Confed Cup 2013

Neymar kann Geschichte schreiben

(FIFA.com)
Neymar of Brazil celebrates
© Getty Images

Bei diesem FIFA Konföderationen-Pokal konnten die Fans der Seleção eine Erfahrung machen, die in den vergangenen Jahren den Fans des FC Santos vorbehalten war und die in Zukunft die Anhänger des FC Barcelona machen dürfen:  Sobald Neymar am Ball ist, verharrt das Stadion in Erwartung eines Geniestreichs in Ehrfurcht.

Ein Beispiel ist sein Tor im Eröffnungsspiel gegen Japan nach nicht einmal drei Minuten, oder auch die Schlussminuten der Begegnung gegen Mexiko, als er die Räume nutzte und mit einem unglaublichen Zuspiel den Siegtreffer von Jô vorbereitete.

Wenn am Sonntag die Seleção im Maracanã-Stadion auf Spanien trifft, dürfte dies für Neymar selbst ein Moment sein, der ihn vor Erfurcht erstarren lassen könnte. Er muss mit dem Erwartungsdruck umgehen, vor einem einzigartigen Augenblick zu stehen und das vielleicht wichtigste Spiel seiner noch jungen Karriere zu bestreiten.

"Das ist ein großes Finale und vereint alle Voraussetzungen für ein historisches Spiel, das wissen wir alle", so Neymar gegenüber FIFA.com. "Wir hoffen, dass unser Name in die Geschichte des Fussballs und vor allem des Maracanã eingeht."

Der Angreifer stand uns kurz Rede und Antwort, nachdem er in Rio de Janeiro an einer fast 30-minütigen Pressekonferenz teilgenommen hatte. Und an dieser Stelle sei folgende Anmerkung gestattet: Ja, der erst 21-jährige Brasilianer kann es kaum abwarten, in das sagenumwobene Stadion einzulaufen und gegen einige seiner Idole zu spielen, die für die derzeit stärkste Mannschaft der Welt auflaufen. Mit Nervosität hat das indes recht wenig zu tun.

Neymar zeigte sich gegenüber den zahlreichen Journalisten entspannt, zuversichtlich und strahlte eine außergewöhnlich große Ruhe aus. Auch wenn er eingestehen musste, dass er am Donnerstag nach dem Sieg von Spanien gegen Italien im Elfmeterschießen gegenüber Thiago Silva angemerkt hatte, dass er nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn das Finale schon am Freitag stattfinden würde. "Wir müssen aber warten, nicht wahr?", fügt er mit einem Lächeln hinzu.

Geschichte schreibenJedes Finale wirkt sich natürlich auch auf den Gemütszustand der Spieler aus. Der Star der Seleção hat mit dem FC Santos bereits einige dieser Momente erlebt. Aber wie ist das wohl, ein dermaßen wichtiges Spiel vor eigener Kulisse im Fussballtempel des Maracanã zu bestreiten? Mit der Rückennummer zehn der Seleção? Gegen Gegner, die zu seinen großen Idolen gehören und mit denen er auf der Videokonsole schon so manche Begegnung gewonnen hat? "Die ganze Welt hat auf ein Finale zwischen Brasilien und Spanien gehofft – wir auch. Wir spielen gegen die Besten der Welt, gegen die beste Nationalmannschaft der Welt."

Neymar betont, dass die Spanier aufgrund ihrer zahlreichen Erfolge seit 2008 (zwei Europameisterschaften und ein WM-Titel) am Sonntag als Favorit in die Begegnung gehen. Gleichermaßen beschwichtigt er aber auch: "Wir müssen Respekt haben, uns auf dem Platz aber durchsetzen. Spanien hat einige Top-Stars, doch auch Brasilien hat herausragende Fussballer."

"Wir müssen einfach nur Fussball spielen und dürfen nicht auf die anderen schauen. Wir spielen gegen die beste Mannschaft der Welt, mit den besten Spielern der Welt. Aber auch wir haben viele talentierte Spieler. Der Respekt ist groß und die Bewunderung auch. Aber auf dem Platz spielen wir schönen Fussball und vertrauen uns gegenseitig blind. Wir sind in der Lage, am Sonntag eine starke Leistung zu zeigen."

Als ob nicht schon genug auf dem Spiel stünde, verabschiedet sich Neymar im Finale des Konföderationen-Pokals auch von den brasilianischen Stadien, wie ein Journalist während des Pressetermins anmerkte. Nach dem Maracanã folgt das Camp Nou. Die Frage erwischte Neymar auf dem falschen Fuß: "Daran hatte ich noch gar nicht gedacht", so der Akteur, der sich von den Fans des FC Santos während des Ligaspiels gegen Flamengo im Nationalstadion Mané Garrincha verabschiedet hatte – just an dem Ort, wo der Startschuss zum Konföderationen-Pokal fiel. Damals weinte er bei der Nationalhymne, wohl wissend, dass ein wichtiges Kapitel seiner Karriere enden würde. "Ich weiß nicht, was passieren wird. Ich weiß nicht, ob Tränen fließen werden. Aber die Emotionen werden gewaltig sein", folgert er.

Neben seinem vorläufigen Abschied von den brasilianischen Fans konzentriert sich Neymar vor allem auf ein Spiel, das seinen eigenen Worten zufolge sämtliche Voraussetzungen erfüllt, um in die Geschichte einzugehen. Hierzu hofft er, einen Beitrag leisten zu können und bei den Zuschauern erneut für Hochspannung zu sorgen.

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