Castrol Index

Brasiliens Fred auf dem Thron

(FIFA.com)
Fred of Brazil celebrates scoring
© Getty Images

Den Gewinn des Goldenen Schuhs von adidas hat Fred knapp verpasst, doch sein enorm wichtiger Beitrag zum Triumph Brasiliens wird auch durch den ersten Platz in der Wertung des Castrol Index verdeutlicht. Vor dem Finale am Sonntag hatte der 29-jährige Stürmer noch Platz vier belegt. Doch dank seiner zwei Tore im Maracanã-Stadion zog er an allen Konkurrenten vorbei und eroberte Platz eins vor Sergio Ramos und Jordi Alba.

Der Linksverteidiger vom FC Barcelona und der Innenverteidiger von Real Madrid hatten vor dem Endspiel noch auf den Plätzen eins und zwei gelegen, nachdem sie maßgeblich dazu beigetragen hatten, dass die Roja mit nur einem Gegentreffer bis ins Finale marschiert war. Dann aber fügte die Seleção den Spaniern ihre erste Niederlage in einem Pflichtspiel seit 2010 zu (gleichzeitig die höchste seit 1985, abgesehen von Freundschaftsspielen) und wirbelte damit die Wertung noch einmal gehörig durcheinander.

Der Castrol-Index: Spitzenleistung analysieren

Fred erzielte sein erstes Tor gleich in der zweiten Minute und sorgte damit für einen perfekten Start der Gastgeber. Mit seinem zweiten Treffer zwei Minuten nach der Pause erhöhte er auf 3:0 und erstickte damit alle Hoffnungen der Spanier auf eine mögliche Aufholjagd im zweiten Durchgang. Die beiden ganz verschiedenen Treffer zeigten, dass Fred derzeit auf dem Gipfel seines Könnens steht. Beim ersten Treffer lag er im Fünfmeterraum am Boden und schaffte es gerade noch, instinktiv das Bein auszustrecken um den Ball in der unübersichtlichen Situation über Iker Casillas hinweg in die Maschen zu befördern. Den zweiten Treffer hingegen erzielte der Spieler von Fluminense von der Strafraumgrenze aus mit einem perfekt platzierten Schuss ins lange Eck.

Doch der 29-Jährige trug noch mehr als diese zwei Tore zum Erfolg bei: So beförderte er den Ball zwischenzeitlich mit einem schönen Hackentrick zu Oscar, dessen Schuss sein Ziel allerdings haarscharf verfehlte. Zudem scheiterte Fred einmal nur knapp in einer Eins-gegen-Eins-Situation an Casillas. Entsprechend war seine Wertung von 9,64 die höchste aller Spieler im Finale. Zusammen mit der Note 9,70 aus der Partie gegen Italien und der 7,46 aus dem Spiel gegen Uruguay, bei dem er ebenfalls ein Tor beisteuerte, schloss er das Turnier mit dem höchsten Durchschnittswert ab (9,57).

Fred mit toller Erfolgsquote
Den Goldenen Schuh als bester Torjäger sicherte sich Fernando Torres, der ebenso wie Fred fünf Treffer erzielte, dafür aber nur 273 Einsatzminuten benötigte, während der Brasilianer 423 Minuten spielte. Doch die Zahlen des Castrol Index zeigen, dass die Treffsicherheit von Fred etwas höher als die des spanischen Torjägers lag. Denn er benötigte für seine fünf Tore 14 Torschüsse (36 Prozent Erfolgsquote), während Torres 15 Schüsse brauchte (33 Prozent). Die Zahlen belegen auch, dass Fred insbesondere im Strafraum brandgefährlich ist, denn nur einer seiner Treffer fiel aus der Distanz.

Neymar, der im Finale ebenfalls traf, hatte von allen Spielern die meisten Torschüsse (16), darunter derjenige, der am Sonntag unmittelbar vor der Pause den Weg vorbei an Casillas fand. Neymar, der dank seiner herausragenden Leistung im Finale noch zehn Plätze gut machte und sich den letzten Platz in den Top-Ten der Gesamtwertung sicherte, war auch der Spieler mit den meisten Alleingängen, nämlich 22, gefolgt von Andres Iniesta mit 18. Dass allerdings sechs seiner Torschüsse von außerhalb des Strafraums abgegeben wurden, machte sich in der Indexwertung bemerkbar, denn solche Distanzschüsse haben geringere Erfolgsaussichten.
* Ramos beeindruckt durch Passsicherheit*
Ein weiterer Brasilianer, der sich am letzten Spieltag noch verbessern konnte, war Verteidiger David Luiz, der mit einem spektakulären Einsatz in der ersten Halbzeit den fast sicher scheinenden Ausgleich durch Pedro verhinderte. Diese Rettungstat sicherte Brasilien eine weiße Weste und dem Spieler vom FC Chelsea Platz vier in der Gesamtwertung. Bei den erfolgreichen Tacklings lag David Luiz auf Platz drei, hinter seinem brasilianischen Teamkollegen Luiz Gustavo (sieben) und dem Italiener Giorgio Chiellini (neun).

Chiellini war zudem auch der Verteidiger mit den meisten Balleroberungen (39), gefolgt vom Spanier Ramos mit 35. Der Spieler von Real Madrid landete in der Gesamtwertung auf Platz zwei, drei Jahre nachdem er bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ den ersten Platz im Castrol Index belegt hatte. Trotz des verschossenen Elfmeters im Finale erarbeitete er sich mit seinem Einsatz für den Welt- und Europameister in Brasilien einen Gesamtwert von 9,47. Neben seiner starken Defensivarbeit beeindruckte Ramos auch mit enormer Passsicherheit: von seinen 323 Pässen kamen 89 Prozent bei einem Mitspieler an. Wenig überraschend war der Spieler mit den meisten erfolgreichen Pässen wieder einmal sein Teamkamerad Iniesta (337 von 390 gespielten Pässen).

Eine letzte Zahl sei noch genannt, die durchaus bemerkenswert ist. Denn da Italien im Spiel um Platz drei gegen Uruguay am Sonntag noch zwei Treffer kassierte, erhöhte sich die Zahl der Gegentore der Südeuropäer auf zehn – nur Tahiti ließ noch mehr Gegentreffer zu. Aus diesem Grund landete Chiellini letztlich trotz seiner starken Einzelwertungen knapp außerhalb der Top Ten und wurde Elfter.

Die Top Ten zum Abschluss:
Fred (Brasilien, 9,57), Sergio Ramos (Spanien, 9,47), Jordi Alba (Spanien, 9,38), David Luiz (Brasilien, 9,30), Thiago Silva (Brasilien, 9,23), Andres Iniesta (Spanien, 9,16), Marcelo (Brasilien, 9,10), Gerard Pique (Spanien, 9,04), Luiz Gustavo (Brasilien, 8,98), Neymar (Brasilien, 8,92).

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