Zwar hat die Qualifikation für den Afrikanischen Nationen-Pokal bereits im Juni begonnen, doch für die allermeisten Nationalmannschaften stand erst an diesem Wochenende die Auftaktpartie auf dem Weg zur Endrunde 2012 in Äquatorial-Guinea und Gabun auf dem Programm.

Nach einem hochdramatischen Wochenende mit nicht weniger als 21 Partien gab es den Rücktritt eines Trainers zu verzeichnen, Guinea-Bisseaus ersten Sieg in einem offiziellen Länderspiel in 14 Jahren sowie einen sensationellen Hattrick von Mamadou Niang, der damit einen ersten Hinweis auf Senegals fussballerisches Potenzial gab. Überraschende Rückschläge mussten viele der Topteams des Kontinents einstecken. Insbesondere Titelverteidiger Ägypten, aber auch Algerien, Marokko und Tunesien enttäuschten.

Gruppe A: Kap Verde zeigte erneut, dass man auf dem besten Weg ist, sich unter den Fussballnationen Afrikas zu etablieren: Durch einen Treffer von Fernando Varela besiegte man das Team Malis mit 1:0. Für Alain Giresse, den neuen Trainer der Gäste, war es ein enttäuschender Start. Sein Ziel ist es, ein neues Team ohne den als Nationalspieler zurückgetretenen Frederic Kanoute aufzubauen. Gegen Kap Verde musste er auch auf die Schlüsselspieler Seydou Keita und Momo Sissoko verzichten. Simbabwe seinerseits spielte 1:1-Unentschieden gegen Liberia. Der junge Knowledge Musona hatte die Heimmannschaft in Führung gebracht, die dann noch den Ausgleich durch den Debütanten Sekou Jabeth Oliseh hinnehmen musste.

Gruppe B: Guinea schlug Äthiopien am Sonntag in Addis Abeba mit 4:1. Die Treffer in der ersten Halbzeit erzielten Ibrahima Yattara und Oumar Kalabane. Nach dem Wechsel waren noch Karamoko Cisse und Kamil Zayatte erfolgreich. Es war der erste Sieg in einem offiziellen Länderspiel für den neuen Coach Michel Dussuyer, der zuvor die Mannschaft Benins zur Endrunde des Afrikanischen Nationen-Pokals in Angola geführt hatte. Nigeria ist nach wie vor ohne einen dauerhaften Trainer, doch Interimslösung Austin Eguavoen führte das Team zu einem 2:0-Sieg gegen Madagaskar in Calabar. Die Treffer erzielten Obafemi Martins und Michael Eneramo.

Gruppe C: In den neun Sonntagspartien gab es nur zwei Heimsiege. Einen davon schaffte Sambia, nachdem die erste Partie unter dem neuen Trainer Dario Bonetti mit einem 4:0-Sieg gegen die Neulinge von den Komoren endete. Bonetti war das Risiko eingegangen, Rainford Kalaba einzusetzen, einen vereinslosen Außenstürmer, der seit dem letzten Afrikanischen Nationen-Pokal kein offizielles Spiel mehr bestritten hatte, und Kalaba dankte ihm für das Vertrauen, indem er Sambia mit einem schönen Treffer in Führung schoss. Im anderen Gruppenspiel kam Mosambik nicht über ein torloses Remis gegen Libyen hinaus.

Gruppe D: Algerien schaffte in Blida nach Rückstand gegen Tansania noch den Ausgleich. Adlene Guedioura bewahrte mit seinem Treffer den nordafrikanischen WM-Teilnehmer vor einer blamablen Niederlage. Rabah Saâdanes Job rettete er jedoch nicht, denn der Trainer erklärte weniger als 24 Stunden danach seinen Rücktritt. Marokko setzte gegen die Zentralafrikanische Republik auf eine ganze Reihe junger, talentierter Angreifer - unter anderem Marouane Chamakh, Mounir El Hamdaoui und Debütant Youssef El Arabi -, kam jedoch nicht über ein torloses Unentschieden hinaus.

