• Kamerun mit belgischem Trainer Hugo Broos beim FIFA Konföderationen-Pokal
  • Afrikameister trifft in Gruppe B auf Chile, Australien und Deutschland
  • Dritte Turnierteilnahme für die Unzähmbaren Löwen

Für Kameruns belgischen Nationaltrainer Hugo Broos ist ein kühler Kopf enorm wichtig. In Gabun führte der Belgier Kamerun zum fünften Titelgewinn beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal. Es war sein erster großer internationaler Erfolg, doch auch hier erlaubte er sich keine emotionalen Eskapaden.

"Ich bin ein sehr realistischer Mensch und kann die Dinge in die richtige Perspektive rücken", sagte Broos kürzlich in einem Interview mit FIFA. "Ich bin eigentlich nie extrem glücklich aber auch nie extrem niedergeschlagen. Ich mag Disziplin, sie ist für mich absolut unverzichtbar. Wenn in einem Team mit vielleicht 30 Leuten keine Disziplin herrscht, dann regiert schnell das Chaos und es wird unmöglich, etwas zu erreichen."

Im nächsten Monat wird es ganz besonders auf die Disziplin ankommen, die der 65-Jährige so vehement einfordert, denn dann treten seine Unzähmbaren Löwen als Vertreter Afrikas beim FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017 an. Für Kamerun ist es bereits die dritte Teilnahme am Turnier der Champions. Beim letzten Auftritt 2003 hatten die Afrikaner es bis ins Finale geschafft.

"Neben Gastgeber Russland sind hier die sieben besten Teams der Welt dabei. Sie alle sind Kontinentalmeister. Das Niveau ist also enorm hoch", so Broos. "Daher müssen wir das Turnier mit bescheidenen Erwartungen angehen und versuchen, die erste Runde zu überstehen. Das wird schwer genug."

Starke Gruppe B
Kamerun hat sich als letztes Team für Russland 2017 qualifiziert und landete in einer schweren Gruppe mit dem amtierenden Weltmeister Deutschland, Copa-América-Gewinner Chile und Asienmeister Australien. Die Roten Löwen starten am 18. Juni in Moskau mit der Partie gegen Chile ins Turnier. Vier Tage später treten sie in Sankt Petersburg gegen Australien an. Im letzten Gruppenspiel am 25. Juni treffen sie dann in Sotschi auf die Deutschen.

"Wir spielen in einer Gruppe mit Weltmeister Deutschland und Südamerikameister Chile. Und auch Australien sollte man keinesfalls unterschätzen. Wir werden sehen, wie es läuft", so der Belgier. "Mir geht es bei diesem Turnier in erster Linie um eine Standortbestimmung im Vergleich zum Rest der Welt. So können wir einschätzen, wo wir als Afrikameister stehen. Das kann für die Zukunft sehr wichtig sein."

Dabei denkt Broos natürlich an die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Russland. In der Afrika-Qualifikation, die in einigen Monaten fortgesetzt wird, steht Kamerun in der dritten und letzten Qualifikationsrunde.

"Wenn ich die Wahl hätte, wäre ich natürlich lieber nächstes Jahr in Russland dabei", so Broos. "Dieses Turnier ist trotzdem wichtig für mich. Schließlich könnten wir im nächsten Jahr in Russland auf die gleichen Teams treffen. Wir wollen wissen, wo wir stehen und auf welchem Niveau wir uns derzeit tatsächlich befinden."