielmehr um eine Bestätigung. Mexiko hat in den bisherigen Partien gezeigt, dass es einen Rückstand aufholen und die benötigten Punkte holen kann. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wird entscheidend sein in einem Duell, in dem der Druck hoch ist und das heimische Publikum es den Mexikanern noch schwerer machen wird.

"Das Team kann mit schwierigen Situationen umgehen. Es mag vielleicht gute und schlechte Spiele geben – wie die heutige erste Halbzeit – aber wir müssen den Glauben an die eigenen Fähigkeiten bewahren und unseren Plan weiter selbstbewusst umsetzen."
Néstor Araujo (Verteidiger, Mexiko)