• Einer von mehreren jungen Neuseeländern, die beim Turnier der Champions glänzen wollen
    • Einer der wenigen All Whites, die regelmäßig in einer europäischen Erstliga zum Einsatz kommen
    • "Gegen große Namen anzutreten ist ein Kindheitstraum"

    Ryan Thomas ist die Speerspitze von Neuseelands junger Generation kreativer und technisch versierter Fussballer. Falls man dem neuseeländischen Nationaltrainer Trainer Anthony Hudson glauben darf, hat Thomas noch eine große Karriere vor sich. Er ist jedenfalls ein begeisterter Anhänger des 22-jährigen Mittelfeldspielers und beschrieb ihn letztes Jahr als "Spitzenfussballer und Siegertyp".

    Thomas gab sein Debüt im Nationalteam mit gerade einmal 19 Jahren und ist nach und nach zu einem festen Bestandteil der Startelf geworden. Ein Doppelpack des Spielers bei Neuseelands letztem Qualifikationsspiel für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ beseitigte auch die letzten Zweifel an den Fähigkeiten des Youngsters auf internationaler Ebene. Daher dürfte der 22-Jährige beim FIFA Konföderationen-Pokal im nächsten Monat häufig zum Einsatz kommen.

    Der leichtfüßige, dribbelstarke Spieler spielt auf der Außenbahn, und zwar entweder im Angriff oder im Mittelfeld. Neuseeland wird bei seinem ersten Auftritt im Konföderationen-Pokal seit acht Jahren die gesamte Angriffsformation in Hochform brauchen, um es mit Portugal, Mexiko und Gastgeber Russland aufnehmen zu können.

    Runderneuerte Kiwis gut gerüstet
    Es ist schon eine ganze Weile her, dass Thomas auf der Weltbühne aktiv war. Er war noch sehr jung, als er bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2013 für Neuseeland auflief. Bei der nächsten Auflage, die zwei Jahre später in Down Under stattfand, war er dann nicht mehr spielberechtigt, weil er ein paar Tage zu alt war.

    Thomas stammt aus der ländlichen Kleinstadt Te Puke, und die Spotlights eines großen FIFA-Turniers dürften vor wenigen Jahren noch Lichtjahre für ihn entfernt gewesen sein – ganz zu schweigen von einem Aufeinandertreffen mit Megastars wie Cristiano Ronaldo. Thomas bleibt jedoch bei all dem bescheiden, was vielleicht auf seine Herkunft zurückzuführen sein mag.

    "Ich freue mich wirklich darauf", erklärt der Mittelfeldspieler im Gespräch mit FIFA.com, als wir ihn nach dem anstehenden Konföderationen-Pokal fragen. "Die Chance, vor vielen Zuschauern und gegen Riesenmannschaften zu spielen, wird eine gute Erfahrung für mich sein."

    Für Neuseeland bietet sich hier die Möglichkeit, die runderneuerte Mannschaft vor großem Publikum zu präsentieren. Sie wurde von Anthony Hudson zusammengestellt, dem jungen englischen Trainer, der das Ruder 2014 übernommen hat. "Bei unseren letzten zwei oder drei Touren haben wir große Verbesserungen gezeigt, auch bei dem Angriffsstil, den wir umzusetzen versuchen", so Thomas.

    "Von uns können die Zuschauer ein schnelles, offensives Spiel erwarten. Jetzt kommt es darauf an, dieses Erlebnis zu genießen. Viele unserer Jungs spielen in Europa auf einem guten Niveau. Daher werden wir uns keine Sorgen um das Spielniveau beim Konföderationen-Pokal machen. Wir werden uns nur um das jeweilige Spiel und unsere Taktik kümmern."

    Der Stoff, aus dem die Träume sind
    Auf Vereinsebene läuft Thomas für den mit bescheidenen Mitteln ausgestatteten PEC Zwolle in der niederländischen Eredivisie auf. Die letzte Saison stellte für den Klub eine Herausforderung dar, doch am Ende sicherte sich das Team einige Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt.

    Obwohl er noch sehr jung ist, hat Thomas bereits über 100 Erstligaspiele in einer starken europäischen Liga auf dem Konto. Nur eine Handvoll Neuseeländer kann dasselbe von sich behaupten. Thomas kam in letzter Zeit sehr häufig zum Einsatz und wird in der nächsten Saison von John van’t Schip trainiert werden, ehemaliger niederländischer Nationalspieler und bis vor kurzem noch Trainer von Melbourne City.

    "Ich bin auf jeden Fall ein besserer Spieler geworden", so Thomas, als wir ihn bitten, seine aktuellen Fähigkeiten mit der Zeit zu vergleichen, als er noch für den FC Waikato in der neuseeländischen Liga spielte. "Ich habe in den drei Jahren bei PEC einen großen Sprung nach vorn gemacht. Tatsächlich hat sich in dieser Zeit bei mir unglaublich viel bewegt."

    Im Augenblick gilt die volle Konzentration des Spielers jedoch dem Turnier der Champions, bei dem er die seltene Gelegenheit haben wird, sich mit einigen Akteuren der Weltelite zu messen.

    "So etwas ist natürlich ein Kindheitstraum", meint Thomas. "Du siehst Ronaldo und die anderen großen Spieler in der Champions League oder bei Weltmeisterschaften spielen und hoffst, eines Tages selbst diese Chance zu bekommen. Jetzt haben wir diese Möglichkeit, und wir müssen sie nutzen und gut spielen."