Tahiti hat eben erst den OFC Nationen-Pokal 2012 mit einem historischen 1:0-Finalsieg gegen Neukaledonien für sich entscheiden. Nun sagt Nationalcoach Eddy Etaeta, dass er seine Schützlinge bis zum FIFA Konföderationen-Pokal 2013 noch weiter aufbauen will.

"Ich bin im Moment ziemlich sprachlos. Wir werden erst realisieren, was wir da geschafft haben, wenn wir tatsächlich auf dem Weg nach Brasilien sind", so Etaeta nach dem Finale gegenüber FIFA.com . "Wir sind zurzeit im siebten Himmel, und es fällt mir schwer, meine Gefühle in Worte zu fassen."

Blütenweiße Weste
Der Sieg ist der bisherige Höhepunkt eines langjährigen Neuaufbauplans des tahitianischen Fussballverbands. Allerdings geht Etaeta davon aus, dass ihm und seinem Team noch ein ganzes Stück Arbeit bevorsteht, ehe sie sich in Brasilien mit den Besten der Besten messen können.

Tahiti hat beim OFC Nationen-Pokal 2012 alle fünf Spiele gewonnen. Darunter waren auch zwei Siege gegen die ebenfalls französischsprachigen Rivalen aus Neukaledonien, gegen die man im Halbfinale der Pazifik-Spiele im September noch unterlegen war.

Die Tehau-Brüder (Jonathan, Alvin und Lorenzo) liefen zu Höchstform auf. Sie erzielten in Honiara auf dem Weg zum Titel sage und schreibe 13 der 20 Tore ihres Teams. Ebenfalls in Bestform präsentierten sich alte Hasen wie Angelo Tchen, Xavier Samin sowie Mannschaftskapitän Nicolas Vallar, ehemals Verteidiger von HSC Montpellier, der es besonders gut verstand, seine Mitspieler zu motivieren.

Andere Akteure wie Sebastien Labayen und Raimana Lee Fung Kuee konnten die Reise zu den Salomon-Inseln wegen anderer beruflicher Verpflichtungen nicht antreten.

Tahiti hofft auf Star-Bonus
Ein weiterer Grund für Etaeta, mit Tahiti optimistisch in die Zukunft zu blicken, ist AS Monacos Stürmer Marama Vahirua, der sich im späteren Verlauf des Jahres für die dritte Qualifikationsrunde zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ sowie den FIFA Konföderationen-Pokal von seinem Klub freistellen lassen will.

"Es waren noch nicht alle Spieler da. Das Team hätte also noch stärker sein können", so Etaeta. "Für uns ist es schwer, mit allen Spielern aufzulaufen, weil sie sehr in ihre Vereine eingebunden sind. Aber es gibt ein paar Leute wie etwa Marama Vahirua, die sich trotzdem zur Verfügung stellen wollen. Am OFC Nationen-Pokal konnte Marama aufgrund der Situation bei seinem neuen europäischen Verein nicht teilnehmen."

Etaeta geht davon aus, dass der Sieg beim Turnier Spielern wie den in Honiara glänzend aufspielenden Tehau-Brüdern helfen kann, Profiverträge zu bekommen. "Wir hoffen, dass Alvin, Jonathan und Lorenzo Kontakte zu Profivereinen in Australien, Neuseeland, den USA oder vielleicht sogar in Europa bekommen. Das würde uns bei unseren Vorbereitungen auf Brasilien wieder ein Stück weiterbringen", so Etaeta. "Sie haben beim Nationen-Pokal alle eine starke Leistung gebracht."

Tahiti wurde mit einem problemlosen 10:1-Sieg über Samoa Gruppenerster. Dabei netzten Lorenzo Tehau vier Mal, Jonathan zwei Mal und Alvin ebenfalls zwei Mal ein. Teaonui "Filou" Tehau, der Cousin der drei Brüder, traf nach seiner Einwechslung, und den letzten Treffer steuerte Steevy Chong Hue bei, der Tahiti später auch im Finale zum Titel schoss. Danach folgten ein nervenaufreibendes 4:3 gegen Neukaledonien sowie ein überzeugender Sieg gegen Vanuatu (4:1). Im Halbfinale warteten dann die Salomon-Inseln auf die Tahitianer.

Für Tahitis Volk und alle Trainer
"Unsere größte Stärke beim Turnier lag im mentalen Bereich", so Etaeta. "Wir hatten in zehn Tagen fünf Spiele zu absolvieren, was sowohl körperlich als auch mental hart ist. Wir waren trotzdem in der Defensive konzentriert und konsequent in der Vorwärtsbewegung. Das Ergebnis stand für uns im Vordergrund, nicht das Schönspielen."

So rang Tahiti dem Gastgeber in einer harten Halbfinalpartie vor einem randvoll mit Salomonern gefüllten Stadion ein 1:0 ab. Im spannenden Finale besiegte das Team dann die Neukaledonier. Die Partie war hart umkämpft und sehr körperbetont - Etaetas Meinung nach wie gemacht für sein Team.

"Es hat mich doch sehr überrascht, dass Neukaledonien im Finale auf lange Bälle gesetzt hat", so sein Kommentar. "In der Gruppenphase und im Halbfinale gegen Neuseeland hatten sie noch ganz anders gespielt. Ihre neue Taktik lag uns viel besser."

"Wir widmen den Sieg dem gesamten Volk Tahitis und allen Trainern, die in unserem Land harte Aufbauarbeit leisten. Vor allem aber möchte ich diesen Sieg meinem Vater widmen, der mich immer unterstützt hat."