• Díaz, Puch und die Bedeutung der Absicherung gegen Deutschland
  • Chile verfügt über die nötige Koordination und das Wissen
  • Mentale Stärke wichtig gegen den Weltmeister

Diego Zandrino (Team-Reporter Chile) aus Kasan

Chile ist ein Team, das stets das gegnerische Tor im Visier hat. Die Außenverteidiger schalten sich in den Angriff ein, die Mittelfeldspieler stoßen überraschend in die Mitte, die Stürmer dringen in den gegnerischen Strafraum ein.

Aber klar, hinterher muss wieder verteidigt werden. Es ist kein Geheimnis, dass das Umschalten vom Angriff in die Defensive einer der Schlüsselaspekte des Fussballs ist. La Roja scheint in dieser Hinsicht ein gut geölter Apparat zu sein.

"Dieser taktische Teil ist uns in Fleisch und Blut übergegangen, er funktioniert wie von selbst und das ist sehr wichtig", sagt Marcelo Díaz im Gespräch mit der FIFA. Der Mittelfeldspieler ist einer der Hauptverantwortlichen für die defensive Absicherung.

"Diejenigen von uns mit einer eher taktischen Aufgabe müssen sehr gut aufpassen, um alle schwierigen Situationen zu lösen, die im Spiel passieren. Damit geben wir unseren Teamkameraden die Möglichkeit, in Richtung Tor zu gehen", ergänzt er.

Diese Aufgabe übernehmen aber nicht nur die defensiven Mittelfeldakteure, sondern auch die Flügelspieler. Beim Debüt gegen Kamerun konnte Edson Puch dabei beobachtet werden, wie er sich bis auf die Außenverteidigerposition zurückfallen ließ, um die vorrückenden Kollegen abzusichern.

"Wenn die Absicherung nicht gut koordiniert ist, kann es gefährlich werden. Diese Mannschaft hat diese Koordination, weil sich die Spieler sehr gut kennen. Deshalb ist es nicht leicht, gegen Chile ein Tor zu schießen", erklärt Puch.

Díaz vs. Puch
Alter: 30 vs. 31
Länderspieldebüt: 2011 vs. 2009
Länderspiele: 54 vs. 17
Tore: 1 vs. 2

Intakte Moral
Da der nächste Gegner Deutschland heißt, ist das Thema Absicherung umso wichtiger. Die DFB-Elf verfügt über junge und technisch starke Akteure, die schnelle und präzise Gegenstöße starten können.

"In dieser Hinsicht wird es wichtig sein, aufmerksam und konzentriert zu bleiben. Und wir werden es noch besser als gegen Kamerun machen müssen, weil der Gegner das erfordert", bestätigt Díaz.

Puch betont die gute Organisation und die Durchschlagskraft der Deutschen, auf die zu achten sein wird, um jede Unordnung zu vermeiden. Das Gute aber sei, dass "Chile daran gewöhnt ist, gegen Mannschaften von diesem Niveau zu spielen. Ich bin zuversichtlich, dass alles gut funktionieren wird."

An Selbstvertrauen mangelt es nicht im chilenischen Kader, aber in Maßen ist dies auch nötig. "Wenn du dem Weltmeister gegenüberstehst, musst du psychologisch stark und die Moral intakt sein. Ich glaube, diese Mannschaft hat dies", sagt der Mittelfeldspieler.

"Das ist die größte Errungenschaft Chiles jenseits der Triumphe und Pokale. Die starke und positive Mentalität sorgt dafür, dass wir dort sind, wo wir jetzt stehen."

"El Chelo" kennt sie gut...
2015 sammelte Díaz eine Saison lang beim Hamburger SV Erfahrung: "Ter Stegen, Mustafi, Hector und Kimmich ragen heraus, aber ich kenne sie alle gut und es sind starke Spieler. Deswegen sage ich, dass es schwer wird, obwohl sie so jung sind: Die meisten haben Erfahrung und spielen bei großen Klubs."