FIFA Konföderationen-Pokal 2017

Dacourt: "Kamerun muss Dynamik ausnutzen"

(FIFA.com)
FIFA Legend Olivier Dacourt, Cameroon legend Roger Milla and the trophy
© FIFA.com
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  • Die Trophäe des FIFA Konföderationen-Pokal ist auf Tour in Kamerun 
  •  FIFA-Legende Olivier Dacourt, der das Turnier mit Frankreich zwei Mal gewonnen hat, ist dabei
  •  "Den Afrikanischen Nationen-Pokal zu gewinnen, ist eine Leistung. Die dadurch entstandene Dynamik gilt es jetzt auszunutzen"

    Gut zwei Wochen noch bis zum Anstoß des FIFA Konföderationen-Pokals Russland 2017. Die Spannung steigt – nicht nur bei allen Fussballfans, die ihre Lieblinge auf dem Rasen sehen wollen, sondern auch bei allen anderen Beteiligten rund um die Stadien in Russland.

An diesem Freitag, 2. Juni, ist die Ungeduld besonders in Kamerun greifbar. Kein Wunder, denn dort macht gerade die Trophäe die Runde, die dem Gewinner des *Turniers der Champions *überreicht werden wird. Einige Stunden können die Kameruner und Kamerunerinnen sie ihm Rahmen einer Tour durch alle qualifizierten Länder bewundern und davon träumen, dass ihre *Unzähmbaren Löwen *sie in einigen Wochen vielleicht mit zurückbringen. Der Franzose Olivier Dacourt kennt dieses Gefühl nur zu gut. Er hat es selbst zwei Mal erlebt, als er das Turnier mit den *Bleus *in den Jahren 2001 und 2003 gewonnen hat.

Heute zählt Dacourt zu den FIFA Legends und ist Teil der in Kamerun vertretenen Delegation, die die wertvolle Statuette begleitet. Vor Ort konnte sich Dacourt davon überzeugen, welche Freude es den Menschen bereitet, die Trophäe sehen zu können. Bei dieser Gelegenheit erinnerte er sich auch an das Turnier und äußerte sich zu den Chancen des Afrikameisters 2017.

Olivier, welche Eindrücke haben Sie angesichts der Trophäe, die in Kamerun zu sehen ist?
Es herrscht ganz besondere Freude. Wir wurden sehr gut empfangen. Man spürt bei jeder Gelegenheit, dass die Kameruner ein fussballverrücktes Volk sind. Sie leben für den Fussball. Es war gut, dass wir mit der Trophäe hergekommen sind und sie gezeigt haben.
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Was bedeutet Ihnen persönlich das *Turnier der Champions?

Ich verbinde damit natürlich positive Erinnerungen. Ich konnte es mit Frankreich ja zwei Mal gewinnen. Der Titel 2003 war für Frankreich zudem der bislang letzte. Danach hat Frankreich noch zwei Mal das Endspiel erreicht, bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006™ und bei der EURO 2016, beide Male aber nicht gewonnen.
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Was ist Ihnen noch vom Finale 2003 gegen Kamerun in Erinnerung?

Zum einen natürlich der Sieg. Zum anderen aber auch der tragische Tod von Marc-Vivien Foé. Einige von uns hatten mit ihm zusammengespielt, andere zumindest gegen ihn. Im Finale gab es dann bei der Überreichung des Pokals diese schöne Fairplay-Geste. Rigobert Song und Marcel Desailly haben die Trophäe gemeinsam hochgereckt. Aber an diesem Tag war der Sieg sowieso nebensächlich. Drei Tage zuvor hatten wir jemanden verloren, der uns am Herzen lag.
*

Dieses Jahr ist Kamerun zurück beim Konföderationen-Pokal. Was trauen Sie den Unzähmbaren Löwen *zu? *
Sie haben doch schon eine Überraschung geschafft! Wer hätte denn damit gerechnet, dass sie den Afrikanischen Nationen-Pokal gewinnen? Kamerun hat es geschafft, aus guten Individualisten eine Mannschaft zu formen. Es ist eine Leistung, Afrikameister geworden zu sein, denn es gab Mannschaften wie Senegal, Ghana oder Marokko, die auf dem Papier besser besetzt waren. Da kann man nur gratulieren, es war ein hervorragendes Turnier. Nun trifft Kamerun beim Konföderationen-Pokal auf ganz starke Mannschaften, aber im Fussball ist bekanntlich alles möglich. Gute Mannschaften bedeuten gute Spiele. Für mich ist Deutschland klarer Favorit, Portugal und Chile schätze ich auch hoch ein. Das bleibt abzuwarten. Wichtig ist, dass Kamerun diese Dynamik weiter ausnutzt. 

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