Gruppe E: Samuel Eto'o kam beim 3:1-Sieg der Unzähmbaren Löwen gegen Mauritius in BelleVue mit seinen Toren 45 und 46 der 50-Tore-Schallmauer wieder ein gutes Stück näher. Eto'o hätte dabei durchaus einen Hattrick erzielen können, ließ jedoch Eric Choupo Moting beim Elfmeter den Vortritt, der Kameruns dritten Treffer markierte. Ein anderer Spieler ließ sich die Chance auf einen Hattrick nicht entgehen: Es war Mamadou Niang, der beim beeindruckenden 4:2-Auswärtssieg Senegals in der DR Kongo überragender Spieler auf dem Platz war.

Gruppe F: Gambia erzielte in der ersten halben Stunde drei Tore und holte mit dem 3:1-Sieg gegen die Gäste aus Namibia den ersten Dreier. Nach Mauretaniens Rückzug gibt es nur noch drei Teams in der Gruppe. Favorit Burkina Faso hatte spielfrei.

Gruppe G: Titelverteidiger Ägypten musste sich zu Hause mit einem 1:1-Unentschieden gegen Sierra Leone begnügen. Alhassan Bangoura sorgte für die überraschende Führung der Gäste, die jedoch nur drei Minuten Bestand hatte, bevor Mohamed Fathallah für Ägypten den Ausgleich erzielte. Die Punkteteilung kam Südafrika gerade recht, das in Nelspruit mit 2:0 gegen Niger siegte. Katlego Mphela und Bernard Parker erzielten die Treffer für das dominierende südafrikanische Team, das zahlreiche Chancen nicht nutzte.

Gruppe H: Gervais Yao Kouassi, Salomon Kalou und Emmanuel Eboue waren allesamt erfolgreich beim mühelosen Sieg der Elfenbeinküste gegen Ruanda, dessen neuer Trainer Sellas Tetteh kritisiert wurde, weil er ein Team fast nur aus in der heimischen Liga tätigen Spielern zusammengestellt hatte. Benin war für viele Experten klarer Favorit gegen Burundi und schien nach dem Führungstreffer durch Mickael Pote auf Kurs zu liegen, doch fünf Minuten vor dem Abpfiff gelang den Gästen durch Didier Kavumabagu der Ausgleich.

Gruppe I: Obwohl bei Ghana einige Stars fehlten, kam man zu einem leichten 3:0-Sieg in Swasiland. Dabei debütierte der 18-jährige Jordan Ayew, der als Einwechselspieler für seinen älteren Bruder Andre aufs Feld kam. Dede Ayew hatte den ersten Treffer für Ghana erzielt, Prince Tagoe den zweiten Mitte der zweiten Halbzeit. Schließlich erzielte Hans Sarpei mit dem letzten Treffer der Partie sein erstes Länderspieltor. Auch Sudan startete mit einem Sieg. Beim 2:0-Erfolg gegen Kongo waren Mudather Eltaib und Mohamed Tahir erfolgreich.

Gruppe J: Guinea-Bisseau bestritt das erste Länderspiel seit drei Jahren, ließ sich jedoch beim 1:0-Sieg gegen Kenia nichts von der langen Zwangspause anmerken. Der neue Trainer Norton de Matos zauberte eine starke Mannschaft aus dem Hut, deren Siegtor 14 Minuten vor dem Abpfiff durch Nichi erzielt wurde, der bei Fatima in Portugals zweiter Liga spielt. Angola seinerseits musste einen kompletten Fehlstart unter Herve Renard hinnehmen, denn Uganda feierte durch Treffer von David Obua, Andrew Mwesigwa und Geoffrey Sserunkuma einen mühelosen 3:0-Sieg.

Gruppe K: Vier Spieltage sind in dieser Gruppe mit fünf Teams bereits absolviert worden, und Botsuana ist das dominierende Team. Es ist die einzige Gruppe, in der sich die ersten beiden Teams qualifizieren, doch trotz einer weiteren Enttäuschung zu Hause - ein 2:2-Unentschieden gegen Malawi - gibt es noch Hoffnung für Tunesien. Nach dem 2:1-Sieg gegen Togo, bei dem Jerome Ramatlhakwane den Siegtreffer erzielte, hat Botsuana mittlerweile sechs Zähler Vorsprung.