Confed Cup 2013

Ein Weckruf für die "Furia Roja"

(FIFA.com)
Andres Iniesta of Spain looks on with his team-mates
© Getty Images

Die Niederlage gegen Brasilien im Endspiel des FIFA Konföderationen-Pokals hat Spanien zwar nicht bis in die Grundfesten erschüttert, jedoch auch bei einer Mannschaft mit dem Selbstvertrauen und den Erfolgen der Iberer ihre Spuren hinterlassen. Spuren, wohlgemerkt, nicht Wunden oder Narben. Das von Vicente del Bosque betreute Team mit seinen Stars sollte vor der nächsten großen Herausforderung wertvolle Lehren aus der Partie ziehen. Schließlich steht die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ vor der Tür.

In diesem Zusammenhang verwundert auch Del Bosques Ausspruch nicht. "Von Zeit zu Zeit ist es wichtig zu verlieren", erklärte der Coach, der seit Juni 2010 (0:1-Niederlage gegen die Schweiz zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Südafrika) kein offizielles Länderspiel mehr verloren hatte. "Natürlich sind wir nicht glücklich, aber es gibt keinen Grund, nicht optimistisch zu sein … Wir haben hervorragende Spieler, eine funktionierende Spielweise und sollten jetzt wegen einer im Übrigen verdienten Niederlage nicht allzu viele Änderungen vornehmen", erklärte der Trainer, ohne etwas zu beschönigen.

"Wir müssen versuchen, positive Schlussfolgerungen aus der Niederlage zu ziehen, denn das macht einen größer", verkündete Iker Casillas nach der klaren Niederlage im Maracanã-Stadion. "Die Gegner spielen jetzt auf Augenhöhe mit uns. Es ist nicht mehr wie vor vier Jahren, als wir das Überraschungsteam waren und international unsere Vorherrschaft festigen konnten. Spiele wie die gegen Brasilien oder Italien sollten uns zeigen, dass unsere Gegner uns inzwischen sehr gut analysiert haben", merkte der spanische Mannschaftskapitän noch an.

Die Worte Casillas', dem Del Bosque nach fünfmonatiger verletzungsbedingter Pause wieder Vertrauen schenkte, stimmen mit der Analyse des spanischen Trainers überein, der sich gegenüber FIFA.com vor dem Finale geäußert hatte: "Vorher waren wir Aspiranten, jetzt sind wir Titelverteidiger, daher ist es normal, dass man uns besser kennt und dass wir den Gegner nicht mehr so überraschen können. Es ist nicht einfach, neue Wege zu finden, die anderen zu überraschen. Daher müssen wir alles sehr gut machen."

Selbstkritik und AnalyseEs gab Einiges anzumerken. Die Gegentore zum falschen Zeitpunkt, der von Sergio Ramos verschossene Strafstoß, der Platzverweis Gerard Piqués ... Fernando Torres selbst brachte es auf den Punkt: "Es war einer dieser Tage, an denen von Anfang an alles schief läuft." Dennoch blieb man in der Kabine der Spanier recht gelassen. "Wir müssen einfach lernen, besser gegen starke und aggressive Mannschaften zu spielen, ihrem Druck zu entweichen. Das gleiche gilt für die Teams, die ein starkes Pressing spielen und versuchen, unseren Rhythmus früh zu stören", erklärte Piqué selbstkritisch, der dabei auf das 1:1 zu Hause gegen Finnland in der Qualifikation für die WM 2014 verwies.

Der zentrale Abwehrspieler von Barcelona erwies sich gemeinsam mit Ramos, einmal abgesehen vom Finale, einmal mehr als starkes Bollwerk und gute Alternative für Del Bosque. Der Verteidiger von Real Madrid wollte seinerseits auch nichts beschönigen. "Wir kamen heute gar nicht zum Nachdenken" urteilte er. Ähnlich äußerte sich Fernando Torres: "Es ist uns nicht gelungen, uns an die Situation anzupassen. Wir waren nicht imstande, Gas zu geben. Sollten wir nun nach vorne laufen oder nach hinten? Wir waren doch recht verunsichert", gestand El Niño ein.

Torres war einer der Lichtblicke des spanischen Auftritts in Brasilien. Die Nummer 9 begann das Turnier als Ersatzspieler und holte am Ende den Goldenen Schuh von adidas. Natürlich ist das vor allem seinen vier Treffern gegen Tahiti zuzuschreiben, in einer Partie, in der die Spanier eine B-Mannschaft aufboten. Dennoch zeigte der Angreifer, dass er bereit ist, wieder eine Führungsrolle im Angriff der Iberer zu übernehmen. Nach der WM in Südafrika hatten ihn viele in Zweifel gezogen. "Wenn du in der spanischen Nationalelf spielst, kann sich alles ändern, zum Guten wie zum Schlechten", erklärte er, nachdem er – Junioren-Auswahl und A-Nationalmannschaft zusammengerechnet – gerade einmal das zweite von sieben Endspielen im spanischen Nationaldress verloren hatte.

Blick in die Zukunft
Dennoch zeigt man sich optimistisch für die Zukunft. "Die Zahlen und unsere bisherigen Erfolge sprechen für uns", erklärte ein selbstbewusster Ramos, dem die Niederlage nun nichts mehr anzuhaben scheint. "Wir werden hierher zurückkehren und beweisen, dass wir es richtig machen können und den Titel holen", fügte der Spieler von Real hinzu. Torres drückte das Gleiche mit etwas anderen Worten aus. "Das Schöne am Fussball ist, dass es immer eine zweite Chance gibt. Ich hoffe, dass wir hier wieder antreten können und unsere Revanche bekommen, aber nicht gegen Brasilien, sondern gegen uns selbst."

Keiner erwähnte das Wort "Qualifikation", nur Del Bosque entging es nicht, dass man am 6. September nach Finnland reisen muss, zum letzten Auswärtsspiel, dem zwei Heimspiele gegen Weißrussland und Georgien folgen. "Darauf konzentrieren wir uns jetzt. Wir haben uns diesen Termin fest eingeprägt. Dort werden wir uns das Recht verdienen, im nächsten Jahr wieder in Brasilien dabei zu sein", erklärte er zum Abschluss.

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